
Baumarten
und Baumartenmischung
Der Stadtwald soll sich aus standortgemäßen Baum- und Straucharten zusammensetzen,
die sich über lange Zeiträume den Erfordernissen von Klima und Bodenverhältnissen
optimal angepasst haben. Die Artenvielfalt der natürlichen Waldgesellschaft
stellt das Ziel dar, das auf weiten Teilen des städtischen Waldbesitzes bereits
erreicht ist. Insbesondere zeigen die Baumartenanteile der bis 60jährigen Wälder
eine deutliche Zunahme der Laubholzanteile. Dieser Waldaufbau verringert das
Risiko von großflächigen Schadenseinbrüchen und Kalamitätsausdehnung (Massenkrankheiten).
Herkunftsgesicherte alte Waldbestände werden deshalb seit Jahren von der Forstverwaltung
beerntet und das bodenständige Saatgut zur Anzucht von Jungpflanzen verwendet.
In den letzten 20 Jahren wurden im Stadtwald 1.518 Kilogramm Buchen-, 430 Kilogramm
Eichen- und 5.181 Kilogramm Tannensaatgut gewonnen und daraus über 1,5 Millionen
Jungpflanzen für den eigenen Wald gesichert. Aus überdichtem Naturaufwuchs werden
sogenannte Wildlinge ausgezogen. Diese frischen Jungpflanzen haben in den Jahren
nach den Orkanen 1990 und 1999 viele Windwurflücken in den alten Fichtenwäldern
gedeckt. Die Buchenwälder am Isarhang bilden hierfür eine beinahe unerschöpfliche
Buchenpflanzenquelle.
Um im Stadtwald strukturreiche, stabile Waldökosysteme in der Nachfolge von
Reinbeständen zu schaffen, wurden in den vergangenen 15 Jahren 3.777.299 Pflanzen
gesetzt, davon 88 Prozent Laubbäume und 12 Prozent Nadelbäume. Die Erneuerung
durch natürliche Verjüngung in vorhandenen Mischbeständen wird durch Kurzhalten
der Schalenwilddichte erreicht, wobei das eigene Forstpersonal für die Durchsetzung
garantiert.
Artenschutz
Der städtische Wald ist ein Rückzugsgebiet vieler seltener Tier- und Pflanzenarten.
Die Waldbetreuung belässt absterbendes und totes Holz in ausreichender
Menge, so dass viele Rote-Liste-Arten geschützt sind. Mehrere Waldgrundstücke
der Stadt sind als schützenswerter Landschaftsbestandteil gesichert. Detaillierte
Artenfeststellungen dokumentieren hier die ökologische Vielfalt. Extremstandorte
wie Moore, Auen, Uferflächen und Schluchten reagieren sehr empfindlich auf menschliche
Eingriffe und erfordern besonderen Schutz.
Pflege
und Nutzung von Starkholzbestand
Holznutzende Eingriffe erfolgen mit mäßiger Stärke und in regelmäßigen Zeitabständen.
Im Regelfall werden reife Stämme bei passender Marktlage geerntet, gleichzeitig
qualitativ wertvolle, produktive und stabile Einzelbäume begünstigt. Ohne Kahlschlag
und extreme Freiflächensituation schafft diese Art der Walderneuerung günstige
Anwuchsbedingungen für die Jungpflanzen.
Der
Münchener Stadtwald ist unabhängig zertifiziert nach den Naturland
Richtlinien zur Ökologischen Waldnutzung und im Rahmen einer Gruppenzertifizierung
nach den Deutschen FSC-Standards.