Foto: Stadtarchiv
Dr. Hans-Jochen Vogel / 1960 - 1972
Dr. Hans-Jochen Vogel wurde am 3. Februar 1926 in Göttingen geboren. Nach Volksschule und Gymnasium musste er zur Wehrmacht und wurde im Krieg zweimal verwundet. Nach der Gefangenschaft studierte er in München Jura und legte beide Staatsexamina ab. 1950 trat er der SPD bei.
Seine Berufslaufbahn begann Vogel im Februar 1952 als Assessor im Bayerischen Staatsministerium der Justiz. Am 1. August 1954 wurde er zum Amtsgerichtsrat in Traunstein ernannt. Im April 1955 berief ihn der damalige Ministerpräsident Dr. Wilhelm Hoegner in die Bayerische Staatskanzlei. Im Mai 1958 wurde er vom Stadtrat der Landeshauptstadt zum berufsmäßigen Stadtrat und Leiter des Rechtsreferates gewählt.
Im März 1960 und im März 1966 wurde er von der Münchner Bevölkerung zum Oberbürgermeister gewählt. Er war Vorsitzender des Bayerischen Städteverbandes und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Städtetages. Nach seinen eigenen Worten stellten sich für die bayerische Landeshauptstadt in seiner Amtszeit folgende Aufgaben: "Nach dem weitgehenden Abschluss des Wiederaufbaus ist die Entwicklung Münchens von drei Umständen gekennzeichnet: von dem stürmischen Wachstum unserer Bevölkerung, von der sprunghaften Zunahme des Verkehrs und den Verpflichtungen, die München als europäischem Kultur- und Wirtschaftszentrum über seine Grenzen hinaus auferlegt sind. Daraus ergeben sich vier besonders große Aufgaben:
Regional- und Stadtplanung
Wohnungs- und Städtebau
Verkehrsausbau, insbesondere der U-Bahn-Bau und
der Ausbau und die Verbesserung aller städtischen Einrichtungen, die zur Befriedigung der elementaren Bedürfnisse unserer Bürger notwendig sind, vor allem auf dem Gebiet des Schul- und Krankenhauswesens, der Wasser- und Energieversorgung, der sozialen Investitionen und des Sports und der Leibesübung."
Zu diesen Aufgaben kam die Vorbereitung der Olympischen Spiele des Jahres 1972.
4.444 Tage war Dr. Hans-Jochen Vogel Münchner Oberbürgermeister, bevor er 1972 die Amtskette, die er von Thomas Wimmer erhalten hatte, an Georg Kronawitter weitergab.