Deutscher Städtetag: Keine Steuersenkungen auf Kosten der Kommunen
(14.9.2011) Der Deutsche Städtetag hat eindringlich an die Bundesregierung
appelliert, keine Steuerentlastungen mit neuen Steuerausfällen für
die Kommunen zu beschließen. Nach einer Präsidiumssitzung des kommunalen
Spitzenverbandes in Konstanz sagte der Präsident des Deutschen
Städtetages, der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude: "Die
Kassenkredite der Kommunen haben nach neuesten Zahlen die schwindelerregende
Rekordhöhe von 42,9 Milliarden Euro erreicht. Das heißt: Kommunen
können in diesem Ausmaß laufende Ausgaben etwa für Kinderbetreuung
oder Unterkunftskosten für Langzeitarbeitslose nicht mehr aus
ihrem Haushalt bezahlen. Steuersenkungen würden in dieser Lage die Probleme
der Städte noch verschärfen."
Falls es tatsächlich zu Steuersenkungen kommen sollte, müssten den
Kommunen, die mit 15 Prozent an der Einkommensteuer beteiligt sind, die
Verluste ausgeglichen werden. Wie der Bund das aber alles finanzieren
wolle, bleibe bisher sein Geheimnis, so Ude. Die Städte hätten in der Vergangenheit
immer deutlich gemacht, dass sie Steuersenkungen nicht generell
ablehnen. Viele Kommunen könnten angesichts ihrer kritischen
Haushaltslage jedoch neue Steuerverluste auf keinen Fall verkraften.
Ude begrüßte den Aufwärtstrend bei der Gewerbesteuer, die sich nach
den Einbrüchen vor allem im Jahr 2009 wieder rasch erhole. Bis zum Jahresende
2011 wachse das bundesweite Volumen der Gewerbesteuer voraussichtlich
auf etwa 39 Milliarden Euro und rücke damit wieder nahe an
den Wert von 2008 vor der internationalen Finanzkrise heran. Allein im ersten
Halbjahr 2011 habe die wichtigste Steuer der Städte nach einer Umfrage
des Deutschen Städtetages bei rund 100 Städten um 19 Prozent zugelegt
- eine Entwicklung, die sich bis zum Jahresende voraussichtlich
wieder abschwächen werde.
"Die Städte sind trotz der guten Entwicklung der Gewerbesteuer aber
noch längst nicht über den Berg. Die Altdefizite drücken viele Kommunen
gewaltig, und neue Herausforderungen warten bereits: Die Schuldenbremse
in den Ländern darf in den nächsten Jahren nicht auf Kosten der Kommunen
durchgesetzt werden", forderte Ude. Schulden auf andere zu verlagern
sei keine seriöse Alternative zur Konsolidierung in den Landeshaushalten,
sondern würde die Handlungsfähigkeit der Kommunen weiter einschränken.
Das ginge zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger, warnte der
Städtetagspräsident.
Pressedienst der Landeshauptstadt München mit Terminen,

weiteren Meldungen und mehr