Foto: Stadtarchiv
Thomas Wimmer / 1948 - 1960
Thomas Wimmer wurde am 7. Januar 1887 in Siglfing bei Erding geboren. Er erlernte das Schreinerhandwerk. Vor und nach der Gesellenwanderschaft arbeitete er in einer Münchner Möbelfabrik. 1909 trat er in die SPD ein. 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, 1916 als Rüstungsarbeiter in die Heimat entlassen. Von 1919 bis zur Entlassung durch die Nationalsozialisten war er Assistent beim Münchner Arbeitsamt.
Am 8. November 1918 war Thomas Wimmer zum Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates gewählt worden; seit 31. Juli 1919 wählten ihn die Münchner Sozialdemokraten Jahr für Jahr zu ihrem ersten Vorsitzenden.
Von 1924 bis 1933 war Wimmer ehrenamtlicher Stadtrat und widmete sich vor allem den Personal- und Wohnungsfragen sowie den Gemeindefinanzen.
Nur einen Tag nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde er am 10. März 1933 in "Schutzhaft" genommen und kam danach wiederholt in Gestapogewahrsam.
Allen Anwandlungen von Resignation zum Trotz ließ er sich schon im Sommer 1945 von der amerikanischen Militärregierung wieder in die Pflicht nehmen und wurde im Münchner Rathaus zunächst 3. und 2. Bürgermeister.
Nach der Stadtratswahl vom 30. Mai 1948 wird Wimmer Oberbürgermeister. Mit seinem Namen verbindet sich die "Holzaktion" zur Sicherstellung der Brennstoffversorgung in den bitteren Nachkriegswintern ebenso wie der Aufruf zur allgemeinen Trümmerbeseitigung "Rama dama".
Er wurde zum Motor und zum Repräsentanten des Wiederaufbaus. Als besonders folgenreich hat sich dabei sein Widerstand gegen die Pläne erwiesen eine Verkehrsschneise für eine mehrspurige Autobahn mitten durch das Herz der Stadt zu schlagen:
"Wenn's nicht mehr fahren können, dann bleiben die Stinkkarren halt stehen."
1952 wählte ihn der Stadtrat und 1956 in der nun eingeführten Direktwahl das Volk erneut zum Oberbürgermeister.
Thomas Wimmer starb am 18. Januar 1964.