Mindestens zwei Opfer aus Bayern bei Anschlag in Istanbul

Türkische Polizei nach dem Anschlag in Istanbul., Foto: picture alliance/Kyodo
Türkische Polizeikräfte vor dem Club Reina, in dem der Anschlag an Silvester stattfand.

Zwei Männer mit bayerischem Wohnsitz unter den Toten des Anschlags

(2.1.2017) Unter den Toten des Anschlags in Istanbul sind wohl mindestens zwei Männer aus Bayern. Drei weitere deutsche Staatsangehörige wurden verletzt. Das gab das Auswärtige Amt am Montagmittag bekannt. Bei der Attacke in der Silvesternacht im Istanbuler Club Reina sind 39 Menschen getötet worden, darunter 26 Ausländer. Der sogenannte Islamische Staat hat sich mittlerweile zu dem Terroranschlag bekannt.

39 Tote und 69 Verletzte bei Terrorattacke im Club Reina

„Wir gehen davon aus, dass zwei der Todesopfer aus Deutschland kamen, das heißt also hier ihren festen Wohnsitz hatten“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Beide hätten in Bayern gewohnt.

Einer habe sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit, sagte der Sprecher. „Bei dem anderen gehen wir derzeit davon aus, dass er nur türkischer Staatsangehöriger ist.“

Zudem wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts drei deutsche Staatsangehörige bei dem Anschlag verletzt. „Sie sind in guter medizinischer Behandlung und außer Lebensgefahr.“ Woher diese stammen, war zunächst unklar.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärt, hinter dem verheerenden Angriff zu stehen. Ein „Soldat des Kalifats“ sei für die Tat verantwortlich, heißt es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung des IS.

Die Echtheit des Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 69 Menschen seien zudem verletzt worden, auch unter ihnen seien mehrere Ausländer.

Internationale Gemeinschaft verurteilt Angriff

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Der oder die Täter sind weiterhin auf der Flucht. Die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch Ausländer verkehren, hatten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund gewertet.

Nach dem türkischen Einmarsch im August in Syrien hatte der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, im November zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Türkische Truppen liefern sich in der nordsyrischen Region um die Stadt Al-Bab seit einiger Zeit heftige und verlustreiche Gefechte mit IS-Kämpfern. Der IS beherrscht Al-Bab.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte nach dem Anschlag in der Silversternacht an, weiter entschlossen gegen den Terrorismus zu kämpfen. Die Türkei werde alles tun, um „die Sicherheit und den Frieden ihrer Bürger zu gewährleisten“. International wurde die Bluttat scharf verurteilt. Bereits 2016 hatte die Türkei eine ganze Reihe verheerender Anschläge erlebt.

dpa/muenchen.de

Mehr Aktuelles aus München

Top