Siegerentwürfe für das neue Konzerthaus im Werksviertel

Entwurf für das Konzerthaus im Werksviertel München vom Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus Bregenz - 1. Platz im Architekturwettbewerb , Foto: Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
Der Siegerentwurf für das neue Konzerthaus kommt vom Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus Bregenz

Jury vergibt Plätze eins bis fünf

(29.10.2017) Der neue Konzertsaal soll im Werksviertel am Münchner Ostbahnhof seinen Platz finden. Nun steht der Siegerentwurf für das neue Konzerthaus in München fest: Die Jury des Architektenwettbewerbs hat sich am Freitag mit nur einer Gegenstimme für den Entwurf des Büros Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus Bregenz entschieden. Eine Ausstellung zeigt die Wettbewerbsentwürfe.

Bilder: Die Plätze 1 bis 5 im Architekturwettbewerb

Viel Glas und eine ungewöhnliche Form des Siegerentwurfs

Der Siegerentwurf des Bregenzer Büros Cukrowicz Nachbaur macht durch viel Glas und eine ungewöhnliche Form von sich reden. Im Erläuterungstext zum Entwurf schreibt das Architektenbüro aus Voralberg, Österreich, dass das Konzerthaus aus verschiedenen Blickwinkeln ganz unterschiedlich wirke. Es entwickele "vertraute Erinnerungsbilder an ein großes Zelt, eine Werkshalle, einen Speicher oder eine Markthalle, vielleicht sogar an einen Tempel oder eine Kathedrale".

Insgesamt 31 Entwürfe waren im Wettbewerb

Entwurf Innenansicht für das Konzerthaus im Werksviertel München vom Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus Bregenz - 1. Platz im Architekturwettbewerb , Foto: Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
Innenansicht des Siegerentwurfs vom Büro Cukrowicz Nachbaur

Am Freitag, 27.10., teilte das Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr die Juryentscheidung des Architekturwettbewerbs mit:

"Es war eine schwierige Wahl für uns alle. Es sind starke Entwürfe dabei. Der Siegerentwurf hat die vielfältigen Ansprüche und Herausforderungen mit Überzeugung gelöst. Jetzt gehört zur weiteren Entwicklung eine überzeugende Ausarbeitung in Sachen Wirtschaftlichkeit, Akustik und die umfängliche Berücksichtigung der Ansprüche des Symphonieorchesters. Ich freue mich, dass wir damit nun die nächste Planungsphase in Angriff nehmen könne", sagte Innen- und Bauminister Joachim Herrmann.

Zwei Tage lang hat die Preisgerichtssitzung in der Hochschule für Musik und Theater gedauert, dann standen die Sieger fest. Auf den ersten Platz kam der Entwurf des Büros Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus Bregenz. Der zweite Platz ging an die PFP Planungs GmbH aus Hamburg, der dritte an David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin, der vierte an 3XN A/S aus Kopenhagen und der fünfte Platz an Staab Architekten GmbH aus Berlin. Vier Büros erhielten zudem eine Anerkennung: Henning Larsen Architects aus Kopenhagen/München, Zaha Hadid Architects aus London, Mecanoo aus Delft, Christ & Gantenbein aus Basel.

Ausstellung der Wettberwerbsentwürfe

Alle Wettbewerbsarbeiten, darunter die Modelle und Pläne der Architekten, werden in der Atelierstraße 18 im Werksviertel in der "White Box" ausgestellt. Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 29.10.2017 um 10:00 Uhr. Die Ausstellung geht bis zum Sonntag, 26.11.2017. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr.

Preisträger werden vom Bauamt München zu Verhandlungsgesprächen eingeladen

Die Jury setze sich aus 25 Preisrichtern zusammen. Ein Stimmrecht hatten Vertreter der Staatsregierung, der Oberbürgermeister der Stadt München, Dieter Reiter, die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, die Architekten Kai-Uwe Bergmann aus New York, Professor Finn Geipel aus Paris und andere. Die Jury wurde von Beratern und Sachverständigen unterstüzt, über 31 eingereichte Entwürfe wurde entschieden.

"Der Siegerentwurf hat auch mich persönlich mit seiner Verbindung von attraktiver Gestaltung und Erfüllung aller funktionalen Anforderungen überzeugt. Der Entwurf von Cukrowicz Nachbaur ist für mich eine beeindruckende Vorlage, um das Anliegen der Staatsregierung umzusetzen: einen Ort zu schaffen, der ideal ist für das gemeinsame Erlebnis hochkarätiger Musik mit exzellenter Architektur und erstklassiger Akustik", sagte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.

Und der Vorsitzende des Preisgerichts, der Architekt Professor Arno Lederer, bemerkte zum Siegerentwurf für das Konzerthaus im Werksviertel: „In diesem heterogenen Umfeld ist das Gebäude ein nobler Ruhepunkt. Zurückhaltend und ausdrucksstark zugleich, in dieser Form an keinem anderen Ort zu finden. Sowohl die emotionalen, als auch die quantitativen Anforderungen sind sehr gut erfüllt."

Alle Preisträger werden nun vom Staatlichen Bauamt München 1 zu Verhandlungsgesprächen eingeladen. Dazu sagte Innen- und Bauminister Herrmann: "Wir wollen jetzt schnell in die Verhandlungen einsteigen, damit die Planungen starten können. Parallel sollen alle weiteren Ausschreibungen wie zum Beispiel die Vergaben der Akustikplanung, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik auf Basis des Siegerentwurfs vorbereitet werden."

Auf dem Weg zu einem neuen Konzertsaal

Mehrere Vorschläge waren für den Standort eines neuen Konzertsaals in München im Gespräch, bis die Wahl auf das Werksviertel fiel. In Berg am Laim hinter dem Ostbahnhof gelegen, wo früher die Produktionsstätten von Traditionsunternehmen wie Pfanni und Zündapp waren, entsteht nun ein urbanes Stadtquartier für München. Und dafür wurde dann der Planungswettbewerb für das neue Konzerthaus ausgeschrieben. Dieses soll unter anderem zwei Konzertsäle beherbergen, die Platz für 1.800 beziehungsweise 600 Zuhörer bieten. Das neue Haus soll unter anderem auch Spielstätte für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks werden.

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