Best Practice




Ultra-Niedrigenergiehaus



Seitzstr. 23
80538 München-Lehel
Ultra-Niedrigenergie Wohn- und Geschäftshaus
8 Wohneinheiten, 3 Gewerbeetagen



Technische Daten

Fertigstellung: 2004
Energiebezugsfläche: 1.480 m²
Energieträger: Erdgas
Energiekennzahl Raumwärme: 20 kWh/(m²*a)
Konstruktion: Wärmedämmung mit Vakuumdämmelementen, Heizzentrale mit BHKW (Blockheizkraftwerk), 2.000  Liter Pufferspeicher und Brennwertkessel; Kühlung und Zuluftvorwärmung mit Grundwasser
U-Werte der Gebäudehülle:
Dach: 0,14 W/(m²*K)
Terrassenflächen: 0,17 W/(m²*K)
Außenwand: 0,17 W/(m²*K)
Fenster: 0,80 W/(m²*K)
Kellerdecke: 0,20 W/(m²*K)


Der für Passivhäuser charakteristische Energiekennwert für die Heizwärme von unter 15 kWh/(m²*a), der den Verzicht auf ein konventionelles Heizsystem ermöglicht, ist in Innenstadtlagen, wegen der Verschattung durch die umgebende Bebauung und den damit verminderten Solargewinnen, nur mit erheblich höheren Anstrengungen im Wärmeschutz zu erzielen. Die bei "konventioneller" Passivhaus-Lösung nötige dickere Wärmeschutzschicht verursacht dabei nicht nur höhere Investitionskosten sondern auch einen Verlust an Nutzfläche.

Bei diesem Gebäude wird in zweifacher Weise ein neuer Weg beschritten um ohne Flächenverlust passivhausadäquate Qualität zu erreichen:

1. Wärmedämmung mit Vakuumdämmelementen:
Diese haben eine etwa zehnfach höhere Dämmwirkung als übliche Dämmstoffe, so dass bereits mit geringen Schichtdicken Ultra-Niedrigenergiehaus-Eigenschaften erzielt werden.

2. Einbindung eines BHKW:
Das Erdgas-BHKW mit 2.000 Liter Pufferspeicher deckt 85 Prozent des Wärmebedarfs des Gebäudes und den Strom-Grundlastbedarf. Für die Wärmelastspitzen steht ein Gas-Brennwertkessel zur Verfügung. Trotz der Einschränkungen im Eintrag solarer Wärme erreicht das Gebäude mit seinem Energieversorgungskonzept auf den Primärenergieeinsatz rückgerechnet Passivhausqualität.

Durch die Ausführung des Gebäudes in Ultra-NEH-Bauweise und durch die Einbindung eines BHKW wird gegenüber einer Ausführung nach den Standards der Energieeinsparverordnung mit konventioneller Heizanlage und dem Bezug des gesamten Stroms aus dem öffentlichen Netz eine jährliche Endenergieeinsparung von zirka 135 Megawattstunden erzielt. Einschließlich der vorgelagerten Aufwendungen für Energieträgergewinnung und -transport ergibt das eine Primärenergieeinsparung von zirka 198 Megawattstunden und eine jährliche CO2-Entlastung von zirka  41 Tonnen. Das Bauvorhaben wurde aus dem Förderprogramm Energieeinsparung der LH München mit 44.000 € unterstützt.



Erreichbarkeit

U-Bahn Linie 4 und 5, Haltestelle Lehel, Fußweg zirka 5 Minuten


Zum Seitenanfang
Zu Best Practice