Schriftzug LiMux


Projekt LiMux: Die IT-Evolution geht weiter

München, 23.06.2010 – Die Vollversammlung des Münchner Stadtrates hat  beschlossen die Professionalisierung in den IT-Prozessen, eine höhere IT-Standardisierung und weitere technische Verbesserungen für die Büroarbeitsplätze der Stadtverwaltung im IT-Projekt LiMux anzugehen. Die Verwaltung erwartet sich dadurch nachhaltig niedrigere IT-Betriebskosten, sowie mehr Akzeptanz für den einheitlichen Büroarbeitsplatz und setzt technischen Anforderungen um, die sich seit Projektbeginn stark gewandelt haben. Das IT-Projekt LiMux wird dafür bis 2013 verlängert und das Projektbudget um den veranschlagten Mehraufwand von 5,9 Mio Euro erhöht. Der Mehraufwand fällt in den Jahren 2012 und 2013 an und führt nicht zu einer Mehrbelastung des städtischen Haushalts, da alle Referate und Eigenbetriebe das erweiterte Vorgehen unterstützen und aus vorhandenen Haushaltsmitteln finanzieren.

Alle 15.000 Büroarbeitsplätze nutzen freie (Open Source) Software
Seit Ende 2009 arbeiten die städtischen Mitarbeiter an allen 15.000 Büroarbeitsplätzen mit offenen, lizenzkostenfreien Programmen, um E-Mails zu bearbeiten, im Internet zu surfen und Texte, Tabellen oder Präsentationen zu erstellen. Durch die Umstellung wurden zahlreiche Formulare und Briefgestaltungen vereinheitlicht und das Formular- und Vorlagensystem „WollMux“ entwickelt. Der von München als freie Software veröffentlichte WollMux stößt inzwischen auch bei weiteren öffentlichen Verwaltungen und in der Open Source Community auf breites Interesse.

Von den bisher verwendeten externen Projektmitteln konnte die Landeshauptstadt München über 95% an mittelständische Unternehmen vergeben und setzt dadurch eines der Projektziele um, durch den Einsatz von freier (Open Source) Software die Chancengleichheit im Softwaremarkt zu fördern und auch regional zu investieren. Das Projekt achtet weiterhin darauf, dass bei anstehenden Vergaben auch mittelständische Unternehmen eine Chance haben.

Pilotphase des einheitlichen Basisarbeitsplatzes abgeschlossen
Mehr als 3.000 der geplanten 12.000 Arbeitsplätze wurden vollständig auf ein freies Betriebssystem (Linux) umgestellt. Dieses Jahr werden weitere 2.000 dazu kommen. Drei Referate und ein Eigenbetrieb sind bereits komplett umgestellt. Alle übrigen nutzen kleinere Pilotinstallationen, um darin ihre spezifischen Anforderungen zu prüfen und sich mit dem LiMux Basisclient vertraut zu machen.

Verbesserungen für das weitere Vorgehen erarbeitet
Zusammen mit externer Unterstützung prüften die beteiligten Dienststellen der Stadtverwaltung das bisherige Vorgehen und erarbeiteten die nun vom Stadtrat beschlossenen Verbesserungen. Während im Zuge der Pilotierung der Fokus auf lokalen Optimierungen und abteilungsspezifischen Anpassungen lag, wechselt er künftig auf eine möglichst starke, stadtweite IT-Standardisierung, um langfristig die IT-Betriebsaufwände zu minimieren. Der Projektauftrag von LiMux hat eine solche Überprüfung von Anfang an erwartet; deswegen wurde bereits bei Projektbeginn von einem „evolutionären“ Vorgehen gesprochen.

Vom neu aufzubauenden Anforderungs- und Testmanagement werden auch weitere IT-Projekte der Stadtverwaltung profitieren und Anwender werden ausgereifte Versionen höher akzeptieren, die ihre zuvor festgelegten Anforderungen erfüllen. Das Risiko, durch Softwareaktualisierungen die täglichen Geschäftsprozesse zu beeinflussen, wird deutlich gesenkt. Anforderungen an die technische Basis, die sich seit Projektbeginn stark verändert haben, können umgesetzt werden.

Münchens IT-Leiter Karl-Heinz Schneider begrüßt das jetzt beschlossene Vorgehen: „15.000 Nutzer des freien Office-Pakets OpenOffice.org und über 3.000 Nutzer, die an ihrem LiMux-Arbeitsplatz ihre tägliche Arbeit erledigen, sprechen für sich. Nicht zuletzt gilt - wie in jedem länger laufenden Projekt - dass es dann erfolgreich ist, wenn es liefert, was aktuell benötigt wird und nicht, was sich die Beteiligten zu Projektbeginn gedacht haben.“

Kontakt und Ansprechpartner
Für alle generellen Fragen zum Beschluss und zum Vorgehen der Stadtverwaltung:
Presse- und Informationsamt, Telefon +49 89 233 92600, presseamt@muenchen.de

Für IT-Fachfragen zum Projekt LiMux:
Öffentlichkeitsarbeit LiMux, Telefon +49 89 233 82255, limux@muenchen.de

Über das Projekt LiMux

Die Landeshauptstadt München setzt mit dem IT-Projekt LiMux auf freie Software und offene Standards für ihre 15.000 Büroarbeitsplätze der Stadtverwaltung. Neben den Konzept- und Prototypingphasen zu Anfang des Projektes ist LiMux seit 2008 in der schrittweisen Umsetzung der Migration. Mittlerweile arbeiten alle städtischen Arbeitsplätze mit OpenOffice.org und nutzen den offenen Standard "Open Document Format (ODF)" zum Austausch bearbeitbarer Daten. Weitere Informationen zu den Gründen und zum aktuellen Stand finden Sie unter www.muenchen.de/limux.