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Berühmte Verstorbene auf dem Alten SüdfriedhofBei der Fülle des vorhandenen Materials handelt es sich bei den Listen nur um eine Auswahl, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.Nachnamen A - F
Max Emanuel Ainmiller1805 bis 1870Neue Arkaden 158 Max Emanuel Ainmiller studierte unter Friedrich von Gärtner an der Münchner Akademie und arbeitete zunächst als Zeichner in der von Gärtner geleiteten Nymphenburger Porzellanfabrik. Er wandte sich schließlich der Glasmalerei zu und verschaffte sich Anerkennung als "Vervollkommner der Glasmalerei". Im Auftrag von König Ludwig I. leitete er die Herstellung der bemalten Fenster für den Regensburger Dom. Weitere Werke entstanden u.a. für die Maria-Hilf-Kirche in München, den Kölner Dom, den Dom zu Speyer sowie für Kirchen in London, Glasgow, Rom, Boston, St. Petersburg und Madrid. 1846 wurde Ainmiller Ehrenmitglied der Akademie. Nach der Abdankung von König Ludwig I. wurde die Akademie als königliche Anstalt aufgelöst. Ainmiller übernahm die Akademie auf eigene Kosten und leitete sie bis zu seinem Tode. Neben seinem Schwerpunkt in der Glas- und Kirchenmalerei war das "Universalgenie" auch als Architekturmaler, Holz- und Steinbildhauer, Kunstschneider und Uhrmacher tätig.
Josef Albert1825 bis 1886Mauer rechts 15/16 Josef Albert befasste sich am königlichen Hof mit der fotografischen Reproduktion von Kupferstichen und Handzeichnungen. Er entwickelte ein fotomechanisches Flachdruckverfahren, dass auch für große Auflagen verwendet werden konnte. Die von Albert entwickelte Form des Lichtdrucks ist nach ihm als Albertotypie benannt. Das Verfahren beruht auf einer mit lichtempfindlicher Gelatine dünn bestrichene Glasplatte. Sein Sohn Eugen (1856-1929), der ebenfalls in diesem Grab beigesetzt ist, war Gründer der "Photographischen Union" und entwickelte die Techniken seines Vaters und andere Vervielfältigungsverfahren weiter. Er verfeinerte die Methoden des Offset-Drucks und schaffte die Grundlage des Dreifarben-Rasterdrucks.
Ellen Ammann1870 bis 1932Grab 32-1-12/13 Ellen Amann wurde in Sundström/Schweden geboren. Da in Schweden Mädchen bereits seit 1831 ein Gymnasium besuchen durften, wurde ihr eine gute Schulausbildung zu teil. Vor Beginn ihres geplanten Studiums heiratete sie einen Münchner Orthopäden, mit dem sie nach München zog. Sie engagierte sich sozial und politisch. Ihr Schwerpunkt war die katholische Frauenbewegung. Sie gründete verschiedene Vereine, unter anderem den "Marianischen Mädchenschutzverein" den Münchner Zweigverein des "Katholischen Deutschen Frauenbundes" und die erste deutsche Bahnhofsmission in München. Sie kümmerte sich um Mädchen vom Land, die in die Stadt zogen, um Arbeit zu finden. Diese wurden oft schon am Bahnhof von organisierten Händlerringen abgefangen und als rechtlose Arbeitskräfte in Fabriken oder als Prostituierte ins In- und Ausland verkauft. Als Frauen 1918 in Bayern das aktive und passive Wahlrecht erlangten, wurde Ammann von 1919 bis 1932 Abgeordnete des Landtags für die Bayerische Volkspartei. 1923 schlugen Nazitruppen bei einer Veranstaltung der "Friedensgesellschaft" einem Pazifisten mit einem Eisenring das Auge aus. Eine Frauendelegation unter Anita Augspurg und Ellen Ammann suchten den bayerischen Innenminister auf und verlangten die sofortige Ausweisung Adolf Hitlers aus München. Im gleichen Jahr wurde erst auf die energische Intervention der Frauen beim Generalstaatskommissar gegen den "Hitlerputsch" vorgegangen. Andernfalls hätten die Verantwortlichen die Putschnacht verschlafen. Ammann stand ganz oben auf der schwarzen Liste der Nationalsozialisten über unliebsame Personen. Sie verstarb ein Jahr vor deren Machtergreifung.
Franz Xaver von Baader1765 bis 1841Grab 14-12-13 Franz von Baader war ursprünglich Naturwissenschaftler. Der in Mineralogie und Chemie geschulte Mediziner vertiefte in England und Schottland seine Kenntnisse im Bergbau. 1799 kam er als Bergrat nach München, wurde 1807 zum Oberstbergrat und als solcher in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Im Lauf der Zeit wandte er sich immer mehr der Philosophie sowie der Religionswissenschaft zu und weitete seine schriftstellerische Tätigkeit aus. Im Zuge des Personalabbaus im Bergwesen wurde Baader 1820 vorzeitig pensioniert. Baader konnte sich nun ganz seinem philosophischen Betätigungsfeld widmen. Er begründete eine neue Gesellschaftslehre und versuchte den Gegensatz von Natur, Geist, Glauben und Wissen zu überwinden. Baader war Romantiker und scharfer Gegner des Realismus. Aus religiösen Motiven forderte er die Einbürgerung des Proletariats und befürwortete den christlich-sozialen Gedanken. In Rußland versuchte er vergeblich, sich für die Verständigung der orthodoxen mit der katholischen Kirche einzusetzen. Sein Plan, in St. Petersburg eine Akademie für religiöse Wissenschaft zu gründen scheiterte.
Friedrich Bürklein1813-1872Grab 13-1-7 Friedrich Bürklein ragte durch sein Talent aus dem großen Schülerkreis Friedrich von Gärtners heraus. Er machte durch den Bau des Rathauses von Fürth auf sich aufmerksam und gestaltete das Empfangsgebäude des Münchner Hauptbahnhofes, das ein Jahrhundert später im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen zerstört wurde. Bürklein gestaltete weitere bayerische Bahnhöfe, z.B. in Rosenheim, Augsburg, Nürnberg, Würzburg und Hof. Nach dem Thronwechsel baute Bürklein für König Maximilian II. die Münchner Maximilanstraße mit allen Großbauten und Privathäusern sowie das Maximilianeum. Die Sinneswandel des Königs beim Bau des Maximilianeums machten ihm zu schaffen. Er erkrankte und starb schließlich in einer "Irrenanstalt".
Johann Georg von Dillis1759 bis 1841Grab 13-2-23 Johann Georg von Dillis war einer der bedeutendsten Künstler an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Er schuf Ölgemälde, Ölskizzen und Aquarelle und war Vertreter der neuen realistischen Landschaftsmalerei. Als Berater König Ludwigs I. in Kunstfragen, Professor an der Münchner Akademie und Galeriedirektor fand er immer weniger Zeit für eigene große Werke. Er beschränkte sich zunehmend auf Zeichnungen und Skizzen. Während der Napoleonischen Kriege konnte Dillis die königliche Gemäldesammlung retten, in dem er sie vorübergehend nach Ansbach in Sicherheit brachte. Durch seine Kontakte in die Kunstzentren Paris, Wien und Rom schaffte er es, die Sammlung für König Ludwig I. um bedeutende Stücke zu erweitern.
Karl von Effner1831 bis 1884Grab 13-1-34 Als Sohn eines königlich bayerischen Hofgärtners war Karl von Effner seit seiner Kindheit mit dem Gartenbau vertraut. Nach Aufenthalten in Wien und Paris kehrte er 1857 auf Berufung von König Maximilan II. nach München zurück. Er erhielt im gleichen Jahr den Auftrag, den bisher als Schafheide genutzten Steilhang an der Isar zwischen Haidhausen und Bogenhausen neu zu gestalten. Effner modellierte das Gelände, legte Wege mit Pflanzengruppen an und schuf Aussichtsstellen auf das Münchner Stadtbild. Auch die gärtnerische Gestaltung für die von Friedrich Bürklein erbaute Maximilianstraße übernahm Effner. 1870 wurde er zum königlichen Hofgartendirektor ernannt und entwarf für König Ludwig II. die Pläne für die Gartenanlagen der Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof. Zahlreiche weitere Gartenanlagen in Bayern sind das Werk Karl von Effners.
Anton Ehrengut1840 - 1890Grab 9-1-42 Anton Ehrengut war ein bürgerlicher Zimmermeister und Unternehmer in München. Durch seine handwerklich hochwertigen Arbeiten, die er für zahlreiche Privatbauten anfertigte, wurde König Ludwig II. auf ihn aufmerksam. Ehrengut führte in königlichem Auftrag die Zimmerarbeiten für die Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof aus. In München gestaltete er die Fassade der Heilig-Geist-Kirche. Ehrengut war zu beträchtlichem Vermögen gekommen und stiftete einen großen Betrag zur Förderung der Kunst. Sein Anliegen war es, die Lebensumstände von Münchner Künstlern zu verbessern. Durch seine soziale Gesinnung und Großzügigkeit erwarb sich Ehrengut großes Ansehen.
Karl von Fischer1782 - 1820Grab 17-1-28 Die Münchner Stadterweiterung unter König Max Joseph I. und König Ludwig I. geht weitgehend auf einen Generalplan zurück, der durch Karl von Fischer und Friedrich Ludwig von Sckell erstellt wurde. Als Baukünstler entwarf Fischer die Pläne für die Glyptothek in München und die Walhalla bei Regensburg. Er durfte die Bauten aber nicht ausführen, sondern musste für Leo von Klenze den Platz räumen. Kaum ein Bauwerk Fischers blieb dem Münchner Stadtbild erhalten. Das Nationaltheater brannte 1823 ab und wurde von Klenze neu errichtet. Sein eigenes Wohnhaus musste 1937 Prunkbauten der Nationalsozialisten weichen. Sämtliche von ihm errichteten Gebäude und Paläste auf dem Karolinenplatz, die München einst prägten, fielen der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. In diesem Bombenhagel brannte auch das Nationaltheater erneut bis auf die Grundmauern nieder und wurde in der Nachkriegszeit zum zweiten mal nach Fischers Plänen wieder hergestellt. Auch Fischers Grabdenkmal auf dem Alten Südfriedhof wurde im Krieg zerstört. Am Grab wurde ein Ersatzdenkmal angebracht, das an Fischer und seine Verdienste erinnert.
Josef von Fraunhofer1787 bis 1826 |
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