Psychiatrische Hilfen

Hilfe in Krisen



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Seelische Krisen und Notfälle








Jeder Mensch kann in eine Krise geraten: durch eine außerordentliche innere oder äußere Belastung wird das seelische und psychosoziale Gleichgewicht gefährdet. Ein großer Teil der inneren Kräfte wird zur Bewältigung der persönlichen Erschütterung gebunden. Der eigene Spielraum beim Wahrnehmen, Denken und Handeln wird enger, die Stimmungslage labil. In einigen Momenten kann das bis hin zu Suizidgedanken reichen. Körperliche Funktionen wie Essen, Trinken, Schlafen, Bewegung werden in Mitleidenschaft gezogen. Es zeigen sich Unbehagen und Anspannung.

Eine seelische Krise kann vielfältige Ursachen und Hintergründe haben, beispielsweise:

  • psychische Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen, Angststörungen, psychiatrische Alterserkrankungen
  • akute Belastungssituationen in Familie, Partnerschaft und Beruf
  • gravierende Veränderungen der Lebensumstände (wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes oder der Verlust eines Angehörigen)
  • traumatische Erlebnisse (wie zum Beispiel Opfer eines Unglücks oder Zeuge einer Gewalthandlung zu werden)
  • Einsamkeit


Aus einer akuten seelischen Krise kann dann ein Notfall entstehen, wenn unsere bisher gewohnten Möglichkeiten der Problembewältigung nicht mehr ausreichen. Das hängt nicht nur mit dem Verlust des eigenen seelischen Gleichgewichts zusammen, sondern ebenso mit der Überforderung unseres sozialen Beziehungsnetzes.
Die seelische Integrität, Leib und Leben eines Betroffenen können dann (zeitweise) in Gefahr geraten, Angehörige können akut überfordert sein, oder die Anspannung kann zeitweise auf andere Menschen gerichtet werden. Unter Umständen ist dann sofortige Hilfe vor Ort notwendig.

Je frühzeitiger eine fachgerechte Hilfe in akuten seelischen Krisen erfolgt, desto geringer bleibt das Risiko einer persönlichen Schädigung oder Erkrankung, und desto größer wird die Aussicht auf eine notwendige Neuausrichtung der eigenen Lebensgestaltung. Auch der Umkreis aus hilfsbereiten Bekannten und Verwandten kann so gestärkt werden.

"Das bedeutungsvollste Interventionsmittel
in Notfall und Krise ist
die Kommunikation
(zwischen Betroffenen, dem persönlichen Umfeld
und den beruflichen Helfern)."

Zitiert nach: Rupp, Manuel: Notfall Seele. Thieme Verlag, Stuttgart 2003, Seite 4 und 7


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