26.05.2011
Förderpreise für Musik der Landeshauptstadt München 2011 an
Micha Acher, Gregor „Amadeus“ Böhm, Geoff Goodman und Albert Pöschl
Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat in seiner heutigen
Kulturausschuss-Sitzung das Votum der Jury bestätigt, je einen
mit 6.000 Euro dotierten Musikförderpreis an Micha Acher,
Gregor „Amadeus“ Böhm, Geoff Goodman und
Albert Pöschl zu vergeben. Die Förderpreise
für Musik werden seit 1999 biennal verliehen. Ausgezeichnet
werden künstlerisch herausragende Leistungen bzw.
ungewöhnliche künstlerische Positionen in allen
Stilrichtungen der zeitgenössischen Musik (E-Musik, Jazz,
„neue Volksmusik“) und allen
künstlerischen Bereichen (Komposition, Arrangement,
Interpretation). Entscheidend für die Beurteilung sind die
aktuellen Leistungen und das bisherige Schaffen der
Künstlerinnen und Künstler.
Die Jury für die Vergabe der Musikförderpreise 2011
setzte sich gemäß Stadtratsbeschluss wie folgt
zusammen: Christiane Böhnke-Geisse, Tobias Frank, Sachiko
Hara, Oliver Hochkeppel, Klaus Kalchschmid, Christian Kiesler und die
Stadträte Dr. Reinhard Bauer (SPD), Beatrix Burkhardt (CSU),
Haimo Liebich (SPD),Thomas Niederbühl (Grüne/Rosa
Liste) und Marian Offman (CSU). Sie begründete ihr Votum wie
folgt:
Micha Acher
Der Trompeter, Bassist, Komponist und Produzent Micha Acher ist
– oft an der Seite seines Bruders Markus – mit
Bands wie The Notwist, Lali Puna, Tied & Tickled Trio oder MS
John Soda die Schlüsselfigur und das Aushängeschild
der sogenannten Weilheimer Szene. Er ist entscheidend dafür
verantwortlich, dass München inzwischen auch international als
Pop-Stadt wahrgenommen wird. Er bearbeitet dabei das ganze Spektrum von
Pop über Elektro bis zum Jazz – mittlerweile auch
unter dem Alien-Signet und vertrieben vom eigenen Alien
Transistor-Label – und sucht den interdisziplinären
Kontakt vom Hörfunk bis zum Theater. So übernahm er
unlängst am Volkstheater die musikalische Leitung bei
Christian Stückls "Dreigroschenoper"-Inszenierung. Projekte
mit amerikanischen Musikern wie den 3 Shades, dem Jazzschlagzeuger
Billy Hart oder aktuell mit 13+God, mit dem Saxpohonisten Johannes
Enders, dem Berliner Andromeda Mega Express Orchestra oder dem Modern
String Quartet belegen die Vielseitigkeit, den Fleiß und die
Kompromisslosigkeit von Micha Acher, der seinen jeweiligen
musikalischen Vorstellungen alles andere, auch das Wirtschaftliche,
unterordnet.
Gregor „Amadeus“ Böhm
Gregor Böhm alias „Amadeus“,
Sänger und „Multi-Instrumentalist“, ist
derzeit einer der aktivsten Münchner Pop-Musiker,
außerdem einer der aktuell herausragendsten Münchner
Kulturschaffenden in diesem Bereich. Er betreibt neben seinen
zahlreichen Bands und Projekten auch das Münchener
Flowerstreet Records Label, das in seiner bisher noch sehr jungen
Geschichte für viele Münchener Pop-Neuentdeckungen
verantwortlich zeichnet, wie Pardon Ms. Arden, The Exclusive oder die
wundervollen TUO. Zusätzlich zu diesem riesigen Arbeitspensum
veranstalten er und sein Team Monat für Monat auch noch
Konzerte und jährlich im September das Flowerstreetfestival
mit 30 Bands. Gregor Böhm ist mittlerweile zu einem
unersetzlichen Teil der erfreulich bunten Münchner Szene
geworden.
Geoff Goodman
Der amerikanische Gitarrist und Komponist Geoff Goodman lebt bereits
seit 1986 in München und prägt seitdem das
kulturelle, musikalische Geschehen unserer Stadt maßgeblich
mit. Anfänglich zumeist im Duo mit dem Saxophonisten Chris
Hirson auf den Münchner Musikbühnen anzutreffen, hat
Geoff Goodman im Laufe der Jahre viele wichtige Formationen
gegründet. Mit diesen eigenen Projekten, die oftmals
Münchner Musiker und Musiker aus Deutschland oder dem Ausland
zusammenbringen, gelingt es Geoff Goodman, ausgedehnte Tourneen durch
Deutschland und Europa zu organisieren. Neben seinen hervorragenden
Qualitäten als Musiker beweist Geoff Goodman damit sein
organisatorisches Talent, das sich auch in seiner umfangreichen
Diskographie (bislang insgesamt 16 eigene Aufnahmen und 10 Aufnahmen
als Sideman) widerspiegelt. Neben seiner ausgiebigen
Konzerttätigkeit ist Geoff Goodman seit 1988 als Lehrer
für Gitarre, Musiktheorie und Ensembleleitung am Jazzprojekt
des Freien Musik Zentrums in München tätig.
Geoff Goodman, der auch Banjo und Mandocello spielt, wird nicht
müde, sich immer wieder neuen musikalischen Herausforderungen
zu stellen. Genreübergreifende jüngere Projekte wie
„Tabla and Strings“ oder „jazz and
haiku“ sprechen für seinen Sinn für das
Außergewöhnliche und seinen Mut, die Grenzen im Jazz
auszuloten und neu zu definieren.
Albert Pöschl
Albert Pöschl bereichert seit Jahren die Münchner
Musikszene mit seinen zahlreichen Projekten. Sein Giesinger Label und
Tonstudio „Echokammer“ ist auf Münchner
Themen spezialisiert. Seine Veröffentlichungen zeichnen sich
gleichzeitig aber immer auch durch gewisse Universalität und
Internationalität aus. Die Bands auf seinem Label (Kamerakino,
Salewski, Queen of Japan, Hans Platzgumer, Dis*ka, Die Moulinettes)
bezeugen, dass München popmusikalisch nicht so provinziell
ist, wie oft behauptet wird. Er selbst ist Bassist und Mastermind bei
seinen zahlreichen Projekten: „Das Weiße
Pferd“, mit Musikern aus dem Kamerakino-Umfeld, bei
„Dis*ka“, zusammen mit dem „Goldene
Zitronen“-Schlagzeuger Enno Palluca und dem Pop-Autor Didi
Neidhard sowie bei der „echt“ Münchner
Band Suzie Trio, gemeinsam mit Rochus Boulanger und Martin Lickleder.
Weitere Projekte sind das Disco Pop-Art Projekt „Queen of
Japan“ (bzw. „King Of Japan“ mit
Sänger Austrofred) sowie das Dub Projekt
„Lion´s Den 63“. Albert Pöschl
war maßgeblich als Kurator der Livebands beim Puerto Giesing
beteiligt. Er hatte die musikalische Leitung bei dem
Tanz-Performanceprojekt „Edmund – Touch me
Tiger“ (Regie: Inga Helfrich) in der Muffathalle und bei
„The Bleak House FREMD IM PARADIES - Eine
Tanztheater-Produktion“ von Stefan Dreher im i-camp. Und er
ist nicht zuletzt auch als DJ tätig, beispielweise in der
Reihe „Munich Rumble“ zusammen mit
Zündfunk-Moderator Ralf Summer.
Die Verleihung der Preise wird am 19. Juli um 19 Uhr im MUG – Münchner Untergrund im EINSTEIN Kulturzentrum stattfinden.
Nähere Informationen per E-Mail: presse.kulturreferat@muenchen.de oder unter www.muenchen.de/kulturfoerderung.
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