Geschwister-Scholl-Preis 2017 an Hisham Matar verliehen

Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2017 an Hisham Matar, Foto: Yves Krier
OB Dieter Reiter (l.) und Michael Then vom Börsenverein Deutscher Buchhandel überreichen Hisham Matar den Preis

Der Roman "Die Rückkehr" erzählt eine packende Familiengeschichte

(21.11.2017) Der Geschwister-Scholl-Preis geht in diesem Jahr an den in London lebenden Schriftsteller Hisham Matar. Er wird für das Buch „Die Rückkehr“ geehrt, mit dem er an das Schicksal seines in Libyen entführten Vaters erinnert. Oberbürgermeister Dieter Reiter lobte bei der Preisverleihung am Montagabend in der LMU die ebenso emotionale wie politische Tiefe des Buches.

OB Dieter Reiter würdigt den Mut des Autors

Für sein Buch über die Suche nach seinem verschollenen Vater ist der Schriftsteller Hisham Matar am Montag in München mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2017 ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Dieter Reiter gratulierte dem in London lebenden libyschen Autor zu der Auszeichnung.

"Insofern hängt der Mut, den Hisham Matar im Rahmen der Entstehung seines Buches 'Die Rückkehr' aufgebracht hat, auch weniger mit dem eigenen Widerstand gegen die Tyrannei zusammen, als vielmehr mit der Bereitschaft, sich den schmerzlichsten Seiten seiner Familiengeschichte zu stellen", so Reiter in seiner Ansprache.

So begründet die Jury die Auszeichnung

Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2017 an Hisham Matar, Foto: Yves Krier

Hisham Matar, Sohn libyscher Eltern und geboren 1970 in New York, wuchs in der libyschen Hauptstadt Tripolis und nach der Emigration seiner Familie in Kairo auf. Als er 20 Jahre alt war, verschwand sein Vater. Der Geschäftsmann und ehemalige Diplomat hatte eine Partisanentruppe gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi geleitet und wurde entführt.

Die Jury befand, das Buch zeuge von der überwältigenden Widerstandskraft des menschlichen Geistes und den Tugenden der Erinnerung. Damit erinnere das Werk im weitesten Sinn an das Vermächtnis der Geschwister Scholl und sei geeignet, bürgerliche Freiheit sowie moralischen und intellektuellen Mut zu fördern.

Der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis soll an die mutigen Studenten der Weißen Rose erinnern, die im Februar 1943 mit der Guillotine hingerichtet wurden. Der Preis wird von der Landeshauptstadt München gemeinsam mit dem bayerischen Landesverband im Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben.

(dpa/muenchen.de)

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