Theaterstück Philipp Lahm feiert Premiere

Gunther Eckes in der Rolle von "Philipp Lahm" im Stück "Philipp Lahm" im Marstall in München, Foto: Julian Baumann

Stück um den einstigen Kapitän des FC Bayern

(17.12.2017) Philipp Lahm im Fernsehen? Hat jeder schon tausendmal gesehen. Aber ein Theaterstück, benannt nach dem einstigen Superstar des FC Bayern? Das ist dann doch eher ungewöhnlich. Am Samstag hat das Stück "Philipp Lahm" im Marstall Premiere gefeiert.

Gegenentwurf zur hysterischen Fußball-Welt

Es gibt sicher kontroversere Fußballer als den früheren Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Philipp Lahm war während seiner Karriere keineswegs für Skandale und schockierende Schlagzeilen in den Boulevard-Medien bekannt.

Wie will man aus dieser Muster-Biographie also ein Drama nach shakespearschen Vorbild stricken? Die Antwort: Gar nicht. Denn Autor Martin Decar geht es in der Inszenierung "Philipp Lahm" eben nicht darum, dass eine chaotische Anekdote die nächste jagt.

Er beschreibt den Weltmeister als die Figur, die er auch im echten Leben ist: Bodenständig, ausgeglichen, fast ein bisschen langweilig. Und liefert damit einen Gegenentwurf zur manchmal fast hysterischen Welt des Profi-Fußballs. Oder wie es Decar ausdrückt: Das Stück ist die "rettende Blutgrätsche gegen die 'konfliktgeile Dramaturgie toter Männer'".

"Philipp Lahm" am Marstall: Lob der Langeweile

Gunther Eckes in der Rolle von "Philipp Lahm" im Stück "Philipp Lahm" im Marstall in München, Foto: Julian Baumann

Und dass eine Meditation über die Langeweile so gar nicht langweilig sein muss, hat jetzt am Samstag die Premiere von "Philipp Lahm" im Marstall am Münchner Residenztheater in Szene gesetzt. Das Stück in der Regie von Robert Gerloff zeigt den Ex-Fußballstar Philipp Lahm, gespielt von Gunther Eckes (Fotos), bei der Ausführung diverser Alltagstätigkeiten wie Nägelschneiden oder Fernsehen.

"Fernsehen und früh ins Bett gehen, das ist eine Haltung", sagt Eckes in seiner Rolle als Lahm an einer Stelle. "Das Leben ist doch eine feine Sache, das hat echt nur Vorteile", an einer anderen. Keine Konflikte, kein Drama: Wie komisch das sein kann, zeigt Eckes. Er spielt den ehemaligen Fußballer von Bayern München mit stoischem, naivem Dauergrinsen, zwischendurch bringt er Tanz- und Singeinlagen, die von Gelächter aus dem Publikum begleitet werden.

"Philipp Lahm" ist ein Spiel mit den Erwartungshaltungen der Öffentlichkeit. "Es geht darum, den Nicht-Skandal zu ertragen", hatte der Autor des Stücks, Michel Decar, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Selten war es unterhaltsamer, dieser Pflicht nachzukommen.

Nach der Premiere vom 16.12. im Marstall ist das Stück dort an weiteren ausgewählten Terminen zu sehen, und falls jemand noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen fußballbegeisterten Freund ist, wäre das doch eine Idee...

(muenchen.de / dpa)

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