Der bayerische Märchenkönig Ludwig II. erwarb 1873 die Herreninsel im oberbayerischen Chiemsee als Standort für eine weitere Schlossanlage mit Park, das als Abbild von Versailles seine grenzenlose Verehrung für den französischen Monarch König Ludwig XIV demonstrieren sollte.
Der parkähnliche Garten, verwirklicht vom bayerischen Hofgartendirektor Carl von Effner, ist der königlichen Gartenanlage in Paris nachempfunden. Vom Paradeschlafzimmer aus erstreckt sich der Blick über terrassenartig angelegte Rasenflächen, Zierbeete und Springbrunnen mit mythologischen Figuren und Wasserspielen. Die 900 Meter lange barocke Gartenanlage verengt sich schließlich zu einem Kanal, der im Chiemsee mündet. Hier war eine Schiffsanlegestelle geplant, die jedoch nach dem Tod Carl von Effners 1884 nicht mehr verwirklicht wurde.
Mit dem Schloss und Park Herrenchiemsee hat sich der bayerische Märchenkönig nach Schloss Neuschwanstein und Schloss Linderhof einen weiteren Prachtbau für seine Traumwelt geschaffen, dessen Fertigstellung er jedoch nicht mehr erlebte. Als Ludwig II. 1886 starb, war das pompöse Gesamtkunstwerk mit Schloss- und Parkanlage noch nicht fertiggestellt.
Bild: Bayerische Schlösserverwaltung






