Flanieren am Fluss
Von Klaus Roth
Wittelsbacherbrücke: Otto reitet in den Norden, ich gehe in den Süden. Denn meine Stadt ist auch... mein Fluss! Ich gehe der Nase nach - also südwärts - an der Isar
entlang. Poetische Streifzüge mit Kleintier und kleinem Diktator.
Letzteres ist ein Diktiergerät, dem ich meine Ideen für neue Gedichte und Texte anvertraue. Ersteres ist eine sehr agile Hunde-Lady im Flokati-Look.
"Mei, is deeer aba süüüß, a Manndal oda a Weibal ?" "A Weibal und Mausi hoaßts." Hin und wieder ist die Lady auch ein Vamp oder ein großer Diktator, denn:
"Der Hund regiert die Welt", wie der Dichter sagt.
Unterwegs dann immer wieder Plaudereien mit Unbekannten über Gott und die Welt, über vierbeinige Lieblinge und darüber, wie gut wir's haben mit der Isar mitten
in der Stadt. So gehen wir am Fluss entlang, mitten im Grün und dennoch mitten in der Stadt.
Mit Hund und Diktiergerät lässt sich's gut spazieren, flanieren, sinnieren. Von Brücke zu Brücke: Braunauer, Brudermühl, Flauchersteg, Tierpark, Mariaklausen und
weiter geht's in den Süden bis zur Großhesseloher. Dort den Brückenpfeiler am Isarufer wie in einem privaten Ritual mit der Fingerspitze berühren - und umkehren...
sich allmählich wieder der Stadt nähern.
Zu jeder Jahreszeit ist es schön an der Isar. Im Winter kann man im Schnee stapfen, im Frühjahr kommt Freude über das sprießende Grün auf, im Sommer ruft die Sonne,
im Herbst muss man unbedingt die Farbenpalette der Bäume bewundern... Ich sag's ja, es gibt immer einen Grund, ein Loblied auf die Isar und auf München zu singen!
Zurück zu Münchner Geschichten