

Die Villa Waldberta in Feldafing ist heute ein internationales Stipendiatenhaus, das Künstlerinnen und Künstler beherbergt, die an Münchner Kulturprojekten beteiligt sind. Das Haus und seine über hundertjährige Geschichte wird im Buch "Kosmopolitentreff und Künstlerhaus - Die Villa Waldberta als Spiegel des 20. Jahrhunderts" beschrieben:
Hoch über dem Starnberger See in einem großzügigen Park gelegen, wurde 1901/02 die Villa als Teil der Höhenbergkolonie erbaut. Von Anfang an war das stattliche Haus eine Begegnungsstätte für Kosmopoliten und Künstler aus der Literatur, Bildenden Kunst und Musik, waren Weltläufigkeit, Eleganz und Gastfreundschaft eine Selbstverständlichkeit.
Das Haus spielte aber auch auf politischer Ebene eine Rolle:
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa jahrelang der Unterbringung
von "Displaced Persons", also vom NS-Regime verfolgten Menschen, die
durch den Krieg oder die Kriegsfolgen heimatlos geworden waren. Und
1972, während der Olympischen Spiele in München,
logierte der
damalige Bundeskanzler Willy Brandt in der Villa und empfing dort
internationale Politiker wie Edward Heath, George Pompidou oder Henry
Kissinger.
Seit 1966 ist das Haus durch eine private Stiftung im Besitz der Landeshauptstadt München. 1982 beschloss der Stadtrat, die Villa Waldberta für Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem Bereich Literatur und Kunst zu öffnen.
Recherchen zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner durch den Historiker Tobias Mahl haben neue Erkenntnisse, Dokumente und Fotos zutage gefördert, die immer wieder auch die historische Entwicklung im 20. Jahrhundert exemplarisch wiederspiegeln. Aus diesen Forschungsergebnissen entstand ein informatives, unterhaltsames, reich bebildertes Buch.
"Kosmopolitentreff und Künstlerhaus, Die Villa Waldberta als Spiegel des 20. Jahrhunderts" von Tobias Mahl (ISBN: 3-86520-216-0, Pb, 152 S., 15,90 €) ist im AlliteraVerlag, edition monacensia erschienen.