Hier schreibt der OB
07.03.2011
Verkehrspolitik: München
auf dem richtigen Weg
Die Münchnerinnen und Münchner bewegen sich immer umweltfreundlicher fort. Der Anteil des Autoverkehrs hat nach einer Studie des infas-Instituts für angewandte Sozialwissen-
schaft seit 2002 abgenommen - vor allem zugunsten des Fahrrads.
Mit 27 Prozent Autofahrern und weiteren zehn Prozent Mitfahrern ist der Anteil des Autoverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in München im Vergleich zu anderen Städten relativ gering. Seit 2002 ist dieser Anteil um vier Prozentpunkte zurückgegangen.
Der Anteil des Radverkehrs ist im gleichen Zeitraum von zehn auf 14 Prozent gestiegen. Und die öffentlichen Verkehrsmittel erfreuen sich unverändert großer Beliebtheit. Ihr Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen liegt bei 21 Prozent und damit auf konstant hohem Niveau. Unterschätzt wird oft der Anteil der Wege, die die Münchner zu Fuß zurücklegen. Er liegt bei 28 Prozent.
Der Trend zur immer stärkeren Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel ist auch ein Erfolg der städtischen Verkehrs- und Planungspolitik. Um die Belastungen durch den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren, setzt sie nicht nur auf Maßnahmen wie die Einführung der Umweltzone und des Parkraummanagements, sondern vor allem auf Verbesserungen für den Rad- und Fußgängerverkehr sowie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes.
Mit dem Planungsgrundsatz "kompakt - urban - grün" sorgt die Stadt zudem dafür, dass lange Wege zwischen Wohnung, Arbeit, Einkaufsstätten und Erholungsangeboten möglichst gar nicht erst anfallen und vieles zu Fuß oder mit dem Rad erledigt werden kann.
München will Deutschlands radlfreundlichste Großstadt werden. Mit der Kampagne "Radlhauptstadt München" hat die Stadt im vergangenen Jahr massiv dafür geworben, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Attraktiv wird diese Alternative durch zahlreiche Verbesserungen im Radverkehrsnetz, etwa den weiteren Ausbau der bereits über 1.200 Kilometer langen Radverbindungen im Stadtgebiet, die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung, eine einheitliche neue Beschilderung und zusätzliche Radl-Abstellplätze.
Parallel dazu baut die Stadt auch ihr Nahverkehrsangebot massiv aus. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat dazu im vergangenen Jahr eine Angebotsoffensive für die kommenden zehn Jahre gestartet. Allein in diesem Jahr investiert sie rund 150 Millionen Euro in Taktverdichtungen, Fahrzeuge und die Erweiterung des Netzes.
Nachdem Ende vergangenen Jahres das U-Bahnnetz um die beiden neuen Bahnhöfe Moosacher St.-Martins-Platz und Moosach erweitert wurde, steht in den nächsten Jahren der Ausbau des Trambahnnetzes im Mittelpunkt.
Mit der Einführung des neuen Fahrplans im Dezember nimmt die neue Tram nach St. Emmeram den Betrieb auf. Im Nahverkehrsplan sind darüber hinaus weitere neue Trambahnstrecken vorgesehen: Der neue Stadtteil Freiham soll von Pasing aus mit der Trambahnlinie 19 erschlossen werden. Im Münchner Norden soll die Trambahnlinie 23 bis zum U-Bahnhof Kieferngarten verlängert werden. Und zwischen den U-Bahnhöfen Kieferngarten und Am Hart soll die neue Linie 24 eine Verbindung schaffen.
Ausgebaut werden muss aber vor allem die S-Bahn, das Rückgrat des Münchner Verkehrsverbundes. Auch wenn die 2. Stammstrecke ein Vorhaben der Deutschen Bahn im Auftrag des Freistaats Bayern ist, hat die Stadt ein vitales Interesse an ihrer schnellen Realisierung!

Übrigens: Für Fragen, Anregungen und Kritik können Sie sich auch direkt an Oberbürgermeister Ude wenden.
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