Stadtteilkultur – Herausforderungen für die Zukunft

Herausforderungen für die Zukunft: Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die in den kulturellen Zentren bürgerschaftlich Engagierten teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Größere Einrichtungen erfordern Formen des Managements, die nicht mehr auf der Basis ehrenamtlichen Engagements zu erbringen sind. Die mit Beschluss des Kulturausschusses vom 20.07.2000 eingeführte Teilprofessionalisierung stellt in dieser Hinsicht einen Meilenstein dar, bleibt jedoch in ihrer Wirkungskraft in dem Maße begrenzt, wie auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Kommune an Grenzen stoßen. Erschwerend kommt der allgemeine Rückgang des ehrenamtlichen Engagements in Form einer langfristig angelegten und verlässlichen Bindung hinzu. Viele Vereine beklagen fehlenden Nachwuchs, Trägervereine für kulturelle Einrichtungen sind da kein Einzelfall. Gesellschaftliche Veränderungen wirken sich jedoch nicht nur in Bezug auf eine veränderte Haltung zum Ehrenamt aus. Angesichts der soziodemographischen Entwicklung in den Großstädten gilt es, den Blick verstärkt darauf zu richten, dass sich bisher in der Stadtteilkultur unterrepräsentierte Gruppen wie etwa Migrantinnen und Migranten den Zugang zu Einrichtungen und Projekten der Stadtteilkultur erschließen. „Kultur für alle“ muss auch der Vielfalt der über 500.000 Münchnerinnen und Münchner mit Migrationshintergrund aus mehr als 180 Nationen gerecht werden. Um ein „Bürgerrecht Kultur“ und die damit verbundene Chancengleichheit in Bezug auf Kultur und Bildungsangebote einzulösen, bedarf es der interkulturellen Orientierung und Öffnung der stadtteilkulturellen Einrichtungen.

Mit dem Beschluss „Kultur im Stadtquartier“ hat die Vollversammlung des Münchner Stadtrates am 4. Oktober 2007 die Bedeutung der Stadtteilkultur gewürdigt und auf der Basis einer umfassenden Bestandsaufnahme auch zukünftige Aufgaben und Problemstellungen benannt: Verbesserungen bei der Zusammenarbeit der Akteure, Maßnahmen zur Förderung von Kommunikation und Vernetzung, die Entwicklung von Ausgleichsmaßnahmen zugunsten derjenigen Gebiete, die ohne stadtteilkulturelle Infrastruktur auskommen, die verstärkte Wahrnehmung benachteiligter Stadtteile u.a.m.; deutlich hingewiesen wurde außerdem auf die Notwendigkeit, diesen Bereich finanziell aufzustocken. Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Transparenz stellen die mit demselben Beschluss in Kraft getretenen „Ziele und Kriterien für die Förderung der Stadtteilkultur“ dar.

Das Problem der unzureichenden personellen Ausstattung zahlreicher Trägervereine von bestehenden stadtteilkulturellen Einrichtungen wurde von Kulturreferent Dr. Hans -Georg Küppers gleich zu Beginn seiner Amtszeit aufgegriffen. Ziel war, die Trägervereine in die Lage zu versetzen, die Immobili­en, für deren Entstehung und Betrieb sie in erheblichem Umfang ehrenamtliches Enga­gement investiert haben, auch nachhaltig und im Sinne des kulturpolitischen Auftrags der Landeshauptstadt zu betreiben. Ebenso sollten Initiativen, die mit geringer oder ganz ohne eigene Infrastruktur auskommen, durch zusätzliche Projektfördermittel darin unter­stützt werden, stadtteilkulturelle Programme in ihrem Lebensumfeld umzusetzen. Mit dem Beschluss „Stärkung der Stadtteilkultur“ entschied die Vollversammlung der Münchner Stadtrates am 20. Februar 2008, den Bereich der Stadtteilkultur finanziell besser auszustatten.

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