Blick aufs Schloss Suresnes

Das Suresnes-Schlössl um 1910

Schloss Suresnes

Das Schlösschen an der Werneckstraße ist einer der wenigen erhaltenen »Edelsitze« in Schwabing. Adelige Würdenträger des Wittelsbacher Hofes ließen sich vor den Toren der Residenzstadt nieder und bauten sich je nach Vermögen ihren Wohnsitz aus. Suresnes wurde für einen Kabinettssekretär des Kurfürsten Max Emanuel 1718 durch den Hofbaumeister Johann Baptist Gunezrainer erbaut und nach dem gleichnamigen Schloss nördlich von Versailles benannt. Hier hatte der Kabinettssekretär von Wilhelm zusammen mit dem Kurfürsten einige Monate während dessen Exilzeit verbracht.

Später lebten und arbeiteten zwei berühmte Künstler zeitweise in dem Barockbau: die von Ludwig II. hochgeschätzte Bildhauerin Elisabeth Ney Ende der 1860er Jahre, und Paul Klee von 1919 bis 1920, als er an das Bauhaus nach Weimar berufen wurde. Der Schriftsteller und Revolutionär Ernst Toller verbarg sich hier nach der Niederschlagung der Räterepublik im Mai 1919 drei Wochen lang hinter einer Tapetentür im Atelier des Malers Hans Reichel, bevor er durch Verrat entdeckt und zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt wurde.

Heute gehört Suresnes der »Katholischen Akademie in Bayern«, die sich um Renovierung und Erhalt des Schlosses genauso wie des angrenzenden Viereckhofs an der Feilitzschstraße verdient gemacht hat.

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