Maria Peschek, Preisträgerin 2009

Kabarettpreis der Landeshauptstadt München 2009 an Maria Peschek

Jurybegründung

„Maria Peschek ist unbestritten eine Galionsfigur des Frauenkabaretts. Mit ihrer Bühnenfigur "Paula Pirschl" hat die waschechte Münchnerin den Prototyp der bayerischen Ratschkathl zum Leben erweckt, eine Person geschaffen, die die verborgenen Seiten in uns offenbart. Denn wenn die Paula über die Entmenschlichung unserer Gesellschaft schimpft, kritisiert sie nicht nur festgefahrene Systeme, sondern jeden Einzelnen - jeden, der sich verstecken will hinter einer Wand des Schweigens, des sich Nicht-Einmischens. Mehr als zwanzig Jahre kommentierte die gelernte Kindergärtnerin und Schauspielerin Peschek scharfzüngig Politik und Gesellschaft. Immer mit einem subtilen Blick auf das Wesentliche, aber Berührbare. Vielseitig ist die Peschek, wandelbar. Schreibt Theaterstücke, führt Regie, macht auch mal den Clown (wie in "Beppi und Charlie" mit Annette Spola). In ihrem aktuellen Solo "Und wer ist schuld?" verlässt sie ihre bewährten Pfade, hängt Paulas Schürze einfach an den Nagel. Selbstironisch und geistreich experimentiert sie mit neuen satirischen Darstellungs- und Vermittlungsformen - mal wunderbar poetisch, mal bitterböse. Pescheks literarische Qualität und darstellerische Kraft zeigen sich vor allem da, wo die Geschichte, die sie uns erzählt, unsere eigene wird, weil sie verdammt nah dran ist an der Wirklichkeit, an Liebe und Schmerz. Maria Peschek ist sich immer treu geblieben, verweigerte sich massenkompatiblen Kompromissen. Sie ist sie. Das ist ihre unglaubliche Stärke. Auch dafür gebührt ihr der Münchner Kabarettpreis.“
Homepage der Preisträgerin

Jury

Ulrike Bundschuh, BR; Nicole Graner, SZ; Till Hofmann, Lach-&Schieß; Albert Kapfhammer, Kultur und Spielraum; Luise Kinseher, Kabarettistin; Thomas Thieringer, SZ, und die Stadträte Dr. Ingrid Anker (SPD), Marian Offman (CSU), Thomas Niederbühl (Die Grünen/RL), Regina Salzmann (SPD) und Elisabeth Schmucker (CSU)

Nähere Informationen: telefonisch unter (089) 233-25153, oder E-Mail jutta.noack@muenchen.de