
„Rolf Müller gehört seit vielen Jahren zu den führenden, international hochgeachteten Designerpersönlichkeiten in München. Besonders durch seine visuelle Gestaltung der Olympischen Spiele 1972 ist er hier auch weit über Fachgrenzen hinaus bekannt geworden. Zentrale Themen seines gestalterischen Werkes sind Corporate Design, Entwicklung von Informations- und Orientierungssystemen, Plakate, Publikationen und Ausstellungen. Die Philosophie des seit 1967 in München lebenden Designers ist es, eindeutige Zeichen zu setzen und damit Geschichten zu erzählen. Rolf Müllers humane Haltung, seine ganz-heitliche, intuitive und analytische Arbeitsweise, hat auf nachfolgende Generationen von Kommunikations-Designerinnen und -designern stilbildend gewirkt. Rolf Müller hat sich dabei nicht von Kommerz und Marketing vereinnahmen lassen, er hat aber immer den Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft gesucht. So entstand eine leise und formal integre Designsprache, die auf das Wesentliche gerichtet ist. Beispielhaft sind seine Plakate – sie wirken in ihrem unverwechselbaren Ausdruck klar und nur scheinbar einfach, besitzen jedoch zugleich eine formal überzeugende Intelligenz. Seine Fähigkeit, konstruktiv zu denken zeigt sich u.a. im Erscheinungsbild des 11. Olympischen Konresses Baden-Baden und in seiner Studie über Informationssysteme für den Flughafen München.
Die für die Ausbildung und Lehre bedeutsamste und bis
heute einflussreiche Arbeit Rolf Müllers war die Herausgabe und Gestaltung des
internationalen Design-Magazins HQ - High Quality (1985 –
1998) im Auftrag der Heidelberger Druckmaschinenfabrik. Die inhaltliche
und gestalterische Qualität dieses Magazins ist bis heute
unerreicht und hat bleibende Maßstäbe gesetzt. HQ
ist ein Manifest für die Lust und Freude an sinnvoller,
intelligenter Gestaltung. Rolf Müller ist ein
Design-Klassiker, dem kritisches Hinterfragen wichtig ist und der das
menschliche Maß nicht aus den Augen verloren hat.
Homepage des Preisträgers
Dr. Helmut Bauer, Münchner Stadtmuseum; Prof. Friederike Girst, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg; Dr. Gerhard Hojer, Bayer. Kunstgewerbeverein; Boris Kochan, Typographische Gesellschaft München; Yvonno Schwemer-Scheddin, Designerin; Danilo Silvestrin, Designer; Hans-Hermann Wetcke, ehem. Leiter des Design Zentrums München, sowie Stadtrat Thomas Niederbühl.