OB Ude: Sicherung von Siedlungsflächen im Münchner Osten
(15.9.2011) Oberbürgermeister Christian Ude teilt mit, dass das Referat
für Stadtplanung und Bauordnung dem Stadtrat einen Einleitungsbeschluss
zu Vorbereitenden Untersuchungen einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme
im Münchner Osten zur Beschlussfassung vorlegen
wird, um langfristig Siedlungsflächen in der Landeshauptstadt München
zu sichern.
Der Münchner Nordosten birgt nach Freiham das größte Siedlungsentwicklungspotenzial
des Münchner Wohnungsbaus. Dort könnten nach ersten
Schätzungen Wohnungen für etwa 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner
und rund 2.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Hierbei kommen
in erster Linie Flächen im 13. Stadtbezirk Bogenhausen und im 15. Stadtbezirk
Trudering - Riem zwischen der S-Bahnlinie S 8 München-Flughafen
(östlich), Stadtgrenze, Lebermoosweg/ehemalige Gütergleistrasse, Stadtgrenze
und Bahnlinie München - Mühldorf mit etwa 540 Hektar in Frage.
Das Siedlungsgebiet östlich der S-Bahnlinie ist historisch geprägt durch
die beiden Dorfkerne Johanneskirchen und Daglfing.
Innerhalb der nach Beschlussfassung folgenden Vorbereitenden Untersuchungen
wird geprüft, ob eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme
gemäß den §§ 165 ff. Baugesetzbuch (BauGB) eingeleitet werden kann.
Mit Bekanntgabe dieses Vorhabens durch den Oberbürgermeister wird
nach der Rechtsprechung der dortige Bodenpreis praktisch "eingefroren".
Der Bodenwert nimmt dabei zwar an der konjunkturellen Entwicklung teil,
planungsbedingte Wertsteigerungen werden jedoch ausgeschlossen und
damit verbundene Spekulation eingedämmt. Eine Siedlungsentwicklung im
Bereich einer Städtebaulichen Entwickungsmaßnahme bietet deshalb größere
Spielräume für verschiedenste Wohnmodelle.
Umfang und Abgrenzung des Gebietes wurden so gewählt, dass die Ziele
der Siedlungs- und Landschaftsentwicklung, wie sie im Projekt "Langfristige
Siedlungsentwicklung" zur Zeit erarbeitet werden, umgesetzt werden
können. Dabei steht im Vordergrund, mittelfristig Flächen für Wohn- und
Arbeitsstätten mit dazugehöriger Infrastruktur zu sichern, andererseits
aber Belange wie Freiraum und Erholungsflächen für die Münchner Bevölkerung,
Belange des Natur- und Artenschutzes und der Landwirtschaft
ebenfalls zu berücksichtigen. Die Bedeutung des Gebiets als wesentliche
Grünversorgung für die Stadt soll erhalten bleiben.
Neben den Bemühungen um eine Innenentwicklung durch die Nutzung von
Konversionsflächen (wie den ehemaligen Militärarealen Funkkaserne oder
Panzerwiese) und einer qualitativen Verdichtung und Umstrukturierung
wird zur Sicherstellung ausreichender Flächenpotentiale auch die Siedlungsentwicklung
am Stadtrand zu prüfen sein, damit dringend benötigte
Flächen für Wohnraum zur Verfügung gestellt und auch für die nächsten
Jahrzehnte die bewährte Münchner Mischung aus öffentlich gefördertem
und frei finanziertem Wohnungsbau gesichert werden kann.
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