(29.05.2008) Die im Rahmen des Münchner
IT-Projektes LiMux entwickelte Software zur Verwaltung von Vorlagen-
und Formulardokumenten der Stadtverwaltung (WollMux) ist seit heute als
freie Software veröffentlicht.
Der WollMux unterstützt die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei ihrer täglichen Arbeit,
vor allem bei der Textverarbeitung. Er stellt die benötigten
Vorlagen und Formulare personalisiert zur Verfügung und hilft
durch Komfortfunktionen und Plausibilitätsprüfungen
von Eingaben. Für Administratoren bietet er komfortable
Möglichkeiten zur Pflege und Bereitstellung der notwendigen
Vorlagen.
Christine Strobl, Münchens
Bürgermeisterin und Auftraggeberin von LiMux, sieht durch die
Veröffentlichung Vorteile für München und
andere Kommunen: „Die Veröffentlichung bietet
anderen Interessierten die Möglichkeit, direkt von unserer
Arbeit zu profitieren. Gleichzeitig bietet sich uns die Chance, von
Weiterentwicklungen anderer zu profitieren, d.h. die Software
fehlerfreier und komfortabler zu gestalten sowie funktional zu
erweitern. Das sind die Vorteile von freier Software.“
Die Veröffentlichung erfolgt unter der European
Union Public Licence (EUPL), die von der EU-Kommission als freie
Lizenz, angelehnt an die weltweit verbreitete GNU General Public
License (GPL), entworfen und speziell auf europäisches Recht
angepasst wurde. Sie gewährt dem Lizenznehmer die gleichen,
als Copyleft bezeichneten Freiheiten wie das amerikanische Vorbild. Die
Software wird auf dem Open Source Observatory and Repository (OSOR),
der künftigen EU-Plattform für freie Software der
öffentlichen Behörden, veröffentlicht.
Momentan befindet sich diese Plattform noch im Testbetrieb, der WollMux
kann jedoch bereits problemlos abgerufen werden.
Strobl begrüßt die
Veröffentlichung: „Wir setzen in München
verstärkt auf freie Software. Die freie Weitergabe unserer
Ergebnisse und Lösungen ist der konsequente Schritt zu mehr
Offenheit und Unabhängigkeit von einzelnen
Softwareherstellern. Unser Ziel ist es, künftig noch weitere
Softwarelösungen unter freien Lizenzen zu
veröffentlichen.“
Der Wollmux, weitere Informationen dazu sowie der Link auf
OSOR sind im Internet unter www.muenchen.de/wollmux
zu finden.
Über LiMux:
Im Rahmen des Projektes LiMux stellt die Münchner
Stadtverwaltung schrittweise ihre 14.000 Arbeitsplatz-PCs auf freie
Software und offene Standards um. Der LiMux Basisclient, OpenOffice.org
und weitere freie Software ist seit über einem Jahr effektiv
im Einsatz. Derzeit ist der Basisclient auf zirka 1.000 und
OpenOffice.org bei über 8.000 städtischen Rechnern
installiert.
Ausschlaggebende Argumente für diese
richtungsweisende Entscheidung des Münchner Stadtrates im Jahr
2004 waren vor allem die Erhöhung der
Herstellerunabhängigkeit, die Förderung des
Wettbewerbes im Softwaremarkt durch die für kleinere und
mittelständige Unternehmen erhöhte Chancengleichheit
und die Möglichkeit, mittelfristig die IT-Kosten der
Stadtverwaltung gezielter steuern zu können.