Foto: Stadtarchiv

Erich Kiesl / 1978 - 1984

Erich Kiesl wurde am 26. Februar 1930 im niederbayerischen Pfarrkirchen geboren. Nach seinem Abitur 1949 studierte er in München Philosophie, Rechts- und Staatswissenschaften.
Nach kurzer Tätigkeit in einem Wirtschaftsverband ging er 1960 in den Staatsdienst, zunächst bei der Bayerischen Finanzverwaltung, dann von 1963 bis 1966 beim Bundesfinanzhof und von 1967 bis 1970 wieder im Bayerischen Finanzministerium.
1961 trat Kiesl in die CSU ein, 1966 und 1974 wurde er in den Bayerischen Landtag gewählt. Von 1970 bis 1978 war er Staatsekretär im Bayerischen Innenministerium, bevor er am 5. März 1978 zum Münchner Oberbürgermeister gewählt wurde.

Nach einem Jahr Amtszeit als Oberbürgermeister beschrieb Erich Kiesl am 25. April 1979 die Schwerpunkte seiner Politik: "Wir gehen davon aus, dass es nicht ausreicht, nur Teilbereiche des Wohnungsmarktes zu fördern. Es muss vielmehr versucht werden, in Zusammenarbeit mit der freien Wirtschaft die Voraussetzungen zu schaffen, die es dem Wohnungsmarkt ermöglichen, in allen Bereichen eine den Ansprüchen und Bedürfnissen entsprechende Wohnungsversorgung sicherzustellen. Deshalb liegt das Schwergewicht des Programms auf planerischen und bodenpolitischen Maßnahmen."
Einzelpunkte dieser Bilanz betreffen "den beschleunigten Ausbau des U-Bahn-Netzes und des Individualverkehrs im Bereich des Mittleren Ringes; den Bau von Berufsbildungszentren; den Ausbau des Klärwerkes Dietersheim; die Schaffung neuer kultureller Einrichtungen wie das Gasteig-Projekt und den Ausbau des Stadtmuseums und des Stadtarchivs."
Als wichtigste Maßnahme einer Verwaltungsreform verlagerte Kiesl die Lokalbaukommission und die Abteilungen Stadtplanung, wovon er sich eine Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren erwartete.
1984 wurde mit Georg Kronawitter Erichs Kiesls Vorgänger auch sein Nachfolger.