Stadt, Land und Bund unterzeichnen Verwaltungs- vereinbarung für das Münchner NS-Dokumentations- zentrum
(29.6.2009) Ein weiterer großer Schritt hin zur Realisierung des Münchner NS-Dokumentationszentrums wurde heute im Kleinen Sitzungssaal des Münchner Rathauses vollzogen. Mit der Unterzeichung einer gemeinsamen "Verwaltungsvereinbarung" durch Oberbürgermeister Christian Ude, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und Kulturstaatsminister Bernd Neumann verpflichten sich Stadt, Freistaat und Bund, die Kosten in Höhe von 28,2 Millionen Euro für die Planung und Errichtung des NS-Dokumentationszentrums auf dem Gelände des ehemaligen "Braunen Hauses" zu gleichen Teilen zu tragen.
"Aus der Geschichte entsteht eine besondere Verantwortung für die Zukunft", sagte OB Ude im Rahmen des Festakts. "Es geht um unsere Stadt- und Landesgeschichte, um die Ursachen des Nationalsozialismus und die spezifische Rolle Münchens als der Stadt, in der die NS-Bewegung ihren Anfang nahm. Wie konnte es dazu kommen - und: warum in München? Was geschah in München und in Bayern während des NS-Regimes? Wie gingen Stadtgesellschaft und Politik, wie das Land nach 1945 mit der NS-Vergangenheit um? Auf diese Fragen eine Antwort zu finden, ist der wissenschaftliche und pädagogische, der gesellschaftspolitische Auftrag, vor dem das NS-Dokumentationszentrum und wir alle stehen."
Kultusminister Spaenle begrüßte die Verwaltungsvereinbarung mit den Worten: "Ich bin froh, dass wir den Dreiklang von Bund, Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München erreichen konnten. Die Unterzeichnung der Vereinbarung stellt einen vorläufigen Höhepunkt in der geschichtspolitischen Auseinandersetzung mit der NSDAP und ihren Wurzeln hier in München dar. Sie ermöglicht eine offensive Auseinandersetzung mit der NSDAP, deren Wurzeln und dem von ihr installierten Unrechtsregime. München stellt einerseits einen authentischen Ort dar, in dem der perverse Kult der Nazis gepflegt worden war, wo aber andererseits auch das breite Spektrum des Widerstands von engagierten Vertretern der katholischen Kirche bis zu Studenten wie die Weiße Rose aktiv war."
"Geschichte vor Ort ist fassbar", begründete Staatsminister Neumann das Engagement des Bundes: "Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit auf lokaler Ebene ist ein entscheidender Schritt gegen die Verdrängung des NS-Unrechts."
Bereits im März konnte das Ergebnis des Architektenwettbewerbs für das NS-Dokumentationszentrum vorgestellt werden. Der Siegerentwurf des Berliner Büros "Georg Scheel Wetzel" will einen "Kontrapunkt" zur umliegenden NS-Architektur und -Topographie setzen. Ebenfalls im März hatte auch Dr. Irmtrud Wojak ihre Tätigkeit als Gründungsdirektorin aufgenommen. Im Frühjahr 2011 sollen die Arbeiten für das neue NS-Dokumentationszentrum beginnen und bis Herbst 2013 abgeschlossen sein.
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