Feinstaub


Wissen zu Feinstaub






Was ist Feinstaub?


Mikroskopansicht Russpartikel
Foto: M. Ebert, Umweltmineralogie
Sämtliche in der Luft verteilten Feststoffe werden unter den Begriffen "Staub" oder "Partikel" zusammengefasst. Für die Gesundheit des Menschen bedeutsam sind vor allem die Feinstäube. Man unterteilt diese anhand ihres Durchmessers in drei Kategorien:



Inhalierbarer Feinstaub PM* 10 : < 10 µm**
Lungengängiger Feinstaub PM 2,5 : < 2,5 µm
Ultrafeine Partikel UP: < 0,1 µm

*PM: Particulate Matter (deutsch: Schwebstaub)
**µm: Mikrometer (ein Mikrometer ist ein Millionstel Meter, 100 Mikrometer entsprechen der Dicke eines Haares)

Bisher kennt man im Schwebstaub hundert verschiedener chemischer Substanzen, darunter Schwermetalle, Ruß, Kohlenwasserstoffe sowie auch biogene Teilchen wie Viren, Sporen, Pollen, Bakterien und Pilze.

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Wer verursacht Feinstaub?


Aufgrund der vielen möglichen Quellen ergibt sich die Abschätzung der lokalen Ursachen der Feinstaubbelastung als komplexes und i.d.R. nicht eindeutig lösbares Problem. Aufgrund der teilweise unterschiedlichen Ansätze bei der Ursachenbestimmung der Feinstaubbelastung oder auch von unterschiedlich verwendeten Bezugsgrößen ergeben sich zum Teil widersprüchliche Messungen.

In der Analyse der Feinstaubquellen weist der Luftreinhalteplan für München folgende verursacherbezogene Anteile (Emissionen) aus:

Verkehr (Strasse und Schiene): 61,5 %
Genehmigungsbedürftige Anlagen (Industrie, Kraftwerke, etc.): 5,3 %
Nicht genehmigungsbedürftige Anlagen (Hausbrand, etc. ): 25,9 %
Sonstige Anlagen (Lackierereien, Tankstellen, Druckereien, etc.): 7,3 %



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Warum ist Feinstaub gesundheitsschädlich?


Mögliche Folgen sind sowohl Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrebs als auch Verringerung der Lebenserwartung. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit bereits bestehenden Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen. Eine EU-Studie (CAFE CBA: Baseline Analysis 2000 to 2020) geht von 65.000 vorzeitigen Todesfällen in Deutschland, verursacht durch Feinstaub aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2004 bewirkt die derzeit vorherrschende Feinstaub-Konzentration eine Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung von 8,6 Monaten in der EU und von 10,2 Monaten in Deutschland. Aktuelle Ergebnisse einer Langzeitstudie im Ruhrgebiet bestätigen die Erhöhung der Sterblichkeitsrate.

Mikroskopansicht Russpartikel
Foto: M. Ebert, Umweltmineralogie
TU Darmstadt
Die mittlere Lebenserwartung verringert sich in Europa durch Feinstaub um etwa 9 Monate (Vergleich Universität München: Rauchen verringert die Lebenserwartung um 9 Jahre, daher ist eine Zigarette schädlicher als eine Stunde in einem Ballungsraum Fahrrad zu fahren).

Lungengängiger Feinstaub (von weniger als 2,5 µm Durchmesser, PM2,5) und ultrafeine Partikel (bis unter 0,1 µm Durchmesser), die für das menschliche Auge gar nicht wahrzunehmen sind, machen den gesundheitlich relevanten Teil des Schwebstaubs aus. Daher werden auch kritische Stimmen laut, die die Messung von PM2,5 und nicht nur PM10 fordern.

Schwebstaubteilchen können als Fremdkörper dort, wo sie abgelagert werden, eine Reizwirkung ausüben, die zu entzündlichen Veränderungen führt. Je kleiner die Partikel sind, desto weiter können sie in die Atemwege vordringen. Partikel über 10 µm Teilchengröße kommen kaum über den Kehlkopf hinaus, nur ein kleiner Teil davon kann also die kleineren Bronchien und die Lungenbläschen erreichen. Für Teilchen unter 10 µm (PM10) und vor allem für diejenigen unter 2,5 µm (PM2,5) ist dies jedoch möglich. Ultrafeine Partikel können sogar über die Lungenbläschen in die Blutbahn vordringen und sich über den Blutweg im Körper verteilen. Im Bereich der Lungenbläschen sind Atmung und Blutkreislauf funktionell und anatomisch sehr eng miteinander verbunden. Deshalb können Störungen des einen Systems – wie etwa entzündliche Veränderungen im Atemtrakt – auch das andere System, also Herz/Kreislauf, mit beeinträchtigen.

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