Kurzbiografien der Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahres 2010

In alphabetischer Reihenfolge


Satici Ferhat alias Yeni Anit

Yeni Anit

Juli bis August

Sein Künstlername Yeni Anit bedeutet aus dem Türkischen übersetzt „Neuer Koloss“. Zu diesem Namen hat sich der Künstler von Paul Austers Novelle Leviathan inspirieren lassen. Yeni Anit wurde 1973 in Kullis / Türkei geboren und schloss sein Studium der Bildenden Künste mit Schwerpunkt Bildhauerei an der Marmara Universität in Istanbul ab. Seine Doktorarbeit schrieb er über „Kunstplastiken und Cybernetic“. Er unterrichtet seit dem Jahr 2000 Bildhauerei und seit 2008 Neue Medien an der Marmara Universität in Istanbul und ist, zusammen mit Hülya Özdemir, Gründer der Video- und Kunstinitiative „Videoist“, die Istanbuler Videokünstlern eine Platform der Präsentation bietet.


Gülçin Aksoy

Askoy, Gülçin

Juli bis August

Man begibt sich mit Gülcin Aksoy auf eine besondere Reise, wenn man sieht, wie sie kleine Anekdoten zu kunstvollen Geschichten zusammenführt. Ihre Arbeiten handeln hauptsächlich über Informationsaustausch, Kommunikation ist ihr Spezialthema. Gülcin spielt mit Material und Objekten wie mit Knetmasse. Ihre Kunstausbildung begann Gülçin Aksoy an der Universität für Malerei in Samsun, Türkei. Ihren Master und Doktor für bildende Kunst erhielt sie an der Mimar Sinan Universität in Istanbul. Dort ist sie seither als Dozentin tätig und erarbeitet ihre Werke häufig gemeinsam mit ihren Studenten.

Gülçin Aksoy ist Teil der Künstlergruppe Atilkunst, die vorwiegend soziale oder politische Ereignisse künstlerisch interpretiert.


Volkan Aslan

Aslan, Volkan

August

Der 1982 in Ankara geborene Volkan Aslan gehört zu den viel versprechenden türkischen Künstlern der jungen Generation für zeitgenössische Kunst. Er studierte Kunst in der Südtürkei, zuerst in Mersin, danach in Çukurova. Er hat an Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in Istanbul, aber auch in Frankreich, Deutschland, Italien, USA und Brasilien teilgenommen. Momentan beschäftigt er sich vor allem mit Video. Eine seiner letzten Arbeiten handelt von der Flagge als nationalem Symbol, wobei er herauszufinden versucht, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen darauf reagieren.


Maria Ćalić

Ćalić, Maria

März

Ursprünglich studierte Marija Ćalić Jura und schloss 1991 an der Universität Belgrad ab. Doch seit 1992 ist sie professionell als Fotografin tätig, machte 1995/96 noch einen speziellen Fotografie-Kurs in London an der St. Martin’s School of Art und ist seither vor allem in Serbien, aber auch international in zahlreichen Tageszeitungen, Wochen- und Monats-Zeitschriften, Magazinen, Katalogen und auf CD-Covern mit ihren Fotos vertreten. Sie ist Mitglied der serbischen Künstlervereinigung und hat ihre Arbeiten außerdem sowohl in Einzelausstellungen in Belgrad und London, als auch in einer Reihe von Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt 2008 in St. Étienne / Frankreich im Museum für zeitgenössische Kunst.

Der Titel der dortigen Ausstellung ist für ihre Arbeiten symptomatisch: „micro narratives“. Marija Ćalić arrangiert gerne Situationen und Menschen an ungewöhnlichen Orten in artifiziellen Kompositionen und erzählt so Geschichten mit Bildern. Religion, lokale Traditionen, Spurensuche in historisch und atmosphärisch aufgeladenen Orten sind wiederkehrende Themen. Während ihres Stipendiums möchte sie sich mit der ex-voto-Tradition und Votivgaben beschäftigen – gewiß ein lohnendes Thema in Bayern.


René Caparróz

Caparróz, René

April bis Juni

Deutschlehrer, Kurator, Kulturveranstalter, Reiseführer, Dolmetscher, Architekturhistoriker, Mechaniker, Fotograf, Marktforscher, das sind nur einige der Berufe, die der 1947 geboren Kubaner bisher ausgeübt hat. Studiert hat er u.a. an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Er war lange Zeit verantwortlich für die Pressearbeit des berühmten „Centro Wifredo Lam" – ein Museum für zeitgenössische Kunst aus Lateinamerika, Afrika und der Karibik. Seit vielen Jahren begleitet er Reisegruppen über die Insel und macht Architekturführungen. Er hat außerdem eine ansehnliche Sammlung mit Ansichten kubanischer Architektur zusammen getragen, nicht nur aus Havanna, sondern von den entlegensten Orten in den Provinzen, eine wunderbare architektonische Raritätensammlung.


Antonio Cosentino

Cosentino, Antonio

November

Der 1970 in Istanbul geborene Antonio Cosentino ist Absolvent der Mimar Sinan Akademie der Schönen Künste. Er erlangte erste internationale Reputation durch die Teilnahme und Mitbegründung von “Havriyat”, einem radikal neuen, wegweisenden, antizipatorischen Kunstprojekt, das im Jahr 1996 u.a. auch von Mustafa Pancar ins Leben gerufen wurde. “Havriyat” gilt zurecht als einer der Wegbereiter der aktuellen zeitgenössischen Galerieszene Istanbuls.
Seine erste Einzel-Ausstellung “Luna Park&rdquo fand 2002 in Istanbul statt. Er hat außerdem an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teilgenommen, u.a. in Österreich, Frankreich, Deutschland und dem Iran.


Thomas Cronen

Cronen, Thomas

Oktober

1983 in Neuss geboren, steht Thomas Cronen kurz vor dem Abschluß seines Medizinstudiums in Aachen. Der weitgereiste Mediziner – einen Teil seines praktischen Jahres verbrachte er in Indien – beschäftigt sich in seiner Doktorarbeit ungewöhnlicherweise mit einem eher literarischen bzw. medizinhistorischen Thema, nämlich mit Max Mohr (1891-1937) und dessen dreifache Identität als Jude, Arzt und Schriftsteller. Die Schnittstelle zwischen Medizin und Literatur hat den Wissenschaftler immer schon fasziniert und nachdem der Nachlaß von Max Mohr im Münchner Literaturarchiv Monacensia liegt und das den Wissenschaftler auch vorgeschlagen hat, wird Thomas Cronen seinen Aufenthalt in der Villa Waldberta vorwiegend für intensive Recherchen nutzen.

Zusammen mit seinem Doktorvater Florian Steger, der an der Münchner LMU den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin vertritt, hat Cronen schon zwei Aufsätze über den in der Weimarer Zeit gefeierten, aber mittlerweile fast vergessenen Theaterschriftsteller Max Mohr veröffentlicht. Mohr lebte seit 1920 in Rottach-Egern am Tegernsee, hat aber vor allem in München seine ersten literarischen Erfolge gefeiert und ist mit nur 46 Jahren im Exil in Shanghai 1937 gestorben.


Susana Pilar Delahante

Deahante, Susana

April bis Juni

Sie macht alles andere als leicht konsumierbare, romantische Fotos, die 1984 in Havanna geborene Künstlerin. Tod, Gewalt, Zerstörung, Vergewaltigung, Kapitalverbrechen, das sind ihre Themen, die sie oft mit eigenem Körpereinsatz inszeniert. Ihr Sinn für absurde Situationen sorgt aber auch immer wieder dafür, dass die verstörenden Bilder ins Skurrile kippen. Sie studierte an der San Alejandro Akademie in Kuba, setzte aber 2008 noch einen Abschluß am High Institute of Art in Kuba hinzu. 2009 war sie drei Monate als artist in residence in Montreal / Kanada. Ihre Werke waren außer in Kuba auch in Irland, Spanien, Belgien, den USA und Deutschland (z.B. am ZKM in Karlsruhe 2008) zu sehen.

Während ihres Aufenthaltes in der Villa Waldberta kam sie in Kontakt mit der niederländischen Organisation „Transartists“ in Amsterdam, wo sie anschließend zwei Monate als artist in residence überbrückt, so dass Susana Pilar Delahante dann nahtlos im September 2010 ihr einjähriges Stipendium am Zentrum für Kunst und Medientheorie in Karlsruhe antreten kann.

Susana Pilar Deahante hält in der Schwabinger Gedok-Galerie am 27.5.2010 um 19 Uhr einen Vortrag über die junge und zeitgenössische Kunstszene Kubas.



Jorge Delgado

Delgado, Jorge

April bis Juni

Seit ihrer gemeinsamen Zeit an der kubanischen Kunstakademie sind die beiden Maler Gordillo und Delgado befreundet; Delgado studierte dort von 1983-1987. Er wurde 1962 in Havanna geboren und arbeitete nach Beendigung seines Studiums bis 1997 beim Instituto Cubano de Radio y Television. Dort war er für Dekorationen, Bühnenbilder und Hintergründe verantwortlich. Auch er verarbeitet in seinen Werken immer wieder die „Afro-Linie“, wie er sie selbst nennt, Kindheitserlebnisse, die er mit okkulten und spirituellen Elementen aus seiner Religion, dem „Bantu“ verbindet. Der Tod und der Kult um die Toten spielt eine große Rolle in seinen Bildern und spiegelt damit auch den Alltag Kubas wieder. Delgado ist mittlerweile weit über die Grenzen Kubas bekannt. Seine Werke waren schon in Deutschland (z.B. in der Münchner Artothek 2008, zusammen mit Gordillo), den USA und in vielen Ländern Lateinamerikas zu sehen.

Beide Maler bereiten während ihres München-Aufenthalts eine Ausstellung vor, die 2011 in der Pasinger Fabrik gezeigt werden soll.


Adela Demetja

Demetja, Adela

November 2009 bis Januar 2010

Die 1984 in Tirana geborene albanische Künstlerin studierte Malerei und Photographie an der Kunst-Akademie in Tirana; 2006 schloss sie mit dem Diplom ab. 2006/07 war sie als Gaststudentin an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und bekam 2007/08 als Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung eine Ausbildung als Kulturmanagerin mit Diplom „Europäisches Kulturmanagement“. Im Rahmen dieses Programms konnte sie als Gast-Kuratorin an der Städtischen Kunsthalle lothringer13 in München Erfahrungen sammeln.

Adela Demetja lebt und arbeitet momentan als freischaffende Kuratorin, Kulturmanagerin und Künstlerin zwischen Albanien und Deutschland. Sie hat mittlerweile eine ganze Reihe von verschiedenen Ausstellungen, Festivals und anderen Kunstveranstaltungen mit organ/ert und kuratiert, u.a. war sie bei der dritten Tirana Biennale dabei oder in Berlin bei „My Space Tirana“ und immer wieder in der lothringer13 in München. Als Künstlerin arbeitet Adela Demetja vor allem mit Fotografie und Video. Auch mit ihren eigenen Werken hat sie Ausstellungen realisiert, zuletzt 2009 mit „Südlicht“, eine Soloshow, in der 18m Galerie Berlin; weitere Ausstellungen fanden in Kopenhagen, Görlitz, Laafeld / Österreich und Wien statt.

Adela Demetja bereitet eine Ausstellung über den albanischen Künstler Armando Lulaj vor, die Anfang 2010 in der lothringer13 stattfinden wird.


Eric Dupont

Dupont, Eric

Oktober bis Dezember

Eric Dupont wurde 1970 in Amqui (Gaspésie) geboren. Im Alter von 16 Jahren verlässt er seine Heimat Gaspésie, um ein Jahr in Österreich zu studieren. Danach zieht es ihn in die Großstadt – er lebt insbesondere in Ottawa, Salzburg, Berlin, Montréal und Toronto, wo er sechs Jahre lang unterrichtet. 2004 veröffentlicht er seinen ersten Roman « Voleurs de sucre » (Zuckerdiebe), welcher mit dem Jovette-Bernier- Preis ausgezeichnet wird. 2006 veröffentlicht er « La Logeuse » (Die Vermieterin), einen satirischen Roman, der bei dem von Radio Canada veranstalteten Wettbewerb „Combat des livres“ (Kampf der Bücher) als Sieger hervorgeht. 2008 bringt er den autobiographischen, von der Kritik gelobten Roman „Bestiaire“(Das Bestiarium) heraus. Eric Dupont unterrichtet Übersetzung an der Universität McGill und lebt in Montréal. Seine Werke kennzeichnen das unerwartete Eingreifen des Übernatürlichen in die reale Welt, ein manchmal beißender Humor und ein leichter Ton, der jedoch der Tiefgründigkeit keinen Abbruch tut.

Er arbeitet an einem vierten Roman, der sich zum Teil in Königsberg in den vierziger Jahren abspielt. Bei diesem anspruchsvollen Literaturprojekt mit dem provisorischen Titel « Tourisme » (Tourismus) beabsichtigt der Verfasser, von drei Gestalten zu erzählen, die sich auf einer Reise wider Willen befinden. Diese drei Reiseberichte verflechten sich im Laufe der Geschichte des 20.Jahrhunderts, um dann in Rom zu dem Libretto der Puccini- Oper Tosca zu einem tragischen Höhepunkt zu gelangen.


Inci Furni

Furni, Inci

November

Inci Furnis Werke kreisen in Zeichnungen, Malereien, Skulpturen und Installationen vor allem um aktuelle Themen und Konstruktionen von Genderrollen in der heutigen türkischen Gesellschaft.

So entwarf sie beispielsweise 2007 einen explizit weiblich aussehenden Zinn-Roboter, der eine Kreuzung zwischen Maschine und sozialem Organismus verkörpert. Dieses kraftvolle und symbolische Werk  stellt eine subjektive Interpretation der sozialen Transformation in der Türkei dar. Inci Furni arbeitete bei vielen Projekten mit Ali Taptik zusammen, der im Sommer 2010 in der Villa Waldberta zu Gast war.


Deniz Erbas

Erbas, Deniz

Juli bis August

1978 in Istanbul geboren, studierte Deniz Erbas Art Management an der Yildiz Technische Universität Istanbul. 2007 begann sie, als Kuratorin Ausstellungen zu organisieren, vor allem in Istanbul, aber auch u.a. in Georgien (Artiserium), in Deutschland (7 Istanbul) und in Zypern (Art in Nicosia). Sie hat an diversen Diskussionsforen in Istanbul und Deutschland teilgenommen und wirkt auch als Übersetzerin und Verfasserin von Kunstkatalogen. Seit 2009 ist sie Mitglied von Aica Turkey (international association of art critics) und seit 2008 stellvertretende Direktorin für visuelle Kunstprojekte im Rahmen des Programms der Kulturhauptstadt Europa Istanbul 2010.


Özgür Erkok

Erkok, Özgür

Dezember

1981 in Ankara geboren, arbeitet und lebt Ögür Erlök heute in Istanbul. 2005 schloss er sein Studium der Bildende Künste an der Mimar Sinan Universität ab und machte 2006 seinen Master in „Performance Art as Activizm“ an der technischen Universität Yildiz. Außerhalb seiner Arbeit mit der Künstlergruppe HaZaVuZu hat er seine Arbeiten in zwei Solo-Ausstellungen in Istanbul gezeigt, aber auch an internationalen Gruppen-Ausstellungen, Videoscreenings und Performances teilgenommen, u.a. in der Schweiz, in Belgien oder im Deutsches Architekturmuseum Frankfurt Mehr Informationen finden Sie unter www.ozgurerkok.blogspot.com.


Michael von Gaffenried

von Gaffenried, Michael

August und September

Der renommierte Fotograf Michael von Graffenried wurde 1957 in Bern geboren, lebt und arbeitet aber schon seit über 20 Jahren in Paris. Er ist soeben mit dem Dr. Erich Salomon Preis ausgezeichnet worden, der höchste Preis, den die Deutsche Gesellschaft für Photographie jährlich für „vorbildliche Anwendung der Photographie in der Publizistik“ zu vergeben hat. Graffenried gilt als einer der eigenwilligsten Fotografen der Gegenwart und ist seit über 30 Jahren als konsequenter Grenzgänger des Mediums unterwegs. Seine Themenbreite ist außergewöhnlich vielfältig, die Grenzen zwischen Photojournalismus und Kunst verwischen sich in seinem Werk zusehends.

Als einer der Ersten publizierte er Langzeitprojekte medienübergreifend und mitunter auch im öffentlichen Raum. So waren für seine Arbeit Cocainelove verschiedene Motive über ein drogenabhängiges Paar als Plakate auf kommerziellen Werbeflächen in vielen schweizer Städten zu sehen. Diese Aktion wurde als ein Manifest zur Erneuerung des Bildjournalismus wahrgenommen. Schon seine erste große Photoreportage „Nackt im Paradies“ war Langzeit über 10 Jahre angelegt und handelte von den „Lichtfreunden“, also den Naturisten am Neuenburgersee. Eine heftige Kontroverse löste seine Arbeit „Our Town“ über die amerikanische Provinzstadt New Bern aus, quasi eine Schwesterstadt seines Geburtsortes und darüber hinaus von seinem Vorfahren Christoph von Graffenried 1710 gegründet.

Die Exotik zuhause hat Graffenried ebenso im Fokus wie beispielsweise die schwierigen Kriegszustände in Algerien und im Sudan. Sowohl in der Publikation seiner Arbeit, als auch im Einsatz der photographischen Technik ist Graffenried Vorreiter auf neuen Wegen. Als erster Photograph setzte er eine Panoramakamera systematisch für Reportagen ein, wie z.B. bei den Fotos über den algerischen Bürgerkrieg.

Michael von Graffenried ist für die Reihe „Monacensia international“ nach München eingeladen worden und begleitet künstlerisch die Jubiläumswiesn, also das 200jährige Oktoberfest 2010 mit seinen fotografischen Impressionen. Weitere Informationen unter: www.mvgphoto.com und www.ewgalerie.com


Francisco Gordillo

Gordillo, Francisco

April bis Juni

Der 1964 in Havanna geborene Künstler schloß seine Studien an der renommierten Kunstakademie in Kuba (Academia de Bellas Artes San Alejandro) im Jahr 1988 ab. Er hat in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowohl in Kuba als auch in anderen Ländern seine Werke ausgestellt. Seine Bilder, die stark von der afrokubanischen Spiritualität, der Santería, beeinflußt sind, finden sich auch in diversen privaten Sammlungen wieder, z.B. in den USA, Mexiko, Spanien, Deutschland, Italien und Portugal. 2008 wurden die Werke von Gordillo zusammen mit denen von Jorge Delgado in der Artothek München gezeigt.


Deniz Gül

Gül, Deniz

August Die 1982 geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Istanbul, wo sie ihren Universitätsabschluss in Bildender Kunst und Kommunikationsdesign gemacht hat. Sie arbeitet vor allem mit Fotografie, Video und Objekten und schafft Kunstwerke, die immer wieder um die Konstruktion von Identität und Raum kreisen. Gerne begibt sie sich dabei auf die Spuren urbaner Mythen. Deniz Gül hat seit 2004 nicht nur in Istanbul, sondern auch in Italien, Spanien, Österreich, Japan und Frankreich an Ausstellungen teilgenommen. www.denizgul.com

Ralph Hammerthaler

Hammerthaler, Ralph

Januar

Der Autor, geboren 1965 in Wasserburg am Inn, studierte in München, Berlin und Jena; seine Doktorarbeit in Soziologie hatte die „Politische Öffentlichkeit“ zum Thema. 1999 war er Kurator des Symposions „Räumungen – Von der Unverschämtheit, Theater für ein Medium der Zukunft zu halten“ am Bayerischen Staatsschauspiel in München. In den Jahren 2000 bis 2002 schrieb er als Kulturredakteur für die Süddeutsche Zeitung in Berlin.

2002 erschien sein erster Roman Alles bestens, sein zweiter Roman Aber das ist ein anderes Kapitel folgte 2007. Anfang 2010 kommt sein dritter Roman Der Sturz des Friedrich Voss heraus. Darüber hinaus ist er der Bühne als Autor verbunden, so z.B. durch die Theaterstücke Hier ist nicht Amerika (2004) und Schnappräuber (2005), das in spanischer Übersetzung (Depredador) auch in Mexiko aufgeführt wurde. 2006/07 war er außerdem Gastdramaturg an der Berliner Schaubühne.

Für drei Opern hat er bisher das Libretto geschrieben, nämlich Die Bestmannoper (2006), Moshammeroper (2007) und Der Schlaftöter (2009). In der Villa Waldberta hat Ralph Hammerthaler schon im August und September 2009 am Libretto für eine Kammeroper gearbeitet, die zusammen mit den Münchner Künstlern Christoph Reiserer (Musik) und Cornelie Müller (Inszenierung) als „Die Nacht des Brokers“ am 22. Februar 2010 in der Muffathalle uraufgeführt wird. Aber vorher präsentieren die drei Künstler im Stadtmuseum / Instrumentesammlung am 13.12.2009 um 11 Uhr ihr Vorhaben, deshalb ist Ralph Hammerthaler noch einmal in der Villa Waldberta.

Seine Arbeiten waren immer wieder auch preiswürdig. So erhielt er im Jahr 2000 das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste in Berlin und 2009 das Literaturstipendium des Berliner Senats; außerdem bekam er 2008 die Auszeichnung „Burgschreiber in Beeskow“ verliehen und darf sich nicht zuletzt mit dem schönen Titel Socio Honorario des Teatro Sombrero Azul aus Mexico City schmücken.


Ha Za Vu Zu

Ha Za Vu Zu

Dezember

Die türkischen Gäste des Monats Dezember verstehen sich als Gruppe und wollen deshalb als Kollektiv, nicht als Einzelkünstler vorgestellt werden. Ha Za Vu Zu ist über das Istanbul-Austauschprojekt „Byzantion Reloaded“ der beiden Münchner Kuratoren Bülent Kullukcu und Tuncay Acar eingeladen, die im Laufe des Herbst / Winter 2010 in diversen Veranstaltungen die junge und äußerst dynamische Kunstszene der diesjährigen Kulturhauptstadt Europa Istanbul präsentieren. Die Projektgruppe Ha Za Vu Zu besteht momentan aus fünf bildenden Künstlern aus Istanbul, vier Männern und einer Frau. 2005 gegründet, bewegt sich die Gruppe an der Schnittstelle von Musik und Bildender Kunst zwischen Installation, Performance und experimenteller Musik. Die Grenzen der Medien sind ebenso fließend wie die jeweilige Konstellation von Ha Za Vu Zu, die immer wieder andere Musiker und Künstler bei sich aufnehmen. Die Gruppe Ha Za Vu Zu ist international vernetzt und hat an zahlreichen Festivals und Ausstellungen teilgenommen, u.a. in Frankreich, Belgien, Deutschland, Litauen, Italien, England, und der Schweiz. Mehr unter: www.hazavuzu.blogspot.com

Im Werkraum der Münchner Kammerspiele zeigen Ha Za Vu Zu am 18.12.10 um 21:00 Uhr ihre PerformanceWhat a loop“, eine Art Stille Post mit Filmzitaten. Es geht um Kinoklischees, Spieler, Kameras im ununterbrochenen Kreislauf, jeder der Künstler ist zugleich Regisseur, Techniker und Kameramann. Die Performance dauert 20-25 Minuten, im Anschluß Party.


Gözde Ilkin

Ilkin, Gözde

Juli bis August

Die 1981 geborene Künstlerin schloß ihr Studium der Malerei an der Akademie für bildende Künste an der Mimar Sinan Universität ab und machte ihren Master an der Marmara Universität in Istanbul. Sie nahm an internationalen Künstleraustausch-Programmen teil, z.B. in den Niederlanden und in Deutschland. Ihre Werke waren u.a. in Schweden, Holland, Deutschland, der Schweiz und Südkorea zu sehen. Die Künstlerin verarbeitet hauptsächlich Stoffe, Leinwand, Papier und gefundene Objekte in Handarbeit oder maschinell zu eigenen Geschichten.

Gözde Ilkin ist Teil der Künstlergruppe Atilkunst, die vorwiegend soziale oder politische Ereignisse künstlerisch interpretiert.


Siegfried Kaden

Kaden, Siegfried

April bis Juni

1945 in Dresden geboren, studierte Siegfried Kaden zunächst BWL in Bochum, danach Kunstgeschichte in Stuttgart. 1969-1974 genoß er außerdem eine Ausbildung an den Kunstakademien in Stuttgart und Wien. Über ein Austausch-Stipendium kam er 1998 nach Kuba, wo er an der Kunstakademie in Havanna bis heute arbeitet und unterrichtet. Sigi Kaden hat zahlreiche Preise erhalten, u.a. 1981 den Kunstpreis der Stadt München, 1984 den Förderpreis Bayerns und 1995 den Preis der Münchner Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung. Er hat an nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen, u.a. in den Münchner Galerien van de Loo, Fred Jahn und Biedermann. 2007 kam im Hirmer-Verlag eine Monographie seiner Werke heraus unter dem Titel „Siegfried Kaden. Arbeiten – obras 1973-2007“.

Iván Muñoz, René Caparros und Sigi Kaden begeben sich am 30. April 2010 um 19 Uhr im Staatlichen Museum für Völkerkunde beim Ethnologischen Salon auf die Spuren der Deutschen in Kuba in Geschichte und Gegenwart, wenn sie die Arbeit der Cátedra Humboldt in Havanna vorstellen. Sigi Kaden ist Kurator des Kuba-Projekts, das auf seine Initiative hin entstand.

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Isi Kunath

Kunath, Isi

Januar

April / Mai 2009 war Isi Kunath schon einmal in der Villa Waldberta für die Ausstellung „Hunting for superstition“ der Pasinger Fabrik.Sie hat ihre Zeit damals sehr gut genutzt und neue Kontakte geknüpft zum Staatlichen Museum für Völkerkunde, für das sie nun ein weiteres Ausstellungsprojekt plant, das im April präsentiert wird. Für dieses spannende Vorhaben begibt sich Isi Kunath auf eine Expeditionsreise durch das „unbekannte Territorium“ Museum; man darf gespannt sein, was sie dabei für Schätze findet.

Die vielseitige Künstlerin studierte von 1991-1997 an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. 1995 unternahm sie eine sechsmonatige Studienreise nach Japan und verbrachte im Anschluss daran ein Jahr als DAAD-Stipendiatin an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam. Für ein Aufbaustudium „Kunst im öffentlichen Raum“ kehrte sie noch einmal 1998 für ein Jahr an die Akademie Nürnberg zurück. Neben verschiedenen Ausstellungsprojekten in Deutschland und im Ausland konnte Isi Kunath auch zwei Ausstellungen mit dem Goethe-Institut in Shanghai und Amsterdam realisieren. Derzeit lebt Isi Kunath in Amsterdam. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, wie das Jahresstipendium für wissenschaftlichen-künstlerischen Nachwuchs vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Bayern (2002) sowie den ersten Preis des Akademie-Wettbewerbes der Dannerstiftung in München (1996).


Laura Elena Llopiz

Llopiz, Laura Elena

April bis Juni

Am Institut für Graphik in Havanna hat Laura Llópiz im Jahr 2000 ihr Studium abgeschlossen und arbeitet zur Zeit als freie Grafikerin für Museen, Galerien, kulturelle Publikationen und Institutionen. Sie hat mehrere Grafikpreise in Kuba gewonnen und selbst in den Fächern Design und Typographie unterrichtet. 2007 erhielt sie die Auszeichnung „Junge Graphikerin des Jahres“ in Kuba. Ihre Plakate waren nicht nur auf der Insel, sondern auch in Ecuador, Bolivien, Mexiko, Japan und den USA ausgestellt.

Vom 5.5.-15.5.2010 sind Arbeiten von Laura Llopíz in der Galerie Gedok, Elisabethstr. 13 / Hinterhaus zu sehen. Eine weitere Ausstellung mit Fotos der kubanischen Künstlerin Cyrenaika, die ihr Stipendium aus familiären Gründen leider absagen mußte, wird ebenfalls in der Gedok-Galerie gezeigt vom 19.-29.5.2010.

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Armado Lulaj

Lulaj, Armando

Dezember 2009 bis Januar 2010

Der 1980 in Tirana geborene bildende Künstler besuchte zunächst die albanische nationale Kunstschule, zog 1997 nach New York, wo er bei einem Theater arbeitete und kam 1998 nach Italien. Von 1998-2001 studierte er an der Kunstakademie in Florenz, die ihn jedoch ausschloß, weil er ein kritisches Manifest veröffentlichte. Deshalb zog er nach Bologna, wo er sein Studium abschloß. 2004 war er Mitbegründer der Debatik-Center Filmproduktion in Tirana, die sich vor allem mit Dokumentarfilmen, Kurzfilmen und kulturellen Debatten beschäftigt.

Armando Lulaj ist ein Künstler, der sich mit seinen Arbeiten gerne in gesellschaftliche Diskurse einmischt. Durch die Vermittlung der albanischen Kuratorin Adela Demetja präsentiert er in der städtischen Kunsthalle lothringer13 ab 21. Januar 2010 einige seiner Videos unter dem Titel „Silent Social Corruption“, eine Art analytischer Prozess über Geschichte und heutige Gesellschaft. Er arbeitet mit allen möglichen Medien und läßt sich vor allem von der Leere, der Lücke inspirieren. So schreibt er momentan an einem Drehbuch zu einem Film, der den Zusammenbruch des Kommunismus, das Entstehen einer neuen Welt und die Ungewissheit der Zukunft thematisiert. Seine Werke waren bisher in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen nicht nur in Albanien und Italien, sondern auch in Griechenland, Schweden, New York, Mexiko und Neuseeland zu sehen. 2006 gewann er in einem internationalen Wettbewerb den Onufri-Preis der Nationalgalerie Tirana.


Boris Manner

Manner, Boris

Januar bis März

Geboren 1961 in Kärnten, Österreich, studierte in Wien Philosophie und machte dort zudem eine Ausbildung zum Kulturmanager. Von 1992-1996 arbeitete er für den ORF, Abteilung Musik und Theater und war von 1987 – 2001 an zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler, Regieassistent und Regisseur beteiligt, u.a. bei „Der Fall Bachmann“ (1991; Regie) und „Malina“ von Werner Schroeter 1992.

Seit 2006 ist Boris Manner als Kurator und Berater für die Stella Art Foundation,  Moskau tätig. Die letzten, von ihm kuratierten Ausstellungen waren: In situ mit Elena Elagina & Igor Makarevich im kunsthistorischen Museum Wien (2009), Parasite Paradise mit Stefan Körner, Burg Forchtenstein (2008); The Elements of Light, Art Athina, Hellenic American Union in Athen (2008). Gemeinsam mit Michael Aschauer und Günter Seyfried hat Boris Manner das Medienkunstprojekt „Donkontrol“ 2006 bei den March Music Days in Rousse, Bulgarien verwirklicht. Zur Zeit arbeitet er außerdem als Wissenschaftler am Zentrum für Kunst- und Wissenstransfer an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Einige seiner letzten Publikationen waren: In situ, (Hrsg.), Kunsthistorisches Museum / Stella Art Foundation, Wien (2009); Ins Offene, in: Bernhard Hosa, Menschen und Häuser, in: Notopia, Neue Galerie am Landesmuseum Johanneum, Graz (2008); The Difference between Idea and Result, in : Anselm Kiefer, Skira Milano, Guggenheim Bilbao (2007); The Difference and the Repetition, in :  Nature Morte, Stella Art Foundation, Moskau (2007); Broncia Koller, (Hrsg.), Brandstätter, Wien (2007); Die Vorzeit des Sichtbaren, schleebrügge editor, Wien (2006). Und außerdem beschäftigt er sich seit 1997 intensiv mit dem Thema Gnosis und Alchemie und hat u.a. für Anselm Kiefer dazu konzeptuelle Arbeiten verfaßt.

Boris Manner ist auf Vorschlag der städtischen Kunsthalle lothringer13 eingeladen, um über den österreichischen Maler Theodor Allesch (Künstlername: Alescha) zu forschen, der von 1919-1923 auch in München tätig war.


Pepe Menédez

Menéndez, Pepe

April bis Juni

1966 in Havanna geboren, hat er dort zunächst an der Hochschule für Grafik-Design studiert, danach ein Postgraduiertenstudium internationales Grafik-Design in Den Haag absolviert. 1989-94 war Pepe Menéndez Professor an der Hochschule für Grafik-Design in Havanna und als Kurator tätig. Derzeit ist er Design-Direktor im Casa de las Américas, ein kubanisches Kulturinstitut mit der Aufgabe, den sozio-kulturellen Austausch zwischen den Kunstschaffenden aus Lateinamerika, der Karibik und dem Rest der Welt zu fördern. Er hat international an zahlreichen Ausstellungen und Symposien teilgenommen, u.a. in Kanada, USA, Schweden, Japan, Malaysia, Südkorea und vielen Ländern Lateinamerikas. Bei der Tutzinger Tagung „Stadt-Land-Welt. Internationale Kulturarbeit von Kommunen in Zeiten von Globalisierung und Migration“ vom 16.-18.4.2010 wird Pepe Menendez am Sonntag, 18.4. um 9 Uhr die internationale Arbeit der Casa de las Americas vorstellen.

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Iván Muñoz

Muñoz, Iván

April bis Juni

Der Sprachwissenschaftler ist seit 1990, als das Germanistik-Zentrum Cátedra Humboldt der Universität Havanna gegründet wurde, Präsident dieses Instituts. Seit jeher fühlt er sich der deutschen Kultur und deutschen Sprache verpflichtet. All seine Ämter, Aktivitäten, Mitgliedschaften, Veröffentlichungen, Preise aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, deshalb nur in Kürze die wichtigsten Fakten: geboren 1949 in Santiago die Cuba, Studium in Leipzig, Aufbau des Germanistik-Studiengangs in Kuba, mannigfaltige Forschungen und Veröffentlichungen über den Einfluß deutscher Zuwanderer und der deutschen Kultur in Kuba - angefangen bei Wilhelm von Humboldt, dem „zweiten Entdecker“ Kubas, über den Marburger Johannes Gundlach, „Vater der Ornithologie“ in Kuba, bis zum Schriftsteller Georg Weerth, der in Kuba gestorben ist. Auch die größte deutsche Siedlung in Kuba Camagüey findet sein Forschungsinteresse; Iván Muñoz hat darüber u.a. einen Dokumentarfilm gedreht.

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Pinar Öĝrenci

Öĝrenci, Pinar

November

Pinar Öĝrenci studierte Architektur und machte anschließend ihren Master in Restauration an der Y.T.Ü Architektur Fakultät in Istanbul. Anschließend belegte sie einige Kurse für Fotografie, Film und zeitgenössische Kunst.

Im Oktober 2010 waren ihre Arbeiten u.a. mit denen von Volkan Aslan, Stipendiat der Villa Waldberta im Sommer 2010, in der Ausstellung „Floating Volumes“ in Hamburg zu sehen. Ihr Thema ist die Stadt als sozialer Raum, der durch Erzählungen und Visionen konstruiert wird.

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Suat Ögüt

Ögüt, Suat

Juli bis September

1985 in Diyarbakir geboren, arbeitet und lebt Suat Ögüt heute in Istanbul. 2007 schloss er sein Studium der Bildenden Künste an der Marmara Universität in Istanbul ab. Er beschäftigt sich häufig mit sozialpolitischen Themen, vor allem mit den Beziehungen vom öffentlichen zum privaten Raum. Suat Ögüt arbeitet mit diversen Medien, u.a. Fotografie, Video, Internet und Multimedia-Installationen.

Seine erste Einzel-Ausstellung „Speeding Up Domestic Life“ fand 2008 in Istanbul statt. Er hat außerdem an zahlreichen internationalen Gruppen-Ausstellungen teilgenommen, u.a. in Holland, Südkorea und Zypern. Sein 2010 entstandenes Video „The Whole World Realized“ dreht sich ganz um die Werbung und deren instrumentalisierte Zeichensprache, die Suat Ögüt versucht zu dekonstruieren und in neue, befremdende Zusammenhänge zu stellen.


Emir Özer

Özer, Emir

Dezember

Emir Özer ist 1982 in Istanbul geboren und studierte von 1999 bis 2006 an der Marmara Universität für Bildende Künstler und an der Kunstakademie Mimar Sinan. Im Jahr 2008 machte er zusätzlich seinen Master in Kunst und Design an der Yildiz Teknik Universität. Emir Özer gestaltet vor allem Plattencover und schreibt u.a. für Musikmagazine. Vom Jahr 2000 bis 2010 nahm er an zahlreichen Ausstellungen in Istanbul teil. Er ist seit 2007 Mitglied der Künstlergruppe Ha Za Vu Zu und mit dieser Gruppe international unterwegs.

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Hülya Özdemir

Özdemir, Hülya

Juli bis August

Nach ihrem Studium an der Fakultät der bildenden Künste an der Marmara Universität Istanbul nahm sie seit 1996 an zahlreichen Gruppen-Ausstellungen teil. Ihre erste Einzel-Ausstellung „Social Backbone“ zeigte die Künstlerin in Giessen / Deutschland. Ihr ist ganzheitliches und interdiszipläneres Arbeiten besonders wichtig, was sich auch in ihren Werken widerspiegelt. Sie lebt und arbeitet gemeinsam mit dem Künstler Yeni Anit in Istanbul, mit dem sie zusammen die Video- und Kunstinitiative „Videoist“ gegründet hat, die Istanbuler Videokünstlern eine Platform der Präsentation bietet.

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Güclü Öztekin

Öztekin, Güclü

Dezember

Güclü Öztekin ist 1978 in Eskisehir in der Türkei geboren. Er lebt seit seinem Studium an der Mimar Sinan Universität in Istanbul. Güclü Öztekin zeigte seine Werke 2008 in Einzelausstellungen in Köln und in Berlin. Mit der Projektgruppe Ha Za Vu Zu war er in den letzten Jahren u.a. in Holland, Frankreich, Deutschland und Großbritannien.

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Mert Öztekin

Öztekin, Mert

Dezember

Der 1983 in Ankara geborene und in Istanbul lebenden Künstler ist seit 2007 Teil der Künstlergruppe Ha Za Vu Zu. Er hat im Rahmen dieser Gruppe an diversen Projekten im Ausland u.a. in Nantes, Lyon, Vilnius, Bern, Liverpool und Münster teilgenommen. Mehr Informationen unter http://www.mertoztekin.blogspot.com

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Mustafa Pancar

Pancar, Mustafa

November

Mustafa Pancar eignet sich Bilder, Statuen und Installationen in seinen Arbeiten an und montiert sie wie in einer Erzählung. Schon in seinen ersten Werken begann er mit solchen “Aneignungen”, wenn er Fotos aus Zeitungen oder alten Magazinen ebenso künstlerisch verwertet wie Abbildungen von musealen Teppichen bis hin zu realen Ereignissen, etwa eine Preisverleihung an einer Schule.
Beral Madra, die Kuratorin von Istanbul 2010 und der in der Kunsthalle lothringer13 gezeigten Ausstellung Cityscale Munich / Istanbul bezeichnete den Künstler als einen typischen Vertreter der 1990er Generation, der seinen  Widerstand gegen die politisch-soziale Unordnung in der Türkei  versteckt durch die Kraft des Visuellen zum Ausdruck bringt. Seine Bilder wirken oft wie Momentaufnahmen einer Türkei, die sich der Moderne vorsichtig und zurückhaltend nähert.
Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Stadt in Pancars Arbeiten, wie z.B. Menschen auf dem Taksimplatz, in einem Stadtbus, bei einem Filmset mit seinen Schauspielern und Kameramännern, Kinder in einem Internetcafe, die Besucher einer Kunstmesse, Szenen und Bildauschnitte von Dokumentarfilmen oder Fotoromanen, alles was eine Stadt und das Leben darin kommentiert und beschreibt.

Die Ausstellung „Alet kutusu / Werkzeugkasten“ mit seinen Papierarbeiten wird am 4.11.2010 in der Kunstgalerie Kullukcu in der Schillerstr. 23 eröffnet. Mehr unter www.kullukcu.de.

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Paola Romoli Venturi

Romoli Venturi, Paola

September und Oktober

Die 1964 in Rom geborene Künstlerin hat lange in Theater-, Kino- und Fernsehproduktionen als Kostümbildnerin gearbeitet, geht aber mittlerweile eigene Wege zwischen Design und Kunst. Ihr Lieblingsmaterial ist Stoff, weil dessen wichtigste Eigenschaft Transparenz ist, man kann durch ihn hindurch sehen. Ihre Arbeitstechnik hat sich Paola Romoli Venturi selbst erarbeitet. Sie benutzt Stoff und Fäden so, wie ein geübter Maler Farben und Pinsel. Die Künstlerin hat für ihre Arbeiten den Begriff “INSTANT ART” geschaffen. Bestimmte Nachrichten, Informationen, Bilder beschäftigen sie, lassen sie nicht mehr los. Da gibt es nur eins: diese Bilder werden erst einmal schnell auf einen Block skizziert, dann macht sich Paola Romoli Venturi ans Werk: Sie bearbeitet speziell grob gewebten Stoff – von ihr gefärbt - so dass das Ergebnis wie eine Zeichnung auf Papier aussieht. Für ihre Arbeiten nimmt Paola Romoli Venturi sich oft hochaktuelle, brisante Themen vor und verarbeitet diese in Installationen. Durch die Arbeit der Künstlerin wird das ausgewählte Thema aus der Ebene “Nachricht” heraus gelöst und somit vom Schicksal befreit, das Nachrichten häufig ereilt: schnell in Vergessenheit zu geraten. Und was könnte – nicht nur in Italien - brisanter sein als das Thema Mafia?

Zusammen mit der italienischen Kuratorin Simonetta Martelli und dem Kurator der Pasinger Fabrik Stefan-Maria Mittendorf hat Paola Romoli Venturi eine Ausstellung zu diesem Thema entworfen: „La Sentenza“ - Das Urteil (Laufzeit: 15.9.-24.10.2010). Mehr unter www.paolaromoliventuri.com

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Ekin Saçlioĝliu

Saçlioĝliu, Ekin

November

Die 1979 in Izmir geborene und in Istanbul lebende Künstlerin schloss 2002 an der Mimar Sinan Universität in Istanbul ihr Studium der Bildenden Künste ab. Im Jahr 2001 besuchte sie die Sommer Akademie in Salzburg und machte von 2002 – 2005 ihren MBA ebenfalls an der Mimar Sinan Universität.

Sie hat an diversen internationalen Ausstellungen teilgenommen, so z.B. in Stockholm, Athen, Wien, Krems und Miami.

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Nikolai Suica

Suica, Nikolai

Februar bis März

Der promovierte Kunsthistoriker, Autor und Kurator ist 1960 in Belgrad geboren und unterrichtet an der Kunstakademie seiner Heimatstadt. Er ist zudem vielfältig in der Kulturszene Serbiens tätig. So ist er u.a. Mitherausgeber der Alexandria Press, ein internationales Büchermagazin, er arbeitet seit Jahren mit diversen Kulturinstituten (Goethe-Institut, British Council, Instituto Cervantes) in Belgrad im Bereich Literatur, Kunst, Film und Videokunst zusammen. Nikola Suica hat eine Reihe von Monographien über Kunst verfaßt und immer wieder auch für Radiosender Interviews und Essays produziert. Er gilt als herausragende Kulturpersönlichkeit mit zahlreichen Kontakten zur serbischen und jüdischen Szene vor Ort. In der Villa Waldberta wird er sich mit Leon Koen (1859-1934) beschäftigen, über den er eine Monographie in serbisch verfaßt hat. Der jüdische Maler wohnte seit 1884 in München und hat dort an der Kunstakademie studiert. Viele seiner Werke gelten als verschollen und so erhofft sich Nikola Suica über Recherchen in Münchner Archiven weitere Informationen.

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Ali Taptik

Taptik, Ali

Juli bis August

1983 in Istanbul geboren, schloss Ali Taptik sein Architekturstudium an der Technischen Universität Istanbul ab. Die Fotografie brachte er sich autodidaktisch bei und besuchte in der schwedischen „Nordens Fotoskola“ die Meisterklasse zur dokumentarischen Fotografie. Sein erstes Projekt „remembering me“ kombiniert private Album-Fotos mit urbanen Landschaftsaufnahmen von Istanbul, eine ganz persönliche Hommage an seine Heimatstadt. Dieses Projekt wurde in vielen anderen Städten der Türkei, aber auch in Europa und Asien ausgestellt. Eine andere erfolgreiche Foto-Serie war „Kaza ve Kader“ (Unfall und Schicksal); sie handelt von Beziehungen, Plätzen, Personen, Emotionen und Zufällen. Ausgestellt wurde dieses Werk u.a. in Istanbul, Gent, Lublijana, Malmö und Marseille. Unter dem Namen „Nothing Suprises“ kam eine Fortführung des Projektes „Kaza ve Kader“ zustande. Ali Taptik lebt und arbeitet in Istanbul.

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Günes Terkol

Terkol, Günes

Dezember

Günes Terkol wurde 1981 in Ankara geboren. Sie schloss ihr Studium an der Mimar Sinan Universität ab und machte ihren Master in der technischen Universität Yildiz. Außerhalb von Ha Za Vu Zu arbeitet sie viel mit der Galerie NON in Istanbul zusammen, wo sie auch lebt. Dort zeigte sie 2008 und 2010 in zwei Einzelausstellungen ihre Arbeiten. Sie nahm zudem an diversen Gruppenausstellungen in Deutschland, Großbritannien, Holland und Frankreich teil. Mit der Projektgruppe Ha Za Vu Zu war sie in 2009 zwei Mal in Frankreich und 2008 beim westfalischen Kunstverein in Münster. Mehr Informationen unter http://www.gunesterkol.blogspot.com

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Denis Thériault

Thériault, Denis

Oktober bis Dezember

Zwei Bücher sind von Denis Thériault schon in deutsch beim Münchner dtv Verlag erschienen, nämlich „17 Silben Ewigkeit“ (2006 mit dem Prix littéraire Canada-Japon ausgezeichnet) und – ganz frisch diesen Herbst - „Das Lächeln des Leguans“, beides sehr eigenwillige, poetische Werke mit suggestiver Kraft.

1959 an der Nordküste des St.-Lawrence-Golfs geboren, studierte Thériault Psychologie in Ottawa und arbeitete als Schauspieler, Conférencier und Regisseur am Theater, bevor er erfolgreich als Drehbuchautor tätig wurde und Romane zu schreiben begann. Er wird u.a. am 21.11. beim Münchner Literaturfestival in der Muffathalle zu hören sein.

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Yasemin Nur Toksoy

Toksoy, Yasemin Nur

Juli bis August

Das Leben von Yasemin Nur Toksoy ist Performance. Die Künstlerin ist 1976 in Istanbul geboren und erhielt von Kindesbeinen an Malunterricht. Sie studierte an der Marmara Universität in Istanbul Bildende Kunst, wo sie auch ihren Doktor machte und heute als Assistentin unterrichtet. Ihren Master Degree bekam sie an der Mimar Sinan Universität für Bildende Künste in Istanbul sowie an der Pratt Universität in New York. Yasemin Nur Toksoy ist Teil der Künstlergruppe Atilkunst, die vorwiegend soziale oder politische Ereignisse künstlerisch interpretiert.

Torres, Manuel

Juni

Manuel Torres wurde 1944 in Santa Clara auf Kuba geboren und hat sein Ingenieurstudium, Fachrichtung Eisenbahn, in der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden absolviert, wo er auch promoviert hat. Als Spezialist für Logistik und Transport hat er an zahlreichen Lehrbüchern mitgewirkt und war in diesem Bereich auch für das kubanische Handelsministerium tätig. Seit 1978 unterrichtet er außerdem an der Universität Havanna im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Technologie und Umweltschutz.

Seit Jahrzehnten jedoch ist Manuel Torres zudem historisch engagiert auf den Spuren der Deutschen in Kuba. Unterstützt vom Goethe-Institut hat er umfangreiches Material zusammengetragen, das in eine grundlegende Publikation münden soll. Er hat sich mit den deutsch-kubanischen Beziehungen beschäftigt, wie z.B. von Deutschen gegründete Institutionen in Kuba (etwa die deutsche Schule), geht den Verbindungen zwischen Kuba und der deutschen Hanse nach (vor allem in Bremen, Hamburg und Rostock) oder macht sich auf die Spuren der deutschen Juden in Kuba. Manuel Torres wird sich auch in Münchner Archiven auf weitere Spurensuche begeben.


Caglar Yigitogullari

Yigitogullari, Caglar

Oktober

Der Choreograph, Tänzer und Schauspieler ist einer der aktivsten Charaktere der Istanbuler Tanzszene. Yigitogullari kreiert in dichter Abfolge Ein-Mann-Performances, die er meist selber auf die Bühne darbietet. Andererseits kooperiert er gerne mit Produktionen von etablierten Tanz- und Performancegruppen. Die Aufführungen, an denen er beteiligt ist, sind vorwiegend progressive Inszenierungen, in denen er sich regelmässig an seine spielerischen und tänzerischen Grenzen wagt.

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