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Pressemitteilung 300 Jahre Wiesn-Tradition Und täglich grüßt die Bavaria Helgard Schmid: 25 Jahre Wiesn-Souvenirs Bequeme Schuhe, ein bis zwei Espresso pro Tag und gute Laune – das ist das Erfolgsrezept von Helgard Schmid (67), die seit 25 Jahren auf dem Oktoberfest mit einem Stand vertreten ist. In der Wirtsbudenstraße gegenüber des Hofbräu-Zeltes, am Mastenplatz Nr. 507, verkauft die gebürtige Münchnerin T-Shirts, Andenken und Wiesn-Artikel. „Ich liebe den Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt. Das hält mich jung.“ Begonnen hat Helgard Schmid ihre berufliche Laufbahn in der Gastronomie. Als Caterer bei Film- und Fernsehproduktionen sowie mit einem Imbiss-Stand in der Münchner Olympiahalle fasste sie Fuß im harten Geschäft. „Ich hätte nie einen Büro-Job ergreifen können“, gibt die 67-Jährige lächelnd zu. Ein Stand auf dem Oktoberfest zu eröffnen sei vor 25 Jahren dann schließlich „einfach nahe gelegen“. Schmid versuchte ihr Glück in den ersten Jahren sehr erfolgreich mit einem Mastenplatz in der Straße 3 auf dem Festgelände – mit jeder Menge Plüschtiere und Wiesn-Andenken, die an Stangen unter einem großen Schirm baumelten. „Vor 20 Jahren bin ich dann expandiert“, erzählt die Münchnerin stolz. Inzwischen beschäftigt sie zwischen fünf und sieben Mitarbeiter an ihrem Stand und vertreibt zahllose Wiesn-Artikel, Hüte, T-Shirts und mehr. Und auch ihre Familie steht fest hinter ihr: „Mein Sohn Alexander und mein Enkel Maximilian greifen mir fleißig unter die Arme. Sie sind in den kleinen Volksfestbetrieb hinein gewachsen.“ An ihre persönlichen Kindheitserlebnisse auf der Wiesn erinnert sich die 67-Jährige, die jeden Morgen und Abend auf dem Oktoberfest als kleines Ritual die Bavaria grüßt, gerne zurück. „Ich habe mir immer einen Luftballon gewünscht, und wenn ich keinen bekommen habe, war ich traurig“, erzählt Schmid mit einem Augenzwinkern. Auch die erste Fahrt mit ihrer Mama in der Krinoline ist ihr fest in Erinnerung geblieben. Viele schöne Erinnerungen bleiben ihr auch jedes Jahr, wenn die Wiesn wieder vorbei ist. Sind Stand und Ware abgebaut und bei einem befreundeten Bauern eingelagert, gönnt sich die 67-Jährige ein paar ruhige Tage in Salzburg und Wien – aber natürlich nicht ohne sich vorher für die Wiesn im nächsten Jahr beworben zu haben. Unser Mann vom Oktoberfest-Bauhof Werner Geiger seit 25 Jahren im Dienste der Landeshauptstadt München Er gehört zu den Ersten, die im Juni mit dem Wiesn-Aufbau beginnen, und er ist einer der Letzten, die im November den Abbau des Oktoberfests begleiten. Werner Geiger gehört seit 25 Jahren zum Oktoberfest-Bauhof des Münchner Tourismusamtes und ist stolz darauf, als stellvertretender Leiter dieser für das größte Volksfest der Welt wichtigen Einrichtung Verantwortung zu übernehmen. So sorgt er für Abhilfe, wenn die Planen der städtischen Buden undicht sind. Bei starkem Regen organisiert Werner Geiger die Reinigung der Kanäle, damit die Wiesn-Besucher keine nassen Füße bekommen. Er ist zur Stelle, wenn Reparaturen fällig werden. Als Retter in der Not hilft der Handwerker auch an Wochenenden und an den Abenden während des Festes aus. Heiß begehrt bei den Fest-Beschickern sind die schmucken Buden, die der gelernte Zimmerer während der Winterzeit baut. Natürlich achtet er nach den Veranstaltungen darauf, dass sie auch wieder ordnungsgemäß und sauber abgegeben werden. Der Münchner liebt das Oktoberfest: Wenn er privat mit der Familie mindestens ein bis zweimal pro Saison einen Wiesn-Bummel macht – und als Arbeitsplatz, der Werner Geiger große Freude bereitet. Konditorin mit Zielwasser Rosa Schifferl seit 50 Jahren mit ihrem Schießstand auf der Wiesn Rosa Schifferl ist ein absolutes Wiesn-Urgestein. Die 80-jährige Münchnerin begann vor 50 Jahren ihre Karriere auf dem größten Volksfest der Welt. 1959 standen eine kleine Kinderschaukel und ein kleiner Schießstand der Familie Schifferl zum ersten Mal auf der Wiesn. Im Laufe der Jahre wurden die Schaukel und der Stand größer. Seit 35 Jahren betreibt Rosa Schifferl ausschließlich den Schießstand, den sie zusammen mit ihrem Mann Xaver selbst gebaut hat. Als gelernte Konditorin ist sie durch ihren Mann zum Schaustellerberuf gewechselt. Dessen Eltern hatten vor dem Krieg eine Kinderschaukel. Nach dem Tod der Eltern entschieden sich das Ehepaar Schifferl für das Fortsetzen der Familientradition. Und auch heute ist es immer noch ein Familienbetrieb: Im Schießstand von Frau Schifferl arbeiten die Enkeltöchter Melanie und Michaela. Rosa Schifferls Sohn Michael betreibt dazu auch noch einen Stand für Herzlmalerei. Schifferl Junior ist heuer übrigens seit 30 Jahren auf der Wiesn dabei. In den vergangenen 50 Jahren hat sich Rosa Schifferl eine große Stammkundschaft erarbeitet, die regelmäßig an ihrem Stand um Rosen und andere Preise schießen. Wie zum Beispiel ihr Hausarzt, der immer in der ersten Wiesnwoche vorbeischaut und dann sein Können am Gewehr unter Beweis stellt. Auch wenn das Schaustellerleben nicht immer einfach ist, Rosa Schifferl würde sich im Nachhinein wieder für diesen Beruf entscheiden. Mit 80 denkt sie noch lange nicht ans Aufhören, auch wenn es nach dem Tod ihres Mannes vor sieben Jahren sehr schwierige Momente in ihrem Leben gab. Aber ihre Familie und der Zusammenhalt unter den Schaustellern haben ihr darüber hinweg geholfen. Die Wiesn und Rosa Schifferl gehören seit 50 Jahren zusammen – und es werden hoffentlich noch einige Jahre dazu kommen. Der Schaustellertradition verpflichtet Familie Merkl 100 Jahre auf der Wiesn Der Rabl Hans aus der Orleansstraße im Münchner Osten hatte schon frühzeitig einen Hang zum Schaustellergewerbe. Obwohl er eine Metzgerlehre absolvierte, verdingte er sich als Schaustellergehilfe auf diversen Volksfesten in und um seiner Heimatstadt. 1908 machte er sich als „Fierant, Spezialist und Photograph“ auf Volksfesten selbständig. Bereits ein Jahr später stand er erstmals mit einer Schaukel auf dem Oktoberfest. Damit begann eine erfolgreiche Wiesn-Karriere für den Schausteller, der sich auch im Verbandsleben als Vorsitzender engagierte. So organisierte er in den 1920er und 1930er Jahren Volksfeste in Bayern, Österreich und der Schweiz, um das Schaustellergewerbe zu fördern. Hans Rabl war ein angesehener Schausteller, der mit dem Karussell „Autobahn“ und einer Berg- und -Tal-Bahn auf der Wiesn Furore machte. Unvergessen ist sein „größter Bluff der Welt“, den er mit viel Humor zeigte: In seiner Attraktionen-Schau präsentierte Rabl in den 1930er Jahren bunt angemalte Dachrinnen als „die schönsten Müncherinnen“ und zog bei „München bei Nacht“ die Zeltplane weg, worauf der Münchner Sternenhimmel zu sehen war. Sohn Hans Merkl (1909-1981) fand seine berufliche Liebe ebenfalls in der Schaustellerei und führte die Wiesn-Tradition der Familie ab 1947 mit Schaukel, Nagelbude, Kindereisenbahn und dem ersten Schunkler „Kreislwipper“ fort. Den spektakulären „Eiffelturm“, einen Flieger mit selbst zu steuernden Gondeln, hatten Vater und Sohn 1949 selbst gebaut und auf die Wiesn gebracht. Nach dem Tod von Hans Merkl übernahm dessen Frau Käthe die Geschäfte und stand bis 2006 u.a. mit dem beliebten Fotoschießen auf dem Oktoberfest. Auch Sohn Werner Merkl ist seit 1973 auf der Wiesn zu finden, zunächst als Schausteller mit der Looping-Achterbahn „Katapult“, dem Galactica 2000, dem Isarfloß und dem Breakdance. Seit 1990 betreibt er einen Wurstimbiss, an dem Schmankerl wie die DLG-prämierte 1-Meter-Riesenbratwurst angeboten werden. Damit schließt sich der Kreis vom volksfestbegeisterten Metzgergesellen Hans Rabl, der dieser großen Schaustellerfamilie auftrug: „Der Tradition verpflichtet, das Beste für das Publikum.“ Der Nachwuchs engagiert sich bereits in diesem Sinne: Neffe Günter steht mit dem „Prominentenwerfen“ auf der Wiesn; Sohn Gregor verkauf gebrannte Mandeln und Tochter Jacqueline sowie die Söhne Werner und David helfen im Betrieb des Vaters Günter Merkl mit. Ein volles Jahrhundert Fahrspaß Familie Bausch: Seit 100 Jahren auf der Wiesn Die Fahrgeschäfte haben gewechselt – aber dem Oktoberfest ist eine der ältesten Schaustellerdynastien Münchens immer treu geblieben. Seit genau 100 Jahren vereint Familie Bausch Spaß, Aktion und Tradition auf der Wiesn. Zeit für eine kleine Zeitreise … Die Geschichte begann 1909, in dem Jahr, als Franz Anton Bausch erstmals den „Toboggan“ auf die Theresienwiese stellte. „Mein Großvater hatte ein ähnliches Fahrgeschäft zuvor auf der Weltausstellung in Paris gesehen und dann daheim die Turmrutschbahn nachgebaut“, erzählt Enkel Rudi Bausch (69). „Toboggan“ stammt aus der Sprache der kanadischen Algonkin-Indianer und bezeichnet einen Schneeschlitten. Die Turmauffahrt mittels Förderband, das per Dampfmaschine angetrieben wurde, und die sanfte Rutschfahrt zog die Volksfestbesucher schnell in ihren Bann. 100 Jahre später blättert Rudi Bausch durch die zahlreichen vergilbten Erinnerungsfotos und alten Plakate. Der 69-Jährige ist durch seine Großeltern und Eltern in den Schaustellerberuf hineingewachsen, reiste schon als Kind durch ganz Deutschland. Seine Eltern Anton und Berta betrieben zusammen mit der Schaustellerfamilie Distel mehrere Fahrgeschäfte, den „Cortina-Bob“ sowie die „Tolle Jolle“. Über 20 Jahre lang, 1958 beginnend, war „Calypso“ ein markanter Treffpunkt der Wiesn-Gäste. Ende der 70er Jahre ging es mit dem schwingenden Schiff „Pirat“ hoch hinaus. Mit der größten transportablen Schiffsschaukel der Welt kam 1984 das „Traumschiff“ auf das Oktoberfest. Die berufliche Selbständigkeit begann für Rudi Bausch gleich nach dem Schulabschluss. 1968 startete er mit dem Kinder-Verkehrsgarten „töff töff“ auf dem Oktoberfest, danach übernahm er die Fahrgeschäfte seiner Eltern. Im Winter volontierte er bei Herstellerfirmen, baute selbst an den Fahrgeschäften mit. Im 20. Jahr ist Bausch heuer mit dem „Top Spin No. 1“ auf der Wiesn vertreten. Zusammen mit seiner Frau Karin, seinem Sohn Peter und vier Angestellten führt er die Geschäfte. Sohn Rudi gastiert mit dem „Wiesn-Stamperl“, einer Bar, auf dem Münchner Oktoberfest. Eine Wiesn ohne Familie Bausch? Undenkbar. „Es ist jedes Jahr wieder spannend, wie das Fest verläuft“, sagt der 69-Jährige. Unter Schaustellerkreise gebe es übrigens kleine Weisheiten, damit der Tag gut verlaufe: „Der erste Fahrgast sollte ein Knabe sein“, verrät Rudi Bausch schmunzelnd. Das Oktoberfest ist der Höhepunkt im Jahr des Schaustellers – und wird es wohl noch viele Jahre bleiben. Rückfragen: Dr. Gabriele Papke Tel.: +49 (0)89 / 233-30 211 E-Mail: presse.tam@muenchen.de Oktoberfest – das Fest der Landeshauptstadt München |
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