Energie und Klimaschutz


Nutzung regenerativer Energiequellen



Laut der neuesten Studie des Statistischen Bundesamtes (November 2006) ist der Energieverbrauch deutscher Haushalte für Wohnen von 1995 bis 2005 um 3,5 Prozent gestiegen. Neben zunehmenden Wohnflächen ist ein weiterer Grund hierfür die wachsende Ausstattung der Haushalte mit Elektrogeräten. Nicht allein aufgrund unseres Energieverbrauchs steigt die Bedeutung regenerativer Energiequellen an.

Das bei Verbrennungsvorgängen unvermeidlich entstehende Kohlendioxid (CO2) ist der wichtigste Verursacher des Treibhauseffektes, mit dem die Gefahr großer weltweiter klimatischer Veränderungen einhergeht. Bereits heute lassen Phänomene wie die Verteilung und Intensität der Wetterereignisse, die Klimazonenverschiebungen in den Alpen und die daraus folgende Bodenerosion sowie die Bedrohung der Wasservorräte hautnah die Folgen eines irreversiblen Kippens des Weltklimas erahnen.
In Folge der absehbaren Schadensereignisse stehen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten im Raum. Klimaschutz ist daher inzwischen zu einer zentralen Aufgabe der Daseinsvorsorge geworden. Der Verringerung des Verbrauchs nicht erneuerbarer Energieträger und dem Ausbau des Einsatzes regenerativer Energieerzeugungstechniken kommt aus diesem Grund hohe Priorität zu.

In der Landeshauptstadt München wurden diese Erfordernisse bereits früh erkannt, so dass sie heute auf eine langjährige vorbildliche Klimaschutzpolitik zurückblicken kann. Der Stadtrat hat bereits im Jahr 1982 die Verwaltung beauftragt, den Einsatz alternativer Energien verstärkt voranzutreiben. Letztlich sind alle hier dargestellten Anlagen in München mithilfe der kommunalen Unterstützung verwirklicht worden. Die konsequente Förderung, die Beratung der Bürgerinnen und Bürger, der Planer und Handwerker sowie die beispielgebenden Vorbildmaßnahmen zeitigten somit große Erfolge.



Solarenergie


Mit rund 1.710 Sonnenscheinstunden im Jahr ist München eine der sonnenreichsten Städte der Bundesrepublik und bietet damit günstige Voraussetzungen für die Nutzung der Solarenergie.

Thermische Solaranlagen


München nimmt mit einer Kollektorfläche von durchschnittlich insgesamt 0,020 m² je Einwohner (Stand Juni 2005) einen Spitzenplatz unter den deutschen Großstädten ein. In einzelnen Stadtbezirksvierteln werden Kollektorflächendichten bis über 0,3 m² je Einwohner erreicht, Werte die sonst nur aus sehr solarengagierten Gemeinden und Kleinstädten bekannt sind.



Die Karte gibt an, wie groß in jedem Postleitzahlbereich die dort je Einwohner installierte Kollektorfläche ist. Zum Vergleich: Bei Solaranlagen zur Warmwasserbereitung wird je nach Gebäudeart und Auslegungsziel in der Regel eine Kollektorfläche von 1-2 m² je Person vorgesehen.

Die Kartendarstellung enthält die Kollektorflächen aller thermischen Solaranlagen der LH-München (Kollektorfläche Solaranlagen der LH-München im Stadtgebiet: rd. 2.060 m²) und aller Solaranlagen, die in den Jahren 1989 bis 2004 aus dem Münchner Förderprogramm Energieeinsparung (FES) gefördert wurden (FES-geförderte Kollektorfläche 1989 bis 2004: 19.450 m²). Im Münchner Stadtgebiet sind nach Kenntnisstand des RGU weitere 2.200 m² Solarkollektoren installiert, die noch nicht in die Kartendarstellung eingearbeitet werden konnten. Die noch nicht in der Kartendarstellung enthaltene Kollektorfläche beträgt je Einwohner ca. 0,002 m².

Solarstromanlagen (Photovoltaik)


Insgesamt sind im Anschlussgebiet der SWM-Versorgungs GmbH (Stand Juni 2005) rd. 900 PV-Anlagen mit einer Gesamt-Nennleistung von rd. 7,9 MWpeak (Megawatt Spitzenleistung) installiert, davon rd. 780 Anlagen mit rd. 7,2 MWpeak innerhalb des Münchner Stadtgebietes. Die jährliche Stromerzeugung der PV-Anlagen im Anschlussgebiet der SWM-Versorgungs GmbH beträgt rd. 6,8 Mio. Kilowattstunden. Das entspricht dem Stromverbrauch von über 2.900 Münchner Durchschnittshaushalten.



Die Karte gibt an, wie groß in jedem Postleitzahlbereich, die dort je Einwohner installierte PV-Nennleistung ist. Zum Vergleich: Um den Stromverbrauch einer Person in einem Münchner Durchschnittshaushalt zu erzeugen (rd. 1.400 kWh/Jahr) ist eine Solarstrom-Nennleistung von rd. 1.500 Wpeak nötig.


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Windkraftanlage


Die Münchner Windkraftanlage steht auf dem Fröttmaninger Müllberg. Sie hat eine Nennleistung von 1,5 Megawatt erzeugt jährlich rd. 2,3 Mio. Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Stromverbrauch von rd. 1.000 Münchner Durchschnittshaushalten.



Wasserkraftanlagen


Auf dem Münchner Stadtgebiet laufen 13 Wasserkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rd. 11 Megawatt. Diese Anlagen erzeugen jährlich rd. 62 Mio. Kilowattstunden Strom, das entspricht dem Stromverbrauch von rd. 27.000 Münchner Durchschnittshaushalten.

Der weitere Ausbau von Wasserkraftanlagen in München wird von verschiedenen Faktoren gehemmt. Im Rahmen des Monaco-Prozesses unter der Leitung vom 3. Bürgermeister Hep Monatzeder wurde eine Machbarkeitsstudie über die Chancen zur Reaktivierung von drei beispielhaften Standorten erstellt. Die Studie kann beim Referat für Gesundheit und Umwelt bestellt werden.

Wärmepumpen


Das Potential zur Nutzung von Wärme aus dem Grundwasser ist in München erheblich. Die Möglichkeiten, dieses Potential durch Wärmepumpen zu nutzen, sind bei weitem nicht erschöpft. Dies gilt vor allem für die großen "Wärmeinseln" im Grundwasser unter der Innenstadt. Das Grundwasser wird hier durch U-Bahn, Kanalisation und andere, tiefliegende Bauwerke so stark erwärmt, dass ein Entzug dieser Wärme nicht nur unter dem Gesichtspunkt einer rationellen Nutzung dieser Abwärme, sondern auch zum Schutz des Grundwassers sinnvoll sein könnte. Das Referat für Gesundheit und Umwelt befürwortet elektrische Wärmepumpen allerdings nur in den Fällen, in denen höhere Arbeitszahlen von etwa 5 erreicht werden.



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Erdwärmesonden


Die Nutzung der im Erdreich gespeicherten Energie mittels Erdwärmesonden ist eine technisch ausgereifte und bewährte Technologie. Die Nutzung ist vertikal wie horizontal möglich. In der Stadt München werden Erdwärmesonden allerdings nur selten eingesetzt. Das liegt zum einen an den Kosten, die Hausbesitzer für mehrere Tiefenbohrungen aufwenden müssen. Zum anderen an den geologischen Gegebenheiten: eine vertikale Nutzung ist nur im Münchner Süden (zum Beispiel Maxhof, Forstenried, Großhadern, Trudering) bis zu einer Tiefe von zirka 30 Metern zulässig, da ansonsten die Gefahr einer Schädigung trinkwasserführender Schichten besteht.

Zur gewerblichen Energiegewinnung haben die Stadtwerke München in Riem zwei zirka 2900 Meter tiefe Bohrung erstellen lassen. Diese Geotermiebohrungen (Fördertemperatur um 90°C) sollen einen Teil des Energiebedarfs der Messestadt Riem abdecken.



Biogas- und Biomasseanlagen


Auf dem Münchner Stadtgebiet speist je eine mit Biogas bzw. Biomasse betriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in das Stromnetz ein (Stand 2002). Die elektrische Gesamtleistung der beiden Anlagen beträgt 0,5 Megawatt. Die jährliche Erzeugung der Anlagen entspricht mit rd. 2,8 Mio. Kilowattstunden dem Stromverbrauch von rd. 1.200 Münchner Durchschnittshaushalten.

Kartenübersicht





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