Internationales Künstlerhaus Villa Waldberta

Schwerpunkte des internationalen Künstlerhauses Villa Waldberta im Jahr 2009

Im Kulturausschuss vom 11.12.2008 präsentierte Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers die Belegungspläne der Villa Waldberta für das Jahr 2009, die einstimmig angenommen wurden. Das internationale Künstlerhaus der Stadt München ist für Gäste aus allen Kunst- und Kultursparten offen, will interdisziplinäres Arbeiten fördern und verbindet seine Einladungen mit der Teilnahme an Kulturprojekten in München. Das erste Quartal 2009 ist für das Projekt "MELT Migration in Europe and Local Tradition" reserviert, das von der Europäischen Union gefördert wird. Aus den Projektpartnerstädten Birmingham, Genua, Istanbul, Sighisoara und Wien sind Musikerinnen und Musiker zu Gast, die in einem SoundLab mit Musiktraditionen aus ihrer Heimat experimentieren und diese musikalisch „verschmelzen“. Das Ergebnis des SoundLab wird in öffentlichen Veranstaltungen in München und in der Villa Waldberta in Feldafing zu hören sein (u.a. im "Waldberta Hoagartn" am 28.01.2009). Die weiteren Belegungsschwerpunkte für 2009 sind:

Literarische Projekte

München als eine der größten Verlagsstädte der Welt beherbergt nicht nur zahlreiche Autorinnen und Autoren, sondern auch viele Übersetzerinnen und Übersetzer. Stipendien in der Villa Waldberta ermöglichen das Zusammentreffen beider Sparten und eine vertiefte Zusammenarbeit über einen mehrmonatigen Zeitraum. Kooperationen mit dem Lyrik-Kabinett, dem Übersetzer-Forum sowie die diversen ausländischen Kulturinstituten, Verlagen und Universitätsinstituten sorgen für die Vernetzung mit der Literaturstadt München. Autoren aus Mazedonien und Tunesien, deren Übersetzer in München leben, sowie Gäste aus Indien und dem Baskenland, die sich mit der hiesigen Literaturszene vernetzen wollen, wurden bereits für ein Stipendium vorgeschlagen.

Osteuropäischer Kulturaustausch

Die Aufbruchstimmung, die bei der Künstlerschaft und den Intellektuellen vieler osteuropäischen Länder herrscht, soll durch die Intensivierung des Kulturaustauschs gefördert werden. Das große kreative Potential wird wertvolle Impulse für die Münchner Szene bringen. Die städtische Kunsthalle lothringer13 möchte die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus dem Osten Europas fortsetzen und verstärken. Die künstlerischen Vorhaben der Gäste bespielen nicht nur die große Ausstellungshalle, sondern nutzen auch den Projektraum im ersten Stock für spontane Aktionen und Reaktionen auf aktuelle Ausstellungen. Mit Albanien und mit Serbien bestehen bereits konkrete Kooperationsüberlegungen. Vom Goethe-Institut kommt ein weiterer Projektvorschlag zu Osteuropa: er betrifft Kiew, dorthin pflegt die Stadt München eine Städtepartnerschaft, die 2009 das 20. Jahr besteht. Die Film- und (Avantgarde-) Kunstszene Kiews soll im Rahmen der bewährten Veranstaltungsreihe "Urban Visions" vorgestellt werden. Eine Retrospektive des ukrainischen Films bzw. ein Workshop mit Medienkünstlern und Fotografen sind darüber hinaus geplant.

Kunstaktionen zur »Magie des Alltags«

Verschiedene Kunstaktionen beschäftigen sich 2009 mit der „Magie des Alltags“: So wird die Pasinger Fabrik im Sommer 2009 zwei Künstlerinnen aus Amsterdam mit der Ausstellung "Superstition" über Aberglauben im Alltag vorstellen. Die Galerie Gross will zusammen mit der Mediathek Spiegel in der lothringer13 einen chinesischen Künstler auf die Spurensuche nach scheinbar harmlosen Orten in München schicken, um deren versteckte / vergessene Geschichte zu ergründen. Die Fotosammlung im Münchner Stadtmuseum lässt zwei renommierte Architektur-Fotografen jenseits ausgetretener Pfade nach der Stadtmentalität und damit zusammenhängend der Lebensqualität der in München wohnenden Menschen suchen. Installationskunst, Performances und weitere Projekte sind in Vorbereitung.