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Bild: Klaus Roth

Treffpunkt Onufri





Von Klaus Roth
 
Verabrede ich mich mit jemandem in der Münchner Innenstadt, dann sage ich oft "Also dann, bis morgen beim Onufri!" Und ernte nicht selten erstaunte Blicke und ein "Wo bitte?" - auch bei ganz waschechten Münchnern. "Beim Onufri" - sollte das wirklich ein unbekannter Ort in München sein?
Auch in säkularen Zeiten ist es gut zu wissen, dass der Heilige Onuphrius kein anderer als der Stadtheilige von München ist. Und "beim Onufri" meint, dass man sich vor dem Haus Marienplatz 17 treffen wird, an dem sich zwischen dem zweiten und dritten Stockwerk ein Mosaik befindet, das diesen Heiligen darstellt - einen nur mit einem Lendenschurz aus großen Blättern bekleideten Mann mit einem großen Ast als Stock in seiner linken Hand. Und obwohl über dem Heiligen in großen Buchstaben SANCT ONUPHRIUS steht, kennen ihn viele Münchner nur als den "Christoffel vom Eiermarkt". Christoffel, weil der Onufri wegen seines großen Stocks an den Heiligen Christopherus erinnert, und Eiermarkt, weil an dieser Ecke des Marienplatzes früher der Münchner Eiermarkt war, ehe dann im Jahre 1807 von Max I. das Marktgeschehen auf den Viktualienmarkt ausgelagert wurde.

Doch noch schnell ein paar Worte zu unserem Münchner Stadtheiligen: Onuphrius war ein abessinischer Fürstensohn, der Mönch wurde und die Einsamkeit eines Felsenklosters in Kappadokien einer Laufbahn als Fürst vorzog. Ein weiterer Blick ins Heiligenlexikon lehrt uns, dass er der Helfer der Todesstunde ist und Verurteilten noch einen weiteren Lebenstag schenkt. Heinrich der Löwe erhielt seinerzeit vom Papst die Schädelreliquie des Heiligen - ich weiß nicht, wo sie sich heute befindet. Und es heißt auch, dass Onufri in früheren Zeiten in München sehr verehrt worden sei...
Und das ist schon in aller Kürze die Geschichte vom "Treffpunkt Onufri".
Vielleicht liest sie ja einer und verabredet sich dann auch mal "beim Onufri"?!



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