

Über den 1959 mit einem »Musenbrunnen« versehenen und dem Dichter gewidmeten Wedekindplatz gehen wir durch Schwabings »Kneipenmeile« in Richtung Englischer Garten. In den vergangenen 50 Jahren, von der singenden Kneipenwirtin Gisela bis zur Karaoke-Bar, hat der Gastronomie- und Unterhaltungsbetrieb das Viertel fast gänzlich erobert. Kaum einer weiß noch, dass anstelle von McDonalds ein »Einheitspreisgeschäft« seine Ware anbot und anstelle des Theaters am Sozialamt (Haimhauserstr. 13a) ein öffentliches Wannen- und Brausebad seine Dienste leistete. Vom Kneipentrubel hebt sich das »TamS« indessen wohltuend ab – genauso wie die »Münchner Lach- und Schießgesellschaft« (an der Ecke Ursulastraße), die 1956 von Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt gegründet wurde. Sie übernahm eine Pionierrolle für die Durchsetzung des Kabaretts als kritische Instanz der Gesellschaft. Rundfunk und Fernsehen sorgten für die überregionale Ausstrahlung – nicht nur im Wortsinn – der Programme.

Die damalige Mannschaft der Lach- und Schießgesellschaft:
Sammy Drechsel, Hans Jürgen Diedrich, Jürgen Scheller, Dieter Hildebrandt, Ursula Noack, Walter Kabel, Klaus Havenstein und Klaus Peter Schreiner (v.r.n.l.) vor der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Die Aufnahme entstand zum Programm »Krisen-Slalom«. Foto von Paul Sessner, 1964
An der Haimhauserstraße wurden 1845 und 1875 die ersten Schulhausbauten in Schwabing errichtet. Kurz vor der Jahrhundertwende entstand dann Theodor Fischers markanter Neubau – von den Gemeindebevollmächtigten bewusst »mittelalterlich« gewünscht und mit Fassadenplastiken von Joseph Flossmann verziert; Foto von Georg Pettendorfer, 1904
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