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Loriot mit dem Kulturellen Ehrenpreis der Stadt ausgezeichnet(15.2.2008) Zum 50. Mal hat die Stadt München gestern ihren Kulturellen Ehrenpreis verliehen, die höchste Kultur-Auszeichnung der Stadt. Geehrt wurde damit Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. „Seine beiden Herren in der Badewanne kennt jedes Kind – auch heute noch”, rühmte Oberbürgermeister Christian Ude bei der Preisverleihung im Saal des Alten Rathauses die Bekanntheit und Beliebtheit Loriots, der von den deutschen Fernsehzuschauern erst im vergangenen Jahr zum beliebtesten Komödianten der Nation gewählt wurde. Er habe die Deutschen und den Humor miteinander versöhnt, fasste Ude dessen Lebenswerk zusammen. „Deutschland ohne Loriot, das wäre wie Bayreuth ohne Wagner”, zitierte Ude einen früheren Laudator. „Denn etwas Neues lässt sich kaum noch sagen über einen Mann, der bereits so viele Auszeichnungen erhalten hat.” Neben zahlreichen Film-, Fernseh-, Literatur- und Comedypreisen wurde Vicco von Bülow u.a. mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik und dem Verdienstorden des Landes Bayern geehrt.Ude würdigte auch die künstlerische Vielseitigkeit des Preisträgers, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag feiern kann. Nicht nur als Humorist, auch als Zeichner, Schriftsteller, Bühnenbildner, Kostümbildner, Schauspieler, Regisseur und als Professor für Theaterkunst habe Vicco von Bülow große Erfolge feiern können. Daneben machte Vicco von Bülow, der seine Wahlheimat seit über 50 Jahren am Starnberger See hat, auch als Regisseur von Opern- und Musical-Inszenierungen und mit seinen Erzählfassungen zu klassischen Musikstücken von sich reden. „Gerade uns Münchner hat Loriot dabei reich beschenkt”, dankte Ude dem Geehrten: Seine Inszenierung der Oper „Martha” feierte im vergangenen Jahr zehnjähriges Aufführungsjubiläum am Gärtnerplatztheater. Dort ist Loriot auch Ehrenmitglied des Ensembles. Ebenfalls schon seit Jahren auf dem Spielplan steht am Gasteig Loriots „Ring an einem Abend”, seine ganz persönliche Wagner- Adaption. Auch zwei große Ausstellungen waren Loriot in München bereits gewidmet: 1993 anlässlich seines 70. Geburtstags im Stadtmuseum und 2003 zum 80. in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. „Mit der Verleihung des Kulturellen Ehrenpreises an Loriot hat sich die Stadt also vor allem selbst ein Geschenk gemacht”, so Ude. Prof. Dr. Joachim Kaiser, 1997 selbst Preisträger des Kulturellen Ehrenpreises der Stadt München, lieferte in seiner Laudatio einen Rückblick auf die lange Karriere des „nobelsten und perfektesten Humoristen Deutschlands”: Geboren am 12. November 1923 im preußischen Brandenburg an der Havel als Spross eines alten Adelsgeschlechts, wählte Vicco von Bülow das Wappentier seiner Familie als Pseudonym: Loriot ist die französische Bezeichnung des Pirols, der im Wappen der Familie von Bülow prangt. Unter diesem Namen veröffentlichte er, nach dem Studium an der Kunstakademie in Hamburg, ab 1950 Cartoons in Stern, Quick, Weltbild und anderen Zeitschriften. 1954 erschien Loriots erster eigener Cartoonband „Auf den Hund gekommen” im Diogenes Verlag. Bis heute hat er rund 50 Bücher veröffentlicht, deren Gesamtauflage in die Millionen geht. Seit 1967 war er zudem regelmäßig mit eigenen Sendungen im Fernsehen zu sehen, ab 1976 mit seiner Partnerin Evelyn Hamann. Seine beiden Kino- Filme „Ödipussi” (1988) und „Pappa ante Portas” (1991) zählten zu den erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen. Und schließlich betätigte sich Vicco von Bülow auch als Opern- und Musical-Regisseur. Kaisers Fazit: „Loriot ist ein Preuße, wie Gott ihn träumt: nachdenklich, leise, verträumt und nur nebenbei unerbittlich.” Eine kleine Auswahl seiner Film-Sketche präsentierte anschließend Vicco von Bülow selbst auf der Leinwand. Mit dem Kulturellen Ehrenpreis würdigt die Stadt seit 1958 alljährlich herausragende kulturelle und wissenschaftliche Leistungen von Persönlichkeiten mit internationaler Ausstrahlung, die durch ihre Herkunft oder ihr Schaffen eng mit München verbunden sind. Erster Preisträger war 1958 der Naturwissenschaftler Werner Heisenberg. Ihm folgten zahlreiche große Persönlichkeiten aus den Bereichen Theater, Literatur, Film und Musik. Humoristische Vorgänger Loriots als Kulturpreisträger waren der Schriftsteller und Kabarettist Erich Kästner (1970) und der politische Karikaturist Ernst Maria Lang, der im vergangenen Jahr mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Unter den zahlreichen prominenten Gästen der Preisverleihung waren u.a. die beiden Münchner Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger Dr. Hans- Jochen Vogel und Georg Kronawitter, der frühere Bürgermeister Dr. Winfried Zehetmeier, der 1. Bürgermeister von Loriots Heimatgemeinde Münsing, Michael Grasl, sowie die Landtagsabgeordneten Dr. Otto Hünnerkopf, Dr. Hildegard Kronawitter, Margarete Bause und Dr. Rainer Volkmann. Anwesend waren auch die früheren Preisträger des Kulturellen Ehrenpreises Ernst Maria Lang, Michael Krüger, Rachel Salamander, Edgar Reitz und Prof. Constanze Vernon. Als Vertreter der Stadt München nahmen an der Ehrung teil die Stadtratsmitglieder Dr. Ingrid Anker, Ulrike Boesser, Angelika Gebhardt, Stefanie Jahn, Haimo Liebich, Alexander Reissl (alle SPD), Marian Offman, Richard Quaas, Ursula Sabathil und Walter Zöller (alle CSU) sowie Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers, Gesundheitsreferent Joachim Lorenz, Kommunalreferentin Gabriele Friderich, Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume- Beyerle.
Weitere Ehrungen und Auszeichnungen
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