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![]() Foto: Tom Kohues Tram-, Geh- und Radwegbrücke über die Schenkendorfstraße
Städtebaulicher Zusammenhang
Am 22. April 1993 hatte der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur städtebaulichen Neuordnung des ehemaligen Industriegebietes zwischen Neusser Straße, Schenkendorf- und
Domagkstraße, der jetztigen Parkstadt Schwabing, gefasst. Nach den darin enthaltenen Vorgaben sollte das neue Baugebiet mit einer Straßenbahnlinie zwischen Münchner Freiheit und Frankfurter Ring erschlossen werden.Der Ausbau des Mittleren Ringes Nord mit dem Petueltunnel sah ursprünglich aber nur eine Rad- und Fußwegbrücke über die Schenkendorfstraße vor. Bereits in der Projektgenehmigung für den Ausbau des Mittleren Ringes - Nord vom 11. Dezember 1996 wurde darauf hingewiesen, dass eine Überplanung dieser Brücke aufgrund der neuen Straßenbahntrasse, der Linie 23, notwendig wird. Im Zusammenhang mit den Planungen zur Tram 23 wurde die Straßenbahnbrücke vom Stadtrat am 23. Juli 2003 im Rahmen des Trassierungsbeschlusses genehmigt. Konstruktion
Das Brückentragwerk ist als Schrägseilbrücke konstruiert. Sie überspannt mit einer Länge von 84 Metern die Schenkendorfstraße. Neben dem geradlinigen Überbau für die Trasse der Straßenbahn verläuft mit unterschiedlichem Abstand der leicht verschwenkte, bogenförmige Steg für den Rad- und Fußweg.Als markantes Zeichen ragt der 34 Meter hohe, geneigte Mast empor. Über sechs Seile werden die Lasten des Brückenbauwerks in den Masten eingeleitet und über sein Fundament abgetragen. Mit sechs weiteren Seilen ist der Mast nach Süden und Westen rückverankert. Statische Vorkehrungen dafür traf man bereits beim Bau des Petueltunnels. Zur Lastabtragung wurde an seinem Seitentunnel (Ausfahrt zur BAB München - Nürnberg) die Decke verstärkt ausgeführt und Anschlußbewehrung für das Mastfundament und das Fundament der Spannkammer für die westliche Rückverankerung vorgesehen. Nachdem die Brücke über die Glaseinhausung des Petueltunnels führt, mussten bei der Glaskonstruktion Vorkehrungen für den Fall von Vandalismus getroffen werden. Die punktgehaltenen Gläser der Einhausung wurden im Bereich der Brücke entsprechend verstärkt. Über Treppenanlagen und barrierefreie Rampen ist die Brücke auf beiden Seiten an die Fuß- und Radwege der Schenkendorfstraße angebunden. Wissenswertes in Kürze
84 Meter spannt die Brücke freitragend über die gläserne
Einhausung und die nach Westen führenden Fahrspuren des
Mittleren Ringes.
Die Geh- und Radwegbrücke ist zwischen den Geländern
4,50 Meter breit, die Trambahnbrücke 7,40 Meter.
530 Meter hochfeste, 10 Zentimeter dicke Stahlseile tragen den
Brückenüberbau. Das Seil wiegt rund 60 Kilogramm pro Meter.
Der 34 Meter hohe Tragmast mit einem Durchmesser von 1,20
Metern wiegt 65 Tonnen, in etwa so viel wie ein vollbesetzter
Straßenbahnzug.
2.200 Tonnen lasten am Fuß des Tragmastes auf der darunter liegenden
Decke des Petuel-Seitentunnels.
30 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion der Brücke. Ein Betonbauwerk
würde mehr als das Doppelte wiegen - und eine zusätzliche
Auflagerung zwischen den Ringfahrbahnen benötigen.
2.400 Quadratmeter Stahloberfläche wurden zum Schutz vor
Korrosion beschichtet.
1.400 Quadratmeter Stahlbeton wurden in Sichtbetonqualität für
die Widerlager und die Rampenstützwände verbaut.
1.000 Quadratmeter Brückenfläche stehen nun in München
zusätzlich für den Straßenbahn-, Fußgänger- und Radverkehr zur
Verfügung.
Weitere Informationen
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