Stadtrat beschließt Planung für Tunnel durch den Englischen Garten

Der Biedersteiner Tunnel am Mittleren Ring Isarring in Schwabing, Foto: muenchen.de/Mark Read

Tunnel soll beide Teile des Englischen Gartens zusammenführen

(28.6.2017) Die Vollversammlung des Stadtrats hat heute den Einstieg in eine konkrete Planung für einen Tunnel durch den Englischen Garten beschlossen. Geplant wird ein 390 Meter langer Tunnel unter dem Isarring, der den bislang getrennten Stadtpark wiedervereinen soll. Die Kosten werden auf 125 Millionen Euro geschätzt, mit einem Baubeginn ist 2023 zu rechnen.

Drei Varianten für den Tunnel wurden untersucht

Visualisierung des Tunnels im Englischen Garten, Foto: Jürgen Dudowits / sunpatrol, München
Visualisierung: So soll der Tunnel aussehen

Seit den 1960er Jahren trennt der Isarring als Teil des Mittleren Rings den Englischen Garten in zwei Teile. Die Idee für eine Untertunnelung des Rings an dieser Stelle existiert bereits seit vielen Jahren, jetzt hat das Projekt einen weiteren großen Schritt zur Realisierung genommen. Nach der Bestätigung durch die Stadtrats-Vollversammlung wird das Baureferat nun in die Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung für einen Tunnel im Englischen Garten einsteigen.

Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielten die Prüfungsergebnisse für verschiedene Varianten eines Tunnels. Das Planungsreferat bevorzugt dabei die mittellange von drei unterschiedlich langen Varianten für den Tunnel, die nun auch geplant wird.

Das Bauwerk soll 390 Meter lang sein und etwa 125 Millionen Euro kosten. Diese Variante bietet die größten Vorteile bei der Reparatur des Gartenkunstwerks Englischer Garten und erlaubt die Wiederherstellung des durchgängigen historischen Wegenetzes, der einstigen Bachläufe sowie der Wiesen und Gehölzstrukturen auf der Tunneldecke.

Weniger Lärm, mehr Natur und die Wiedervereinigung der Parkteile

Der Mittlere Ring als Isarring in Schwabing, Foto: muenchen.de/Mark Read
Derzeit fließt der Verkehr noch oberirdisch

Die optische Verschönerung durch den Wegfall der breiten Autoschneise ist nicht der einzige Vorteil des Tunnels. So reduziert sich die Lärmbelastung für die direkten Anwohner, und der bislang weniger frequentierte Nordteil des Englischen Gartens ist wieder direkt erreichbar.

Außerdem entsteht neuer Platz am Seeufer: Denn die Planungen sehen auch vor, den Isarring um etwa 12 Meter nach Norden zu verschieben. So entsteht nördlich des Kleinhesseloher Sees, an dem der Ring heute eng vorbei führt, ein freies Feld, in dem der Schwabinger Bach wieder offen geführt werden kann - so wie es auf historischen Karten des Englischen Gartens zu sehen ist.

Wie die Fuß- und Radwege an der neuen Oberfläche genau geführt werden und wie der Park aussehen soll, muss noch mit beteiligten Behörden der Stadt und der Bayerischen Schlösserverwaltung abgestimmt werden. Klar ist, dass sich mit dem Tunnelbau auch die Erschließung des Seehauses und der Hirschau ändert. So soll der Autoverkehr weitgehend aus dem Englischen Garten herausgehalten werden. In Fahrtrichtung Osten entsteht zudem eine durchgehende Verflechtungsspur ab der Einfahrt Dietlindenstraße bis zur Ausfahrt an der Ifflandstraße - analog zur im letzten Jahr gebauten Spur in der Gegenrichtung.

Das Planungsreferat geht bei seiner präferierten Variante von einer reinen Bauzeit von 4,5 Jahren aus. Zuvor ist allerdings erst noch mit einer Planungszeit von 6 Jahren zu rechnen, so dass ein Baubeginn im Jahr 2023 realistisch ist.

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