Bild: Michael Nagy
Renovierung des Glockenspiels
Ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk ist die Sanierung einer der bekanntesten Attraktionen Münchens, des
Glockenspiels im Rathausturm, die von Mai bis Oktober 2007 durchgeführt wurde.
Während Ritter und Schäffler als Teil des mechanischen Automatenspiels für alle sichtbar im Turmerker tadellos ihre Kreise zogen, war es um den
Klang der Begleit-Melodien weniger gut bestellt: Den vor knapp hundert Jahren gegossenen Glocken hatten
Abnutzungserscheinungen und vor allem die Luftverschmutzung zu schaffen gemacht. Die bronzenen Oberflächen waren
verschmutzt und zum Teil stark angegriffen. Die Folge: Einige Melodien des Glockenspiels waren kaum noch erkennbar
oder klangen unharmonisch. Zudem waren die einzelnen Klangkörper nicht mehr richtig aufeinander abgestimmt.
Durch das Reinigen und Neustimmen der Glocken konnte die Klangreinheit weitgehend hergestellt werden. Diese Arbeiten
konnten nicht im Rathausturm ausgeführt werden, sondern nur in einer dafür spezialisierten Glockengießerei.
Alle 43 in rund 70 Metern Höhe hängenden Glocken mussten also ausgebaut werden. Während die kleineren über das Treppenhaus abtransportiert werden konnten,
mussten die größeren über einen Spezial-Hebekran durch eine Fensteröffnung des Rathausturms nach unten gehievt werden. Weil das Fenster des neugotischen
Rathauses nicht groß genug ist, musste dafür ein Teil des Mauerwerks vorsichtig entfernt und später wieder eingesetzt werden.
Die Gesamtkosten der Sanierung betrugen 750 000 Euro. Insgesamt spendeten die Münchnerinnen und Münchner rd.
660 000 Euro für die Renovierung des Glockenspiels. Allein die Stadtsparkasse München beteiligte sich mit mehr als 250 000 Euro.
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