Bild des humanistischen Gymnasiums um 1913
Das humanistische Gymnasium mit sämtlichen 126 Schülern und der Lehrerschaft beim Abschied des Gründungsrektors Otto Kronseder, 1913.

Schulstadt Pasing

Die ehemalige Lehrerbildungsanstalt, spätere Pädagogische Hochschule und jetzige Fachhochschule, am Stadtpark sowie das gegenüberliegende Gymnasium (seit 1963 Karlsgymnasium) bilden Schwerpunkte der Schulstadt Pasing. Ihre Anfänge gehen auf das Jahr 1910 zurück, als man nach der Stadterhebung mit qualitätvollen pädagogischen Einrichtungen die Attraktivität Pasings weiter steigern wollte. Bis dahin hatten nur die Englischen Fräulein höhere Schulbildung in Pasing vermittelt.

Als Sitz der zweiten Kgl. Bayerischen Lehrerbildungsanstalt (nach Freising) etablierte sich Pasing als Standort für die Volksschullehrerausbildung, vollzog auch deren Akademisierung nach dem Zweiten Weltkrieg und Eingliederung in die Universität 1972 noch mit. Erst 1985 brach die Pasinger Tradition mit dem Umzug des erziehungswissenschaftlichen Fachbereichs an die Leopoldstraße ab.

Blick über den Ausläufer der Waldkolonie mit den Schulgebäuden; im spitzen Winkel der »Adolf-Hitler-Platz«; Aufnahme von 1935.
Blick über den Ausläufer der Waldkolonie mit den Schulgebäuden; im spitzen Winkel der »Adolf-Hitler-Platz«; Aufnahme von 1935. Die Lehrerbildungsanstalt wurde in diesem Jahr nach dem gerade verstorbenen nationalsozialistischen Kultusminister in Bayern in »Hans-Schemm-Hochschule für Lehrerbildung« umbenannt und erhielt einen bevorzugten Rang in der nationalsozialistischen Bildungspolitik. Ihren Expansionsansprüchen musste auch das benachbarte humanistische Gymnasium weichen, das in das Gebäude am Schererplatz einquartiert wurde. Während der Großteil der Lehrerschaft sich nach der »Machtergreifung« mit den neuen Verhältnissen arrangierte, ragen einige Pädagogen heraus, die sich persönlich und in ihrer Arbeit der neuen Ideologie verweigerten. Dazu gehörten der Oberstudienrat Hugo Fey, der auch Stadtrat der Bayerischen Volkspartei war, und Dr. Paul Diehl. Für ihre resistente Haltung mussten sie viele Schikanen unter dem Regime erleiden.
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