Ennio Morricone in der Olympiahalle: München feiert eine Legende

Ennio Morricone bei seinem Auftritt in der Olympiahalle, Foto: muenchen.de/Rico Güttich
Der Maestro und sein Orchester: Ennio Morricone auf der Bühne der Olympiahalle

Maestro verabschiedet sich von seinen Münchner Fans

(8.3.2017) Einer der größten Filmkomponisten aller Zeiten auf Abschiedstour: Am Dienstag dirigierte Ennio Morricone zum letzten Mal ein Konzert in München. In der fast ausverkauften Olympiahalle erklang ein buntes Potpourri aus seinem jahrzehntelangen Schaffen - darunter Klassiker aus "The Good, the Bad and the Ugly". Am Ende gab es minutenlange Standing Ovations für den Maestro.

Eine Reise durch 60 Jahre musikalisches Schaffen

Ennio Morricone bei seinem Auftritt in der Olympiahalle, Foto: muenchen.de/Rico Güttich

Ein letztes Mal gab sich der Meister die Ehre: Als Ennio Morricone die Bühne der Olympiahalle betrat, spendeten die rund 6.500 Zuschauer in der fast ausverkauften Arena frenetischen Applaus. Viele Fans wussten um die Besonderheit dieses Moments, schließlich hatte der 88-Jährige zuvor verkündet, dass er sich auf Abschiedstour befinde, der Auftritt in der Olympiahalle somit sein letztes Konzert in München sein werde.

„The 60 Years of Music“ nennt der zweifache Oscargewinner seine Tournee und somit konnten sich die Münchner nochmal einen Eindruck verschaffen, über welch musikalische Bandbreite der Künstler Morricone verfügt. Zahlreiche Melodien aus seinem Anfang der 60er Jahre begonnen Filmschaffen waren zu hören. Morricone dirigierte dabei das Tschechische Nationale Sinfonieorchester mit 200 Musikern und Sängern souverän, von Altersmüdigkeit war dem Maestro in München nichts anzumerken. Unterstützt wurde das Orchester übrigens von den 180 Sängern des Uni-Chors der Ludwigs-Maximilians-Universität München.

Münchner Publikum feiert Klassiker aus "The Good, the Bad and the Ugly"

Ennio Morricone bei seinem Auftritt in der Olympiahalle, Foto: muenchen.de/Rico Güttich
Die Olympiahalle war für das Konzert komplett bestuhlt worden und fast ausverkauft

Die Atmosphäre in der komplett bestuhlten Olympiahalle war von Anfang an besonders. Kaum jemand hielt sein Handy zum Fotografieren in die Luft, weil alle gebannt der Musik lauschten. Nach rund 40 Minuten kamen die ersten großen Höhepunkte: Das Titellied aus Sergio Leones "The Good, the Bad and the Ugly" und kurz darauf "The Ecstasy of Gold". Die Olympiahalle bedachte beide Klassiker mit minutenlangem Beifall. In der kurzen Pause zwischen den beiden Programmblöcken erhielt der sichtlich gerührte Morricone den UCMF-Award für sein musikalisches Schaffen.

Der Stil des Italieners ist schwer zu fassen, er chargiert zwischen Klassik, Jazz, Rock und Pop, immer garniert mit einer Spur avantgardistischer Elemente. Beispielhaft dafür stehen die drei Songs aus "The Mission", die Morricone zum Abschluss des rund eineinhalbstündigen Konzerts dirigierte. Nach dem Ende von "On Earth as it is in Heaven" gab es erneut Standing Ovations. Sechs Mal war Morricone für seine Kompositionen für den Oscar nominiert, für Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ hat er ihn 2016 endlich gewonnen. Bereits 2007 wurde ihm der Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen. Gestern Abend durfte ihn München zum voraussichtlich letzten Mal feiern.

Video: "The Ecstasy of Gold"

Ein wuchtiger Klassiker der Filmmusik: Ennio Morricone

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