Vorsorge
Darmkrebs ist wie jeder andere Krebs heimtückisch, aber er lässt sich
durch einen regelmäßigen Darm-Check zu fast 100 Prozent verhindern.
Dennoch erkranken jährlich 71.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs.
Darmkrebsvorsorge – für Sie kein Thema?
Sie fühlen sich fit und gesund? Der schöne Schein kann trügen,
denn Darmkrebs verursacht im Frühstadium keinerlei Beschwerden. Sicherheit
gibt Ihnen also nur der regelmäßige Darm-Check bei Ihrer Ärztin
oder Ihrem Arzt. Geben Sie dem Darmkrebs keine Chance und gehen Sie zur Vorsorge!
Eine gesunde Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung, reichlich
Obst und Gemüse und regelmäßiger Bewegung ist als vorbeugende
Maßnahme gegen Darmkrebs auf jeden Fall empfehlenswert. Doch auch die gesündeste
Lebensweise kann den regelmäßigen Darm- Check bei der Ärztin oder
beim Arzt nicht ersetzen.
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Wer ist besonders gefährdet?
Drei von zehn Betroffenen haben familiär bedingtes, erhöhtes Risiko,
an Darmkrebs zu erkranken. In diesen Familien sind bereits ein oder mehrere Familienmitglieder
erkrankt und dies meistens in einem wesentlich jüngeren Alter als andere
Menschen. Mit den folgenden Fragen können Sie Ihr persönliches familiäres
Risiko selbst testen:
Sind bei mindestens einem Verwandten Darmpolypen vor dem 40. Lebensjahr festgestellt
worden?
[ ] ja [ ] nein
Hatten oder haben in Ihrer Familie mindestens zwei Verwandte Darm-, Gebärmutter-
oder Magenkrebs?
[ ] ja [ ] nein
Sind diese Personen noch vor dem 45. Lebensjahr erkrankt?
[ ] ja [ ] nein
Ist in Ihrer Familie bei mindestens drei Verwandten eine der folgenden Krebserkrankungen
vor dem 50. Lebensjahr aufgetreten: Darm-, Gebärmutter- oder Magenkrebs?
[ ] ja [ ] nein
Ein erhöhtes Risiko haben auch Menschen, die
- älter als 45 Jahre sind
- Darmpolypen haben oder hatten
- Blut in oder auf ihrem Stuhl finden
- sich falsch ernähren und wenig bewegen
- übergewichtig sind
- schon länger an einer schweren Entzündung der Dickdarmschleimhaut
(Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn) leiden
Wenn Sie mindestens eine der Fragen zu Ihrer Familie mit Ja beantwortet haben
oder wenn Sie zu den genannten Risikogruppen gehören, suchen Sie bitte -
unabhängig von Ihrem Alter - Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt, eine Fachärztin
oder einen Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen (Gastroenterologen) auf
und lassen Sie sich über für Sie geeignete Vorsorgemaßnahmen beraten.
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Erhöhtes Darmkrebsrisiko - was nun?
Darmkrebs entsteht ausschließlich aus Polypen. Man spürt sie nicht
und sie verursachen meist keine Symptome. Diese Wucherungen der Darmschleimhaut
sind zunächst gutartig, können aber im Laufe von Jahren zu bösartigen
Tumoren entarten – sofern man sie nicht zuvor bei einer Vorsorgeuntersuchung
entdeckt und entfernen lässt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen
für Personen mit erhöhtem Risiko die Kosten für eine Darmspiegelung
- altersunabhängig und nicht erst ab dem 55. Lebensjahr. Ihre Ärztin
oder Ihr Arzt berät Sie hierzu gerne.
Der Darm-Check gibt Sicherheit
Die zuverlässigste Methode, um bösartige Tumore im Frühstadium
zu erkennen, ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Sie wird für alle Versicherten
der gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr kostenfrei angeboten. Die
Angst vor einer Darmspiegelung ist unbegründet. Dank modernster Geräte
und qualifizierter Ärztinnen und Ärzte ist die Untersuchung heute weitgehend
schmerzfrei. Die Patientin/der Patient kann sich durch eine Beruhigungsspritze
in einen leichten Dämmerschlaf versetzen lassen oder die Untersuchung auf
Wunsch am Bildschirm mitverfolgen. Wenn die Ärztin/der Arzt Polypen findet,
entfernt er diese während der Untersuchung direkt und kann dadurch die Entstehung
von Darmkrebs verhindern. Ist die Untersuchung ohne Befund, das heisst es werden
keine Polypen gefunden, ist eine Folgeuntersuchung im Regelfall erst wieder nach
6 bis 10 Jahren erforderlich!
Eine Alternative – der Stuhltest
Alternativ zur Koloskopie kann ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchgeführt
werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die
Durchführung eines Tests ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre. Den Stuhlbluttest
können Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt auswerten lassen.
Viele Münchner Unternehmen, wie der TÜV SÜD und Hubert Burda Media
sowie zahlreiche städtische Kliniken, bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
den Test im Rahmen ihrer betrieblichen Vorsorgeprogramme an. Wenn Sie ein erhöhtes
Risiko für eine Darmkrebserkrankung haben oder unter Beschwerden leiden,
ist der Stuhltest für Sie nicht unbedingt geeignet. In diesem Fall sollten
Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unbedingt auf eine für Sie geeignete
Vorsorgemöglichkeit ansprechen. Einige Stuhltesthersteller bieten ihr Produkt
in der Apotheke zum freien Verkauf an. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt und Ihre
Apothekerin oder Ihr Apotheker beraten Sie gerne, welches Testverfahren am besten
für Sie geeignet ist.
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Vorsorge und Schutz