Riesiges Gewächs: Titanenwurz öffnete Blütenstand

Die Titanenwurz im Botanischen Garten München. Galerie

Verwelkungsprozess der Titanenwurz hat bereits eingesetzt

(27.5.2016) Die „größte Blume der Welt“ ist aufgeblüht, aber bereits in sich kollabiert: gestern hat sich die Titanenwurz im Botanischen Garten München geöffnet, doch die volle Pracht der Blüte war nur von kurzer Dauer. Der Kolbenstand ist bereits nachmittags umgeknickt, dennoch gibt es Spannendes zu sehen: ein Fenster in den bauchigen Innenraum verrät, wie der geheimnisvolle Blütenstand der Riesenblume aussieht. Der Botanische Garten hat deshalb heute noch bis ca. 23.30 Uhr offen.

Kolben der Titanenwurz knickte gestern um

Die Titanenwurz im Botanischen Garten München., Foto: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Foto: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg Am späten Donnerstagnachmittag ist der Kolben der Titanenwurz umgeknickt.

Ein spannender Moment: in der Nacht auf Donnerstag hat die Titanenwurz im Botanischen Garten zu blühen angefangen. Aus der 30 kg schweren unterirdischen Knolle hatte sich ein 1,75 hoher Kolben und ein 1 Meter breites Hüllblatt entfaltet. Eigentlich sollte sie knapp zwei Tage in voller Pracht zu sehen sein, doch bereits nachmittags begann sie zu welken und ist in sich kollabiert. Der Kolben knickte in der Mitte um und wird sich nicht mehr aufrichten. „Wir erklären uns den sehr schnellen Verwelkungsprozess durch die starke Sonneneinstrahlung und die hohe Luftfeuchtigkeit, die durch das häufige Öffnen der Türen zustande kam“, sagt PD Dr. Ehrentraud Bayer, stellvertretende Direktorin des Botanischen Gartens.
 

Spannende Einblicke in den Blütenstand

Die Titanenwurz im Botanischen Garten blüht: Ein Blick in den Innenraum, Foto: Dr. Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Foto: Dr. Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Die Mitarbeiter des Botanischen Gartens bieten den Besuchern aber dafür einen einmaligen Einblick ins bauchige Innere der Pflanze: Die Blüten werden normalerweise vom Hüllblatt verdeckt. Durch ein kleines Fenster kann man sich nun hautnah ansehen, wie der Blütenstand aufgebaut ist: unten sitzen mit einem ca. 1 cm langen Griffel die weiblichen Blüten, darüber die gelben, feinkörnigen Männlichen und oben liegt der Wulst, der das Entkommen der bestäubenden Insekten erschwert. Da die Riesenpflanze nicht bestäubt wurde, wird sie sich in den kommenden Monaten mehr und mehr einziehen und nach einer Ruhephase wieder austreiben – nächstes Mal vermutlich ein Blatt.

Trotz des Verwelkungsprozesses ist die Pflanze also immer noch sehr beeindruckend. Der Botanische Garten hat daher heute für alle Pflanzenfans noch bis 23.30 Uhr geöffnet (ab 18:30 Uhr nur noch über Eingang Menzinger Straße 65). Gestern war der Besucherandrang bereits enorm: zwischen 5500 und 6000 zahlende Besucher sahen sich das gigantische Gewächs an.

Geruch nicht so stark wie erwartet

Die Titanenwurz im Botanischen Garten München., Foto: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Foto: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg So sehen die weiblichen Blüten der Titanenwurz aus.

Viele Leute fragen sich, wie es mit dem starken Geruch ist, der von der Titanenwurz ausgeht. Dr. Bayer hierzu: „Ein leichter Aasgeruch ist schon wahrnehmbar, aber er ist keineswegs so stark, wie wir das erwartet haben.“ Und fügt lachend hinzu: „Die Schmeißfliegen haben aber auf jeden Fall ihre Freude daran.“ Bei der Titanenwurz blühen zunächst die weiblichen Blüten, dann die männlichen. Der Trichter außen wird nach Beginn der Blüte binnen kurzer Zeit welk, die Knolle fällt dann zusammen und die Blütezeit ist vorbei.

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