Freie Software für Behörden: Bundesbehörden und
Kommunalverwaltungen gemeinsam auf dem Linuxtag 2009
(22.6.2009) Freie Software und offene Standards sind längst Realität in
Deutschlands Behörden. Auf dem LinuxTag 2009 präsentieren vier prominente
Vertreter ihre Strategien und Lösungen am Gemeinschaftsstand in
Halle 7.2a, Stand 111. Die führende europäische Kongressmesse zum Thema
„Linux und Freie Software“ findet vom 24. bis zum 27. Juni in Berlin
statt.
Das Auswärtige Amt präsentiert seine auf die Nutzung freier Software
und offener Standards ausgerichtete IT-Struktur. Ein wichtiger Meilenstein
bei der Umsetzung der langjährig verfolgten IT-Strategie, der konsequenten
Nutzung international anerkannter offener, also vollständig dokumentierter
und frei verfügbarer Standards rückt zum Jahreswechsel in greifbare
Nähe. Nach derzeitiger Planung wird die Umstellung von über 11.000
PC-Arbeitsplätzen in weltweit über 220 deutschen Auslandsstandorten
und in der Zentrale (Berlin und Bonn) Anfang 2010 abgeschlossen sein.
Mit der damit erreichten weitreichenden Produkt- und Herstellerunabhängigkeit
ist das Auswärtige Amt sowohl als Dienstleister für Bürger und
Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland, wie auch im internationalen
Umfeld, trotz knapper IT-Haushaltsmittel, gut für die damit einhergehenden
heterogenen IT-Anforderungen des Arbeitsalltages gerüstet.
Die Bundesstelle für Informationstechnik informiert über das „Kompetenzzentrum
Open Source Software“ des Bundes. Das Kompetenzzentrum
fördert den Einsatz von OSS in Bundesbehörden durch das Aufzeigen
von Einsatzmöglichkeiten und Beratung zu allen Fragen rund um das
Thema OSS. Außerdem werden zwei konkrete OSS-Projekte aus der Bundesstelle
für Informationstechnik im Bundesverwaltungsamt vorgestellt:
Das Monitoring Informationsportal (MIP), das auf NAGIOS basiert, und
deR vom Bund entwickelte XGenerator, ein OSS-Werkzeug zur Erstellung
von XÖV-Standardisierten Datenschnittstellen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt
drei Projekte vor. Die in neuer Version erschienene freie Groupware Kolab
( www.kolab.org) vereinfacht die Zusammenarbeit in Unternehmen und
Behörden durch eine zentrale Verwaltung von E-Mails, Terminen, Kontakten und Aufgaben. Das Gpg4win-Paket (GNU Privacy Guard for Windows)
umfasst einfach zu installierende und bedienende Programme zum Verschlüsseln
und Signieren von Dateien und E-Mails unter Windows. Mit
OpenVAS (Open Vulnerability Assessment System) wird eine Software-
Suite für netzwerkweite Sicherheitsprüfungen bereitgestellt.
Die Landeshauptstadt München präsentiert ihr Projekt LiMux, in dessen
Rahmen Deutschlands größte Kommunalverwaltung 14.000 Clients
auf freie Software umstellt. Herausforderungen dabei sind die Integration
des auf Debian GNU/Linux basierenden Basisclients in heterogene ITStrukturen
und die Verfügbarkeit von Fachanwendungen. Der Umstieg
auf OpenOffice.org wird durch den WollMux vereinfacht, eine OpenOffice.
org-Extension zur Ablösung verschiedener Fachverfahren und Makros.
Weitere Informationen zur Veranstaltung LinuxTag 2009 im Internet unter