

Die ansteckenden und gefürchteten Leprakranken wurden im Mittelalter an die Burgfriedensgrenze der Stadt verbannt. So wie im 13. Jahrhundert bereits auf dem rechten Isarhochufer am Gasteig, wurde im 14. Jahrhundert am heutigen Nikolaiplatz ein Leprosenhaus errichtet. Das »Sondersiechenhaus« wurde Anfang des 19. Jahrhunderts geschlossen und später abgerissen. Auch die zugehörige Nikolaikirche wurde 1897 gegen erhebliche Widerstände »demoliert« – darauf weist die Tafel des Bildhauers Georg Rödel an der westlichen Fassadenfront des Platzes hin.
Bürgerprotest war dagegen rund 80 Jahre später erfolgreich, um den Abriss der Seidlvilla zu verhindern und schließlich nach weiteren zehn Jahren die Nutzung als Bürgerzentrum durchzusetzen. Seit 1991 locken Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen, Lesungen, die Münchner Volkshochschule, Sitzungen der Vereine und des Bezirksausschusses und nicht zuletzt verschiedene Festlichkeiten jährlich mehrere
Die Seidlvilla – kurz nach ihrer Erbauung durch Emanuel v. Seidl um 1905. Der trutzige historistische Bau wurde u.a. in den 1980er Jahren als Polizeiinspektion genutzt, bis anhaltendes Engagement im Stadtteil schließlich dazu führte, dass der Verein »Bürgerzentrum Seidlvilla« das Haus übernehmen konnte.
Weiter zum Schloss Suresnes
Zurück zur Trautenwolfstraße
Zurück zur Inhaltsübersicht
Zur Übersichtskarte