
Foto: Christine Strub
Münchner Übersetzerpreis 2009 an Rudolf Hermstein
Jurybegründung
„Rudolf Hermstein ist einer der erfahrensten, kompetentesten und
bewährtesten Literaturübersetzer im deutschsprachigen
Raum. Er übersetzt seit mehr als 35 Jahren belletristische und
andere Bücher aus dem Englischen (dem britischen wie dem
amerikanischen). Seine Publikationsliste enthält über
hundert Werke, im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek werden (mit
Neuauflagen) über vierhundert Titel in seinen
Übersetzungen aufgeführt. Unter seinen Autoren finden
sich so bekannte Namen wie William Faulkner, Doris Lessing, H. P.
Lovecraft, Frank McCourt, Gore Vidal, Frederik Forsyth und Amitav Gosh,
aber auch weniger bekannte, dafür um so
spektakulärere Werke wie »Die letzte noch lebende
Rebellenwitwe erzählt« von Allan Gurganus, ein
monumentaler Roman in gesprochener Sprache – für
Übersetzer eine enorme Herausforderung, die Rudolf Hermstein
mit Bravour gemeistert hat. Auch der berühmte Roman »Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten« von Robert M. Pirsig und der zurzeit vielgerühmte
Roman »Lazarus« des bosnischen Wahl-Amerikaners
Aleksandar Hemon, den die Feuilletons als einen neuen Nabokov feiern,
wären ohne die brillante Übersetzung Hermsteins nicht
so stilgerecht im Deutschen angekommen. Neben all diesen
belletristischen Werken hat Rudolf Hermstein auch zahlreiche Sach- und
Fachbücher übersetzt, darunter so spezielle Kenntnisse erfordernde wie Joseph Horowitz’ Porträt des
Pianisten Claudio Arrau.
Rudolf Hermsteins Übersetzungen sind Musterbeispiele an
sorgfältiger Textdurchdringung und gewandtem Einsatz seines
reichen deutschen Sprachschatzes. Er versteht es meisterhaft, nicht nur
die unterschiedlichen Stile seiner Autoren, sondern auch die
verschiedenen Tonfälle der in ihren Büchern
auftretenden Personen so nachzubilden, dass seine
Übersetzungen sich bei aller Treue zur englischen Vorlage
stets wie deutschsprachige Originale lesen. In den Verlagen wird
Hermsteins Zuverlässigkeit, Vielseitigkeit und
Professionalität hoch geschätzt, unter den
Münchner Übersetzern ist er zudem einer der
kollegialsten; seit Jahrzehnten stellt er seine enorme Berufserfahrung
freigebig Jüngeren zur Verfügung, auch als
Lehrbeauftragter am Anglistischen Institut der
Ludwig-Maximilians-Universität.“
Jury
Der Jury des Übersetzerpreises gehörten in diesem
Jahr Dr. Maike Albath (Literaturkritikerin), Dr. Susanne Eversmann
(Lektorin Antje Kunstmann Verlag), Dr. Burkhart Kroeber
(Preisträger 2006), Patricia Reimann (Lektorin dtv), Rosemarie
Tietze (Preisträgerin 2003), Melanie Walz
(Übersetzerin) sowie die Stadträtinnen und
Stadträte Thomas Niederbühl (Die Grünen/RL),
Klaus-Peter Rupp (SPD), Ursula Sabathil (CSU), Regina Salzmann (SPD)
und Elisabeth Schmucker (CSU) an.
Die Preisverleihung durch Bürgermeisterin Christine Strobl und Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers
findet am 16. Juni, um 20.00 Uhr im Literaturhaus statt.
Weitere Informationen sind im Kulturreferat, Katrin Dirschwigl,
E-Mail katrin.dirschwigl@muenchen.de oder unter
www.muenchen.de/kulturfoerderung erhältlich.