Raum für Natur
Stadtgüter München ohne Gentechnik
Die Diskussion über Nutzen und Risiken der Gentechnik beherrscht seit Ende der 90er Jahre die Öffentlichkeit. Aus Sicht weiter Kreise der Verbraucher und der Landwirte kann der Gentechnik keine völlige Unbedenklichkeit bescheinigt werden.
Der Widerstand gegen den Einsatz der Gentechnik im Nahrungsmittelbereich wächst. Umfragen zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmitteln kritisch gegenüber steht, bei deren Produktion Gentechnik angewandt wird.
Der Münchner Stadtrat hat bereits im Februar 1999 eine Grundsatzdebatte zum Thema "grüne Gentechnik" geführt. Mehrheitlich wurde damals beschlossen, dass die städtischen Güter auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Produktionsmitteln verzichten. Über entsprechende vertragliche Regelungen sind auch die Pächter stadteigener landwirtschaftlicher Flächen dazu verpflichtet. Diesem Anliegen des Stadtrats konnte im Bereich der Stadtgüter München und der Liegenschaftsverwaltung reibungslos Rechnung getragen werden. Denn auch alle Pächter landwirtschaftlicher Flächen der Landeshauptstadt München haben sich verpflichtet, auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten. Damit ist sichergestellt, dass die elf städtischen Gutsbetriebe und die übrigen landwirtschaftlichen Flächen mit circa 3.000 Hektar Gesamtfläche gentechnikfrei sind.
Gentechnikfreie Zone München
Angesichts der bestehenden Sachlage bleibt als Konsequenz nur die Festlegung flächendeckender gentechnikfreier Zonen. Das sieht auch die Mehrheit des Münchner Stadtrates so.
Die Stadtgüter München als größter Landwirt im Großraum München haben sich deshalb 2004 der Initiative des Bayerischen Bauernverbandes angeschlossen und sind dem Aktionsbündnis "Gentechnikfreie Zone München" (Stadt und Landkreis) beigetreten.
Weitere Beispiele für solche freiwilligen Zusammenschlüsse sind der "Gentechnikfreie Landkreis Miesbach", der "Gentechnikfreie Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen" und die "Gentechnikfreie Region Freisinger Moos".
Der Stadtrat beschloss zudem, die Petition der Vereinigung europäischer Regionen und dem Netzwerk europäischer Umweltorganisationen Friends of the Earth Europe "Gentechnikfreie Regionen und Gebiete", die an die Europäische Kommission gerichtet ist, zu unterstützen. In der von Oberbürgermeister Christian Ude unterzeichneten Petition wird das Recht lokaler und regionaler Instanzen gefordert, selbst entscheiden zu können, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden dürfen oder nicht.
Mit dem Verbot des Anbaus der Genmaissorte MON 810 im Mai 2009 durch Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner sind derzeit keine gentechnisch veränderten Pflanzen für den kommerziellen Anbau in Deutschland zugelassen.
Standortregister
Im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind alle Flächen zu finden, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden (sollen), welche gentechnisch veränderte Eigenschaften und welche spezifischen Erkennungsmarker sie aufweisen.