Sturm "Herwart" fegt über Bayern hinweg

Sturm "Herwart" -  In der Prager Straße lösten sich Teile der Blechbedachung eines fünfstöckigen Gebäudes, Foto: Foto der Berufsfeuerwehr München
In der Prager Straße lösten sich Teile der Blechbedachung eines fünfstöckigen Gebäudes

Zahlreiche Feuerwehreinsätze in München, aber nur geringe Schäden

(29.10.2017) Gestoppte Züge, abgedeckte Häuser, umgestürzte Baugerüste, überflutete Straßen: Sturmtief Herwart bescherte Feuerwehr und Polizei in ganz Deutschland Schwerstarbeit. Die Münchner Feuerwehr meldete allein bis Sonntagmittag 83 Alarme im Zusammenhang mit dem Unwetter. Es kam allerdings glücklicherweise nur zu geringen Schäden.

Viele Züge fahren erst wieder am Montag

ICE im Bahnhof
Einschränkungen im Fernverkehr (Symbolbild)

Vor allem in Nord- und Ostdeutschland hatte „Herwart“ zahlreiche Bäume entwurzelt. In Bayern wurden insbesondere der Norden und Osten Bayerns durchgeschüttelt. Mit bis zu 110 Stundenkilometern fegten laut Deutschem Wetterdienst orkanartige Böen über das bayerische Flachland. Auf der Zugspitze waren es bis zu 150 Kilometer pro Stunde.

Auch in München hinterließ der Sturm Spuren: Wie die Feuerwehr München mitteilte, lösten sich unter anderem in der Prager Straße Teile der Blechbedachung eines fünfstöckigen Gebäudes. Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr München befestigte, soweit dies möglich war, die lockeren Bleche wieder an der Verschalung. Andere Elemente mussten abgetrennt und zu Boden gelassen werden. Des Weiteren wurden durch die Feuerwehr München im Stadtgebiet mehrere umgefallene Bauzäune wieder aufgestellt, Gerüste gesichert und Äste auf Fahrbahnen beseitigt. Insgesamt gab es aber zum Glück keine schweren Schäden zu beklagen.

Wegen der Beeinträchtigungen durch den Sturm kann die Deutsche Bahn den Betrieb wichtiger Strecken im Fernverkehr erst am Montag wieder aufnehmen. Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen und Kiel seien zurzeit nicht ans Fernnetz angeschlossen, teilte der Konzern mit. Unter anderem blieben bis zum Montag aufgrund der Sturmschäden die Verbindungen Hamburg-Berlin, Berlin-Frankfurt/Main, Berlin-Leipzig, Berlin-Dresden, Bremen-Hannover, Dortmund-Hamburg und Hannover–Dortmund gesperrt.

Zwischen Tutzing (Landkreis Starnberg) und Kochel (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) waren die Bahnstrecken zeitweise gesperrt.

Am Münchner Flughafen wurden zwei Flüge gestrichen

Der Flughafen in München., Foto: Flughafen München GmbH
Flüge wurden gestrichen (Symbolbild)

In Oberbayern musste die Polizei die Autobahn 8 auf einer Strecke von etwa acht Kilometern in beiden Richtungen sperren. Bäume drohten dort umzustürzen. Die Sperrung zwischen den Autobahnausfahrten Neukirchen und Siegsdorf (Landkreis Traunstein) sollte bis zum Nachmittag dauern. Im Süden Oberbayerns fuhr die Polizei bis zum Sonntagmittag 150 Einsätze.

In Niederbayern kollidierte in Regen ein Zug mit einem umgestürzten Baum. Lokführer und Zugbegleiter wurden dabei verletzt, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt registrierte die Einsatzzentrale der Polizei in Niederbayern 115 Notrufe.

Am Münchner Flughafen wurden zwei Flüge der Lufthansa wegen des Wetters gestrichen. Vier Flugzeuge starteten aufgrund der Böen kurz vor der Landung nochmals durch. Insgesamt sei die Lage aber ruhig, so ein Sprecher des Flughafens. Am Flughafen in Nürnberg hatte das Wetter bis auf geringe Verspätungen keinen Einfluss auf den Flugverkehr. Wegen starker Windböen in Frankfurt musste am Sonntag ein Airbus A380 der Lufthansa außerplanmäßig in Stuttgart landen.

In mehreren Ländern Europas hat das Sturmtief Tote, Verletzte und erhebliche Schäden hinterlassen. In Polen und Tschechien waren mindestens drei Todesopfer zu beklagen. In Deutschland wurde an der Nordsee ein 63-jähriger Camper von der Sturmflut überrascht und ertrank. Außerdem wurden zunächst sechs Verletzte bekannt.

Der Wind wird sich in Deutschland zu Wochenbeginn wieder abschwächen, zugleich fallen die Temperaturen.

(muenchen.de/dpa)

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