Schnellbahnstrecke München-Berlin ist eröffnet

ICE fährt auf ländlicher Strecke, Foto: Deutsche Bahn AG / Claus Weber

Panne am ersten regulären Betriebstag

(10.12.2017) Mit der Bahn von München nach Berlin in unter vier Stunden – das wird jetzt möglich! Am Freitagabend wurde die moderne Schnellbahnstrecke feierlich eröffnet. Ein Zug nach München kam allerdings mit Verspätung an. Am Sonntag, 10.12., startete dann der erste reguläre ICE Sprinter auf der neuen Strecke - und es gab erneut eine Panne.

Verspätung am Sonntag aufgrund eines technischen Problems

Bereits am ersten regulären Betriebstag der neuen Schnellfahrstrecke Berlin-München hat sich ein ICE wegen eines technischen Problems stark verspätet. Der Zug musste deswegen am Sonntag in Nürnberg etwa 20 Minuten lang halten, durfte danach zwar weiterfahren - aber nicht auf der neuen Strecke, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte. Es ist nicht die erste Panne, seit Eröffnung der neuen Bahn-Fernstrecke.

Man habe sich dafür entschieden, den verspäteten ICE auf der alten Strecke weiterfahren zu lassen, um die Hochgeschwindigkeits-Route für nachfolgende Züge freizuhalten, sagte der Sprecher. Die Fahrgäste sollten über Würzburg nach Erfurt gebracht werden und dort am Nachmittag in einen neuen Zug umsteigen. In einem Ersatz-ICE sollte es dann über Halle nach Berlin gehen. Der Sprecher rechnete damit, dass die Fahrgäste dadurch gut zwei Stunden später als geplant in der Hauptstadt ankommen sollten. Eigentlich hätte der Zug in viereinhalb statt wie bisher in sechs Stunden nach Berlin sprinten sollen.

Feierliche Eröffnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Am Freitag wurde die Eröffnung der Schnellfahrstrecke gebührend gefeiert.: zwei Sonderzüge fuhren auf der Strecke München-Berlin und in mehreren Städten stiegen Feste. An der Abschlussveranstaltung in Berlin nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

Bahnchef Richard Lutz hat die Eröffnung der Schnellfahrstrecke von München nach Berlin bei einem Festakt in Nürnberg als "Meilenstein" bezeichnet. 17 Millionen Menschen profitierten von dem Projekt.

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt bezeichnete den Startschuss als "historisches Ereignis". Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann ergänzte mit Blick auf die Entscheidung für das Projekt vor 25 Jahren: "Auch wenn es lange gedauert hat, hat die Bahn es im Schlussspurt geschafft, den Berliner Flughafen zu überholen."

Bereits am Freitag gab es eine Panne

Bereits kurz nach der Eröffnung der neuen Bahn-Fernstrecke zwischen Berlin und München am Freitag ist es zu einer ersten Panne gekommen. "Einer der beiden Sonderzüge musste auf dem Rückweg nach München mehrmals anhalten", sagte eine Bahn-Sprecherin am Samstagmorgen. Der Zug habe nun rund sechs Stunden für die Fahrt gebraucht.

Grund für die Panne war nach ersten Erkenntnissen eine technische Störung am Fahrzeug. "Wir suchen die genaue Ursache", sagte die Sprecherin weiter. An Bord waren etwa 150 bis 200 Ehrengäste und Journalisten. Eigentlich hätte der Zug um 23.15 Uhr in München ankommen sollen. Er traf schließlich am Samstagmorgen um 1.25 Uhr am Münchner Hauptbahnhof ein.

Zum Höhepunkt des Bahnfesttages waren zwei ICE-Sonderzüge am Freitagnachmittag ohne Verzögerungen im Berliner Hauptbahnhof eingefahren - auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stieg kurz zu.

(dpa / muenchen.de)

Deutsche Bahn startet den größten Fahrplanwechsel ihrer Geschichte

ICE 4 Probefahrt, Foto: Deutsche Bahn AG

Es ist laut Bahn der größte Fahrplanwechsel seit Gründung der DB: Ab Sonntag, 10.12., fährt ein Drittel aller DB-Fernzüge nach neuem Fahrplan und zahlreiche Verbindungen verbessern sich.

Auch die neue Schnellfahrstrecke München-Berlin geht in Betrieb. Wer die 623 km zwischen den beiden Metropolen zurücklegen will, schafft das ab jetzt in nur 3 Stunden und 55 Minuten. Mit bis zu 300 km/h schießt dreimal täglich - jeweils um 6, 12 und 18 Uhr - der ICE-Sprinter durch Deutschland. Unterwegs hält er in Halle, Erfurt und Nürnberg. Auch der reguläre ICE auf der Strecke braucht statt 6 Stunden nur noch 4:30 Stunden. Die neue Strecke schafft nun laut Deutscher Bahn täglich bis zu 10.000 zusätzliche Sitzplätze zwischen Berlin und München - dies werde vor allem auch durch längere Züge erreicht.

Insgesamt ist die Neu- und Ausbaustrecke der Bahn rund 500 Kilometer lang. Mit dem neuen ICE-Fahrplan erreicht man viele Städte in allen Himmelsrichtungen mindestens im 2-Stunden-Takt. Es gibt außerdem neue Direktverbindungen, wie die mitten durch den Thüringer Wald. Reisende ins Umland werden künftig weniger umsteigen müssen. Ab Mitte Dezember nimmt auch der neue und größere ICE 4 (Foto) auf der Strecke Hamburg–Hannover–München seinen Regelbetrieb auf.

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