Boden und Flächennutzung
Münchner Böden und ihre Eigenschaften
Bodenkundlicher Überblick
Der größte Teil der Landschaft im Großraum München ist in
seiner Form und Gestalt durch die Eiszeiten, insbesondere durch die jüngste
Eiszeit, die Würmeiszeit, geprägt. Durch die Ablagerungen der Schmelzwässer
der eiszeitlichen Alpenvorlandgletscher wurde ein fast 50 Kilometer langer und
bis zu 40 Kilometer breiter Schotterkörper, die Münchner Schotterebene,
aufgeschüttet. Die Schotter, die im Stadtgebiet Münchens zirka 2 bis
20 Meter und in den südlichen Randbereichen der Schotterebene bis zu 100
Meter mächtig sind, überlagern Sedimente der jüngsten Molasse,
der Oberen Süßwassermolasse. Das Wasser, das durch die eiszeitlichen
Schotter versickert, wird durch den Flinz, eine tonreiche Schicht der Oberen Süßwassermolasse,
gestaut. Da die wasserführenden Schotter nach Norden zum Tertiärhügelland
hin an Mächtigkeit abnehmen, nähert sich der Grundwasserspiegel im Norden
des Stadtgebietes der Bodenoberfläche beziehungsweise tritt flächenhaft
in den Niedermoorgebieten des Dachauer-, Freisinger- und Erdinger Mooses zutage.
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Böden jüngerer und älterer Schotter der
Münchner Schotterebene
Maßgeblichen Einfluss bei der Bodenbildung in der Region München haben
die fluvioglazialen karbonatreichen Schotter der Würmeiszeit, die Niederterrassenschotter.
Die mächtigsten Schotterauflagen mit mittel- bis tiefgründigen Schotterverwitterungsböden
finden sich im Süden Münchens. Im Spätglazial wurden die nach Norden
zu ausdünnenden Schotterzungen auf die älteren Niederterrassenschotter
schwemmkegelförmig aufgeschüttet. Diese Schotterzungen (Feldgedinger
Schotterzunge an der Amper, Menzinger Schotterzunge an der Würm, Garchinger
Schotterzunge an der Isar, Perlacher Schotterzunge des Gleißentales und
die Feldkirchner Schotterzunge des Grub-Harthauser Trockentales) werden im nördlichen
Bereich durch die langgestreckten Moorgebiete des Dachauer-, Freisinger- und Erdinger
Mooses getrennt.
Ganz allgemein ist festzustellen, dass mit der Abnahme der Mächtigkeit des
Schotterkörpers von Süden nach Norden auch die Entwicklungstiefe der
Böden zurückgeht.
Bedingt durch den großen Abstand der Schotterfluren zum Grundwasser, der
sehr hohen Durchlässigkeit und dem geringen Filtervermögen sind aus
landwirtschaftlicher Sicht die Parabraunerden beziehungsweise Ackerparabraunerden,
die sich in den südlichen Bereichen entwickelt haben, von mittlerer Ertragsfähigkeit.
Mit dem Ansteigen des Grundwassers oder bedingt durch früheren Grundwassereinfluss
nimmt der Humusgehalt der nach Norden beziehungsweise Nordosten flachgründiger
werdenden Böden zu. Der größte Teil dieser Bereiche wird von Pararendzinen
beziehungsweise Ackerpararendzinen, teilweise sehr humusreich, eingenommen.
Mittlere bis schlechte Ertragsfähigkeit bei landwirtschaftlicher Nutzung
sind kennzeichnend für diese Böden.
An verschiedenen Standorten ragen aus den würmeiszeitlichen Schottern risszeitliche
Altmoränen hervor, sogenannte Riedel, die von mächtigen Lößdecken
überzogen sind. Dieser Decklehm (zum Beispiel der Lehm der Ismaninger Lehmzunge)
wurde früher zur Ziegelherstellung verwendet.
In diesen Bereichen haben sich überwiegend Braunerden und Parabraunerden
aus Lößlehm entwickelt. Aufgrund günstiger bodenphysikalischer
und -chemischer Bedingungen lassen sich diese Lößstandorte für
Ackerbau vielseitig nutzen. Diese Ackerböden im Stadtgebiet sind von höchster
Bonität. Die teilweise sehr tiefgründigen Böden verschlammen allerdings
sehr leicht und sind bei Austrocknung stark erosionsgefährdet.
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Grundwasserbeeinflusste Böden der Moorbereiche
Mit zunehmenden Grundwassereinfluss entwickelten sich, neben Resten von echten
Niedermoorböden (Humusgehalt über 30 Prozent), Übergangsbereiche
mit kalkhaltigen Anmoorgleyen (Humusgehalt zwischen 15 bis 30 Prozent), sehr humusreichen
Pararendzinen und humusreichen Ackerpararendzinen sowie Vergesellschaftungen mit
Böden auf Kalksinterbildungen.
Die Torfflächen der Moore waren einst bis zu fünf Meter mächtig,
sie sind aber größtenteils abgetorft und kultiviert.
Die stark grundwasserbeeinflussten Bodeneinheiten, Gleye und Niedermoorböden,
sind nur bedingt ackerfähig und weisen eine zunehmend schlechtere Ertragsfähigkeit
auf.
Voraussetzung für die ackerbauliche Nutzung dieser Standorte ist deren Entwässerung.
Die dadurch verursachte Grundwasserabsenkung und der Umbruch von Nasswiesen zu
Ackerflächen bewirkt eine schnellere Zersetzung der organischen Substanz
statt, was zu einer starken Freisetzung von Stickstoff führt. Das hat eine
hohe Nitratbelastung der Böden zur Folge. Aus ökologischer Sicht ist
unter diesen Bedingungen der Ackerbau auf grundwassernahen Böden sehr kritisch
zu beurteilen.
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Böden des Tertiärhügellandes
Im nordwestlichen Kartengebiet haben sich in den noch hereinreichenden Bereichen
des Tertiärhügellandes die Böden der Oberen Süßwassermolasse,
Braunerden aus sandigem Molassematerial, dort entwickelt, wo aufgrund der Reliefpostion
(Steilflanken, Hangkanten usw.) die ansonsten hier anzutreffende Löß-
beziehungsweise Lößlehmüberdeckung fehlt.
In den löß- und lößlehmbeinflussten Zonen treten verbreitet
Braunerden in unterschiedlichsten Ausprägungen auf. Diese Böden weisen
für die ackerbauliche Nutzung mittlere bis gute Ertragsfähigkeit auf.
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