Gscheid radln – aufeinander achten! München startet Pilotprojekte

Wie kann Radfahren in München noch schöner und sicherer werden? Das KVR und die Polizei haben die Kampagne "Gscheid radln - aufeinander achten!" ins Leben gerufen, die Pilotprojekte wie die Grüne Welle für Radler vorantreiben soll. Kreisverwaltungsreferent Dr. Thomas Böhle und Polizeivizepräsident Werner Feiler erklären im Video die Hintergründe dazu...

München soll sicherer für Radler werden

(10.5.2017) Vor genau 200 Jahren wurde das Rad erfunden – Grund genug für die Radlhauptstadt München, die Verkehrssituation für Fahrradfahrer noch sicherer zu machen. Die Münchner Polizei und das KVR stellten heute die Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ vor. Welche Kreuzungen die Münchner als besonders gefährlich wahrnehmen und was hinter Pilotprojekten wie der Grünen Welle an der Schellingstraße steckt…

Jeder dritte Verkehrsverletzte ein Radler

Fahrradfahrer in München
Radfahrer gelten als die am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer.

Die Zahl der Radfahrer in München nimmt jedes Jahr zu und jeder dritte Verkehrsteilnehmer, der im letzten Jahr bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde, war mit dem Rad unterwegs. Im Rahmen der Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ soll mit Verkehrsaufklärung, -überwachung und Öffentlichkeitsarbeit passend zum Saisonbeginn das Thema Sicherheit wieder ins Bewusstsein rücken.

Zwar ist die Zahl der Fahrradunfälle im vergangenen Jahr leicht rückläufig (2.506, Vorjahr: 2.542), erschreckend ist aber, dass bei über der Hälfte der Unfälle (51,6%) die Radler selbst die Hauptschuld trugen. Die Hauptgründe sind Missachtung der Vorfahrt, Geisterradler und Ignorieren von roten Ampeln. Umgekehrt führte bei Kraftfahrzeugführern meist der fehlende Schulterblick oder das Öffnen der Fahrzeugtüren zum Unglück. Weitere Problematiken sind der tote Winkel, fehlende Blickkontakte und Fahrradhelme.

Müncher Pilotprojekte als Vorbild? Vorfahrt, Grünpfeil und Grüne Welle

Schellingstraße Straßenschild mit Fahrradampel, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Vielleicht können die Radler sich an der Schellingstraße bald über eine Grüne Welle freuen.

Dass München bei der Verbesserung der Verkehrssituation mutig voranschreiten will, zeigen drei für 2018 geplante Pilotprojekte des KVRs, die getestet werden und bei Erfolg als bundesweite Gesetzesvorschläge dienen sollen. Erstens die Vorfahrt für Radler in Fahrradstraßen statt Rechts-vor-Links; zweitens ein Grüner Pfeil für Radler an 15 Stellen im Stadtgebiet, der das Rechtsabbiegen bei Rot ermöglicht und drittens eine Grüne Welle für Radler an der Schellingstraße zwischen Luisen- und Ludwigstraße. Na dann: Freie Fahrt!

Kreisverwaltungsreferent Dr. Thomas Böhle erläuterte, dass in München laufend an der Optimierung von Gefahrenpunkten gearbeitet werde: "Wir sind auf dem besten Weg zur Radlhauptstadt".

Dem ein oder anderen werden z.B. neue rot eingefärbte Fahrradstreifen, zusätzliche Warnblinker und Fahrradampeln aufgefallen sein. Bereits 2016 wurden verschiedene neue Radfahrstreifen und 3 neue Fahrradstraßen eingerichtet und 14 Einbahnstraßen geöffnet.

Wo passieren in München häufig Unfälle mit Radfahrern?

Radfahrer an Berg-am-Laim-Straße Ecke Leuchtenbergring, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle
Als eine der Hauptgefahrenzonen für Radler gilt die Berg-am-Laim-Straße.

In einer Online-Umfrage konnten Bürger die Stellen nennen, die sie auf ihren Radltouren am gefährlichsten empfinden. Spitzenreiter sind die Kreuzungen Berg-am-Laim-Straße westlich/Leuchtenbergring, Lindwurmstraße südlich/Poccistraße und die Donnersbergerbrücke nördlich/Arnulfstraße. Die „Top 15“ der insgesamt 1160 genannten Orte im Stadtgebiet werden seit Beginn der Woche polizeilich überwacht. Auch hier sollen die Stellen optimiert werden.

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