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Foto: Grabdenkmal Georg von Hauberrisser Der Alte Südfriedhof1563 Weihung des "Äußeren Freithof"Als im Jahr 1563 München von der Pest heimgesucht wurde, reichten die Kapazitäten der alten Kirchenfriedhöfe innerhalb der Stadtmauern nicht mehr aus, um alle Toten zu bestatten. Vor dem Sendlinger Tor wurde der heutige Alte Südfriedhof als „Äußerer Freithof“ geweiht. Nicht einmal 100 Jahre später wurden im Dreißigjährigen Krieg alle Friedhofsgebäude und die Friedhofsmauer wieder abgerissen, aus Furcht, die schwedischen Truppen könnten sich dort verstecken.Bis ins 18. Jahrhundert war der „Fertere Gottesacker“ (der Äußere) ein Armenfriedhof, auf dem sich niemand mit Rang und Namen beerdigen ließ. Mit kurfürstlichem Dekret von 1788 wurde jede Bestattung innerhalb der Stadtmauern streng untersagt und alle bestehenden Gräber in diesem Bereich wurden aufgehoben. Die Gebeine wurden „fuderweis“ auf den „Äußeren Freithof“ verbracht und in Massengräbern bestattet. 1844 ErweiterungNach und nach entwickelte sich der Alte Südfriedhof zu einem beliebten Bestattungsort, auf dem auch zahlreiche Münchner Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte fanden. Nachdem die Kapazitäten nicht mehr ausreichten, musste der Friedhof 1844 erweitert werden. Der neue Teil wurde durch Friedrich von Gärtner nach italienischem Vorbild in quadratischer Form angelegt.1944 Einstellung des BestattungsbetriebesBis 1868 war der Alte Südfriedhof der „Centralfriedhof“ Münchens. Nach Inbetriebnahme und Planung weiterer großer Friedhofsanlagen beschloss der Magistrat der Stadt 1898, den Alten Südfriedhof nach einem gestaffelten Zeitplan langsam aufzulassen. Aufgrund der zahlreichen Bestattungen in über 300 Jahren war der Boden im alten Teil übersättigt und nicht mehr für Beisetzungen geeignet. Der Bestattungsbetrieb wurde im Zweiten Weltkrieg zum 1. Januar 1944 eingestellt und aufgrund schwerer Kriegsschäden in den Jahren 1944 und 1945 auch endgültig nicht mehr aufgenommen.Wiederaufbau nach dem 2. WeltkriegIn den Nachkriegsjahren war die schwere Aufgabe zu bewältigen, das Trümmerfeld wieder in eine würdige Friedhofsanlage umzuwandeln. Es gelang, den Friedhof behutsam wiederherzustellen. Von den ursprünglich fast 21.000 Grabstätten sind noch ungefähr 5.000 zu erkennen. Dabei sind noch heute Kriegsschäden sichtbar, wie etwa am Grabdenkmal von Johann-Ulrich Himbsel, dem Erbauer der Bahnlinien München-Augsburg und München-Starnberg, dem auch das erste Dampfschiff auf dem Starnberger See zu verdanken ist. Das Denkmal wurde offensichtlich von einer Maschinengewehrsalve durchlöchert und ist bis heute eine stille aber eindringliche Mahnung gegen Krieg und sinnlose Zerstörung.Der Alte Südfriedhof heuteDurch den Lauf der Zeit sind Narben verheilt und die Natur konnte sich in diesem als „Landschaftsbestandteil“ geschützten Friedhof weitgehend ungestört entwickeln. Der Südfriedhof ist mit seinem Alter von etwa 450 Jahren die älteste Grünfläche der Münchner Innenstadt. Die immer gleiche extensive Nutzung über einen derart langen Zeitraum schuf einen Rückzugsraum, der das expansive Wachstum der Innenstadt überdauern konnte. So beherbergt der Alte Südfriedhof bis heute seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.Vor allem sind es aber die alten Grabdenkmäler, die den heutigen Charakter des Friedhofes ausmachen. Auf vielen Grabsteinen erkennt man die Namensgeber für Münchner Straßen, deren Verdienste oftmals in Vergessenheit geraten sind. Einige von ihnen sind die Schöpfer des Münchner Stadtbildes, wie die großen Baumeister Gärtner, Klenze und Hauberrisser. SanierungsmaßnahmenDa die Standsicherheit zahlreicher Denkmäler nicht mehr gewährleistet war, musste der Friedhof im April 2004 vorübergehend geschlossen werden. Seit Oktober 2004 ist wieder ein Weg längs durch den Friedhof von der Stefanskirche bis zur Kapuzinerstraße frei gegeben. Die Gräberfelder werden nach und nach wieder geöffnet, sobald die Sanierungen in den einzelnen Bereichen abgeschlossen sind. Durch diese Maßnahme wird der Bestand des Alten Südfriedhofes als Friedhof und als kunst- und kulturhistorisches Denkmal im Zentrum Münchens nachhaltig sichergestellt. |
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