Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen
(17.2.2010) Einem schon im 15. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnten Münchner Brauch folgend, traten Bürgermeisterin Christine Strobl und Stadtkämmerer Dr. Ernst Wolowicz am Aschermittwoch zum traditionellen Geldbeutelwaschen auf dem Marienplatz an. Vor zahlreichen Zuschauern und unterstützt durch den Hacker-Pschorr-Durstlöschzug tauchte Strobl das Stadtsäckel in das Wasser des Fischbrunnens, um die städtische Kassenlage zu verbessern.
In ihrer Ansprache erinnerte die Bürgermeisterin daran, dass der Brauch des Geldbeutelwaschens im 19. Jahrhundert von armen Leuten ausgeübt worden sei, um damit deutlich zu machen, dass das Portemonnaie – insbesondere nach den Ausschweifungen des Faschings – tatsächlich vollkommen leer und die Dienstherrschaft aufgerufen sei, wieder etwas hineinzutun. In den 50er Jahren habe der damaligen OB Thomas Wimmer den Brauch für die Stadt eingeführt. „Ob’s was nutzt – nix g’wiss woaß ma ned“, räumte Strobl ein. Aber da es auch nichts schade, wolle sie nichts unversucht lassen, damit die Stadt auch in diesen finanziell schwierigen Zeiten all das weiter erhalten kann, was den Münchnerinnen und Münchner „lieb und teuer“ sei.
Aus dem Stadtrat nahmen am diesjährigen Geldbeutelwaschen teil: Oliver Belik, Nikolaus Gradl, Hans Dieter Kaplan, Andreas Lotte, Alexander Reissl, Helmut Schmid (alle SPD), Marian Offman, Manuel Pretzl, Richard Quaas, Walter Zöller (alle CSU), Professor Dr. Jörg Hoffmann und Gabriele Neff (beide FDP).
Special: Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch